29.11.2010, 09:54 Uhr | rev; Langenscheidt
"Niveaulimbo" ist das Jugendwort des Jahres 2010. (Bild: imago)
Wenn es nach den Internetnutzern ginge, wäre der Ausdruck "Speckbarbie" knapp vor "Arschfax" das "Jugendwort des Jahres" geworden. Doch die Experten-Jury der vom Langenscheidt Verlag initiierten Wahl hat sich nun anders entschieden: "Niveaulimbo" ist das Jugendwort des Jahres 2010.
Beeindruckt hat die diesjährige Jury, die trotz ihrer äußerst heterogenen Besetzung ihre Entscheidung einstimmig getroffen hat, die Zusammensetzung der beiden Begriffe "Niveau" und "Limbo" zu einem neuen selbstständigen Wort mit einer völlig anderen Bedeutung. Mit der Neuschöpfung "Niveaulimbo“ wird das "ständige Absinken des Niveaus" bezeichnet, vor allem in Bezug auf aktuelle TV-Formate, aus dem Ruder laufende Partys und sinnlose Gespräche.
Die Jury begründete ihre Wahl mit der Aussage, dass durch "Niveaulimbo" die gegenwärtige Entwicklung der TV-Landschaft im Hinblick auf ihre Unterhaltungsformate von den Jugendlichen kritisch beäugt und entsprechend kommentiert wird. Ferner befand vor allem die jugendliche Jury, "dass der Begriff in vielen Bereichen einsetzbar ist, wie auch eine Vielzahl so genannter 'Niveaulimbo'-Gruppen auf Facebook oder StudiVZ aktuell zeigt." Bereits zum dritten Mal rief der Langenscheidt Verlag in Kooperation mit der Jugendzeitschrift "Spiesser" und dem Social Network MySpace zur Wahl des „Jugendwort des Jahres“ auf.
Kriterien wie Originalität, Kreativität, Wortneuschöpfung sowie natürlich der aktuelle Bezug zu gesellschaftsrelevanten und die Jugend bewegenden Themen lagen der Jurybeurteilung für das Jugendwort des Jahres ebenso wie für die gesamten Top Five 2010 zugrunde. Platz zwei belegte das „Arschfax“, also „das Unterhosenetikett, das hinten aus der Hose hängt“ und deshalb sehr spannend ist, weil es für dieses Phänomen keine einfache Bezeichnung in der Hochsprache gibt. "Egosurfen", also "sich selbst im Internet über Suchmaschinen suchen", schaffte es auf den dritten Platz. Dieses Wort ist nicht grundsätzlich neu: Erstmals tauchte es 1995 im internationalen Sprachgebrauch auf, erlangte aber angesichts der immer breiteren Nutzung der sogenannten "Social-Media-Plattformen" wie MySpace oder Facebook nun erneut hohe Aktualität in der Jugendsprache. Das "aufgetakelte Mädchen in viel zu enger Kleidung", die unter den Usern sehr beliebte "Speckbarbie", wurde von der Jury zwar lange und heiß diskutiert, musste sich aber mit dem vierten Platz zufrieden geben, weil vor allem die jugendlichen Jurymitglieder den Begriff als zu abwertend empfanden. Der beim Chatten oder SMSen oft verwendete Begriff "n1, nice one", der so viel bedeutet wie "gut gemacht!, geile Aktion!, hübsch, schön", erkämpfte sich Platz fünf.
1.) Niveaulimbo
2.) Arschfax
3.) egosurfen
4.) Speckbarbie
5.) n1, nice one
Die Jury für das Jugendwort des Jahres 2010 bestand aus "Spiesser"-Leserin Heike (17), den Schülern Philipp (16) und Isabel (14) aus München, den Medienvertretern Christoph Brammertz (32), Online-Redakteur der Jugendzeitschrift "Spiesser", Friedrich Pohl (34), den Chef vom Dienst für „Die Welt“, Uwe Wittstock (55), Kulturredakteur beim „Focus“, und Eva Betz-Weiß (34) betreuende Redakteurin von "Hä?? – Jugendsprache unplugged" beim Langenscheidt Verlag. In den vorangegangenen Jahren wurden die Begriffe "Gammelfleischparty" (2008) und "hartzen" (2009) jeweils zum Jugendwort des Jahres gewählt.
Aus diesen Ausdrücken musste die Jury in diesem Jahr das Jugendwort des Jahres wählen:
Jugendwort | Bedeutung |
1. Speckbarbie | aufgetakeltes Mädchen in viel zu enger Kleidung |
2. Arschfax | Unterhosenetikett, das aus der Hose herausschaut |
3. Atze | - Kumpel, Freund |
4. Loli | unreifes, naives Mädchen |
5. eskalieren | exzessiv feiern |
6. raumschiff | super, toll |
7. egosurfen | sich selbst im Internet über Suchmaschinen suchen |
8. N1; nice One | - Gut gemacht!; Coole Aktion! |
9. Hochleistungs-Chiller | extrem faule Person |
10. Änderungsfleischerei | Klinik für Schönheitschirurgie |
11. emotional flexibel | launisch |
12. malle | bescheuert, abgefahren |
13. Klappkaribik | Sonnenbank |
14. Schnitzelhusten | Schweinegrippe |
15. Niveaulimbo | ständiges Absinken des Niveaus |
Leise Kritik an der Aktion des Langenscheidt Verlags gab es von Seiten der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). Sie bezeichnete die Wahl zwar als "etwas sehr Interessantes und Nützliches". Der Leiter der GfdS-Sprachberatung, Lutz Kuntzsch, sagte aber auch: "So sinnvoll wie die Aktion ist - die ausgezeichneten Wörter sind danach keine Jugendsprache mehr. Jugendsprache hat schließlich die Funktion einer Geheim- oder Gruppensprache."
Quelle: t-online.de , dpa
OMG, wiee wichtig -.- schrieb:
am 16. Mai 2012 um 13:03:47
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*kopfschüttel*
Okay jetzt mal ehrlich? Raumschiff? Sollen wir eurer Meinung nach als nächtes statt Geil Katoffel sagen? Maan -.- Und als
nächtes kommt die Welweite " Favourite-Smiley" Umfrage, oder xD
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chris schrieb:
am 21. Juli 2011 um 12:22:52
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Berufsjugendlicher
So hießen im Volksmund im Osten (DDR) Leute wie Krenz und Genossen, die die FDJ leiteten
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Misanthrop schrieb:
am 18. Januar 2011 um 13:37:15
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Habe jahrelang als Erzieher gearbeitet
...mit unterschiedlichen Altersgruppen (Hort, Jugendzentrum) Damals galten die "Wilden Kerle" bei den
Kids beiderlei Geschlechter als schwer "in" - allerdings fand sich keines der Kinder auch nur ansatzweise in der Vorlage wieder. Meiner Erfahrung nach wird hier (und beim Niveaulimbo) eine vollkommen unempathische, erwachsene Vorstellung von "Kindsein" bedient, die NICHTS mit der Realität gemein hat!!
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