30.03.2011, 14:26 Uhr | cs
"Öko-Test" hat Zahnputzlernsets auf Schadstoffe untersucht und ist fündig geworden. (Foto: imago)
Wenn Kinder ihre Zähne putzen sollen, ist Ärger meistens programmiert. Abends vor dem Schlafengehen ist der Nachwuchs müde und quengelig, morgens schauen viele Eltern nervös auf die Uhr, weil die Zeit knapp ist. Auf Dauer hilft nur, das Zähneputzen als festes Ritual in den Tagesablauf einzubauen. Zahnärzte empfehlen, die Kinder möglichst früh an das Zähneputzen zu gewöhnen. Im Handel gibt es dafür spezielle Zahnputzlernsets, die aus einer Bürste und einem Massageaufsatz bestehen. "Öko-Test" hat diese Sets auf Schadstoffe untersucht und ist fündig geworden.
Die Zahnpflege gehört seit Generationen zu den Top Five der Streitthemen zwischen Kind und Eltern. Zahnärzte empfehlen daher, Babys schon früh vorsichtig daran zu gewöhnen, dass ihnen ein Fremdkörper im Mund herumfuhrwerkt. Im Handel gibt es für diesen Zweck spezielle Zahnputzlernsets, zu denen in der Regel eine Babyzahnbürste sowie je ein Teil mit einem Massagekopf und einem bürstenähnlichen Aufsatz aus Weichkunststoff gehören.
"Öko-Test" wollte wissen, ob diese Produkte frei von Schadstoffen sind und ob die dazugehörigen Babyzahnbürsten eine kindgerechte Form und Borstenqualität bieten. Die Testergebnisse zeigen jedoch, dass bei den Inhaltsstoffen und den Gebrauchseigenschaften vieles im Argen liegt. Nur zwei Sets sind "sehr gut", die anderen fallen mit "mangelhaften" und "ungenügenden" Ergebnissen durch.
Hauptproblem sind die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige als krebserregend gelten und viele unter Krebsverdacht stehen. Umso ärgerlicher ist es, dass diese ausgerechnet in den Mundstücken stecken. In zwei Produkten wurden dort auch kürzerkettige Kohlenwasserstoffe nachgewiesen. Aus Tierversuchen ist bekannt, dass diese Art von Mineralölbestandteilen zu Ablagerungen und Schäden in der Leber, den Herzklappen und den Lymphknoten führen können. Wie gefährlich die Stoffe wirklich sind, ist noch nicht abschließend erforscht. In den Zahnputzlernsets dienen sie wahrscheinlich als Weichmacher. In einem Kunststoff, den Babys in den Mund nehmen und beknabbern, sollten sie aus Gründen der Vorbeugung nicht eingesetzt werden, meint "Öko-Test".
Dazu kommt, dass die Borsten der meisten Babyzahnbürsten in den Sets nicht sorgfältig abgerundet sind. Die Ergebnisse sind deutlich schlechter als bei Erwachsenen-Zahnbürsten in vorherigen "Öko-Tests". Dabei stellen scharfkantige und spitze Borstenenden bei Kleinkindern noch einmal eine größere Verletzungsgefahr fürs Zahnfleisch dar.
Quelle: Ökotest
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