26.10.2011, 09:24 Uhr | cst
Auch verlieren will gelernt sein. (Foto: imago)
Mal verliert man, mal gewinnen die anderen. Was beim Fußball stimmt, gilt auch für Kinder: Richtig verlieren will gelernt sein. Mit unseren Tipps behalten Eltern beim nächsten Spielenachmittag die Nerven.
Das haben alle Eltern schon einmal erlebt: Die Familie sitzt gemütlich bei einem Brettspiel beisammen, alle sind guter Dinge - bis sich die drohende Spielniederlage des Kindes abzeichnet. Rausschmeißen macht Spaß, Rausgeschmissen werden weniger. Ruck zuck kippt die Stimmung und das eben noch so friedvolle Kind mutiert zum Rumpelstilzchen, fegt die Spielfiguren vom Tisch und droht: "Ich spiele nie wieder mit euch!"
Warum können Kinder eigentlich so schlecht verlieren? "Es gibt durchaus Kinder, die verlieren können", sagt Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. "Vielen fällt es jedoch schwer." Gerade jüngere Kinder lebten noch in der Vorstellung, über alles und jeden bestimmen zu können. Diese Allmachtsphantasie, in der Verlieren nicht vorgesehen ist, kollidiert dann mit der Wirklichkeit. Auch Erwachsene verlieren nicht gern, haben aber gelernt, mit Niederlagen umzugehen.
Kinder, die in einem Klima der gegenseitigen Wertschätzung aufwachsen, tun sich mit dem Verlieren oft leichter. "Diese Kinder spüren, dass sie als Person wichtig sind und nicht das Erbringen einer Leistung im Vordergrund steht", so Gerth.
Manche Eltern neigen dazu, ihre Kinder gewinnen zu lassen. Mit dieser Methode kommt man auf die Dauer aber nicht weiter. Erstens merken die Kinder irgendwann, dass die Eltern schummeln und zweitens bleibt der gewünschte Lerneffekt so aus. Niederlagen und Frustration gehören zum Leben dazu und der Umgang mit ihnen ist eine wichtige Kompetenz. Wer seinen Kindern helfen will, bietet ihnen also am besten weiterhin Spielmöglichkeiten an. So können die Kleinen weiter Erfahrungen zu sammeln - beim Gewinnen und Verlieren.
Und wenn doch die nächste Schreiattacke kommt? "Eltern sollten sich von den Wutausbrüchen der Kinder nicht beeindrucken lassen", rät Gerth. "Dass das Kind tobt und wütend ist, muss man schon mal aushalten." Schimpfen ist allerdings fehl am Platz. Die Eltern könnten stattdessen zeigen, dass sie für die Wut des Kindes Verständnis haben. Häufig helfe es auch, dem Kind sein Verhalten zu spiegeln, etwa: "Jetzt ärgerst Du Dich aber, stimmt's?" So lernt das Kind allmählich, mit seinen Gefühlen umzugehen. Erst wenn sich die Kleinen gar nicht beruhigen wollen, ist es angebracht, klare Grenzen zu setzen und das Kind zum Beispiel in ein anderes Zimmer zu schicken.
Wenn es mit dem Verlieren partout nicht klappen will, hilft es vielleicht, eine Zeitlang so genannte Kooperationsspiele zu spielen. Hier treten die einzelnen Spieler nicht gegeneinander an, sondern spielen miteinander. Das bekannteste Spiel dieser Art ist sicher "Obstgarten" von Haba. Alle Mitspieler verbünden sich und spielen gemeinsam gegen einen gemeinsamen "Feind", den Raben. Dieses Spiel ist gerade als Einsteigerspiel für kleinere Kinder gut geeignet. Auch bei dem Klassiker der Brettspiele, "Mensch ärgere Dich nicht", kann man die Regeln entschärfen und etwa mit dem Kind zusammen ein Team bilden. Haben die Kinder erst Gefallen an den Spielenachmittagen gefunden, wollen früher oder später aber doch alle "Mensch ärgere Dich" spielen.
Quelle: t-online.de
amica schrieb:
am 11. März 2012 um 21:24:25
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Verlieren lernen
Mein Alptraum ist es, in einem Altenheim vor ein Mensch-ärger-Dich-nicht-Brett gesetzt zu werden, es ist ein selten blödes
Spiel. Wenn man selber gegen Kinder verlieren lernen möchte, sollte man mit ihnen Memory spielen. Bei der ersten Partie hat man noch eine Chance zu gewinnen, bei der zweiten gewinnen meist die Kinder, die sogar noch bei einer dritten den Durchblick behalten, während man als Erwachsener so gut wie chancenlos ist.
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Angelika schrieb:
am 1. Februar 2012 um 15:46:38
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kinder können nicht verlieren
wir zu Hause ein drei-mädel-haus. alle drei konnten wir nicht verlieren u. auch heute ist es noch so. es
liegt einfach in der persönlichkeit jedes menschen, dass er doch gewinnen möchte. gut verlieren lernen die meisten kinder u. auch die allermeisten menschen nicht, man gibt sich geschlagen o.sagt sich es muss halt so sein. etwas anderes ist es nicht - weil eigentlich jedes kind u. auch jeder mensch nur gewinnen möchte, so sehe ich das u. es hat sich als besonders gut u. richtig erwiesen.
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CARLA schrieb:
am 1. Februar 2012 um 15:30:32
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menschärgerdichnicht
Als Kind konnte ich nicht so gut verlieren, besonders wütend war ich, wenn ich unmittelbar vor dem Ziel noch
"rausgeworfen" wurde. Meinen Eltern beim Rommee und Mühle usw. zuzusehen, war (jetzt im nachhinein)ein Spiegelbild ihrer Beziehung an sich,beide bekämpften sich u. die Schadenfreude des anderen zu sehen, der eben durch Zufall gewann, schon sehr heftig,das war kein Spiel mehr, das war ein richtiger Kampf ohne Worte u. mit einem nicht ganz gelungenen Lächeln im Gesicht.
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