22.12.2008, 09:27 Uhr | rev
Präimplantationsdiagnostik birgt auch viele gefahren. (Bild: Imago)Bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) testen Mediziner im Reagenzglas erzeugte Embryonen auf Erbkrankheiten oder Chromosomendefekte. Zeigt sich dabei eine mögliche Krankheit, wird der Embryo gegebenenfalls nicht in den Mutterleib eingesetzt. Eine solche Embryonen-Auswahl ist weltweit umstritten und in Deutschland verboten.
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Vor allem Krankheiten, die entstehen, wenn ein Mensch zu viele oder zu wenig Chromosomen (Erbgutträger) hat, können durch die PID erfasst werden. Dazu gehört das Down-Syndrom, bei dem das Chromosom 21 drei statt zwei Mal vorhanden ist. Aufwendiger sind Untersuchungen auf einzelne veränderte Gene, mit denen sich beispielsweise Muskelschwund, Lungen- und Stoffwechselkrankheiten oder Bluterkrankheit feststellen lassen.
In Deutschland werden solche genetischen Untersuchungen bei der sogenannten pränatalen Diagnostik vorgenommen, das heißt bei Untersuchungen während der Schwangerschaft. Dafür werden aus dem Fruchtwasser oder dem Mutterkuchen der Schwangeren Zellen entnommen. Wird dabei ein genetischer Defekt am Embryo festgestellt, ist ein Schwangerschaftsabbruch eine Ermessensfrage. Laut Paragraf 218 ist nicht die zu erwartende Schädigung des Kindes, sondern eine für die Mutter unzumutbare körperliche oder seelische Belastung Ausschlag gebend.
Befürworter der PID hoffen, "Schwangerschaften auf Probe" zu vermeiden. Sie sehen keinen Unterschied zwischen der PID und einer Untersuchung während der Schwangerschaft. Kritiker befürchten dagegen, dass sich die PID nicht nur auf Paare mit einem Risiko für Erbkrankheiten beschränken lässt, sondern auch "Menschen nach Maß", sogenannte Designer-Babys, gezüchtet werden. PID ist in mehreren europäischen Ländern erlaubt.
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Quelle: dpa
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