Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Eltern > Schulkind >

"Rausch ohne Drogen": Tödliche Würgespiele unter Jugendlichen

...

Auf der Suche nach dem Rausch

14.12.2009, 11:16 Uhr

Kinder würgen sich auf Schulhof.Bei Kindern und Jugendlichen wird das "Würgespiel" immer beliebter. (Bild: dpa)Die Nachricht hat viele Verantwortliche im Jugend- und Bildungsbereich aufgeschreckt: Ein 14-jähriger Gymnasiast in Brandenburg ist bei einem sogenannten Würgespiel ums Leben gekommen. Die bisher vor allem in den USA und einigen europäischen Ländern unter Jugendlichen verbreitete Suche nach einem solchen "Rausch ohne Drogen" scheint sich auch unter deutschen Teenagern auszubreiten. Lehrer und Eltern sind bisher offenbar weitgehend ahnungslos.

14-Jähriger stirbt bei "Würgespiel"

"Es ist nicht davon auszugehen, das dies bei uns der einzige Fall war", sagt Stephan Breiding vom Brandenburger Bildungsministerium in Potsdam mit Blick auf den Todesfall. "Dass bisher nichts registriert wurde, kann schlicht daran liegen, dass sonst nichts Ernsteres passiert ist." Aber jetzt hat sich ein 14-Jähriger Schüler in seinem Elternhaus in Schönwalde-Glien im Landkreis Havelland mit einem Strick um den Hals für kurze Zeit die Atemluft genommen und war dabei bewusstlos geworden. Da er allein war, konnte ihn niemand aus seiner Lage befreien. Seine Mutter fand ihn später leblos vor. Auf dem laufenden Computerbildschirm flimmerte noch die Anleitung für ein "Würgespiel".

Zahllose Beschreibungen im Internet

Im Internet finden sich zahllose solcher Beschreibungen, verbunden mit dem Versprechen auf einen Rauschzustand wegen der kurzzeitigen Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr zum Gehirn. "Unter Jugendlichen gilt es als Kick, bei dem Grenzfälle ausgetestet werden sollen", erläutert Breiding. Der Brandenburger Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) will nun eine Aufklärungskampagne über die Gefahren starten. "Wir werden schnell prüfen, wie wir Eltern und Lehrer informieren können", kündigt sein Sprecher an. Wie verbreitet das Spiel in Deutschland ist, können selbst Experten nicht sagen. Kommentare von jungen Internet-Nutzern lassen aber darauf schließen, dass es nicht nur wenige Einzelfälle gibt. "Das ist geil, ich liebe es. War schon mal zehn Minuten ohnmächtig", schreibt beispielsweise der Besucher einer Videoplattform. "Also ich mach' es auch oft", stimmt ein anderer zu.

In Frankreich bereits seit Jahren bekannt

In anderen Ländern hat das gefährliche Spiel schon deutlich mehr Todesfälle verursacht als in Deutschland. Oft vertreiben sich junge Leute auf diese Weise offenbar ihre Pause auf dem Schulhof. Dort würgen sie sich gegenseitig mit einem Schal oder den Armen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC registrierte 82 Jugendliche zwischen sechs und 19 Jahren, die in den Vereinigten Staaten zwischen 1995 und 2007 beim absichtlichen Strangulieren ums Leben kamen. In Frankreich ist das gefährliche Würgen bis zum Umfallen bereits seit Jahren immer wieder ein Thema. Es trägt dort den harmlos klingenden Namen Halstuch-Spiel ("Jeu du foulard"). Jeden Monat soll in Frankreich ein junger Mensch dabei sterben. Dort gibt es bereits seit knapp zehn Jahren eine Vereinigung von Eltern (APEAS), deren Kinder beim "Jeu du foulard" ums Leben kamen. Sie wollen Leben retten, indem sie andere Eltern auf die Gefahren des Spiels hinweisen. Die französische Elternvereinigung schätzt, dass die Dunkelziffer der Todesfälle noch viel größer ist, als die Zahl der bekanntgewordenen Fälle. Etliche würden fälschlicherweise als Selbstmord gedeutet werden. Auch auf Schweizer Schulhöfen soll das Würgen als sogenannte "Ohnmächterlis" die Runde machen.

Offensichtliche Gefahren

Die eigentlich offensichtlichen Gefahren sind vielen Jugendlichen dabei nicht bewusst. "Anhaltendes Würgen kann zu ernsthaften neurologischen Krankheiten oder Tod führen", warnt die US-Behörde CDC. Schon kurze Aussetzer bei der Sauerstoffversorgung des Gehirns könnten bleibende Schäden verursachen. Besonders gefährdet sind diejenigen, die sich nicht mit Freunden, sondern alleine in die Ohnmacht befördern. "Fast alle Kinder, die gestorben sind, spielten das Spiel alleine", berichtet die US-Behörde für den Schutz der öffentlichen Gesundheit CDC. Und auch das Brandenburger Bildungsministerium warnt. "Das ist keine harmlose Mutprobe, wie wenn man von einem hohen Baum springt", sagt Breiding. "Wir reden hier von einer Praxis, die tödlich sein kann."

Eltern meist ahnungslos

Viele Eltern allerdings merken gar nichts von den gefährlichen Spielen ihrer Kinder. Im Brandenburger Fall berichtete die Mutter des Verunglückten der Zeitung "Märkische Allgemeine": "Er hat nie über derartige Dinge gesprochen. Nie hat er geraucht oder uns anderweitig ernstere Sorgen gemacht." Experten mahnen Eltern und Lehrer, auf äußere Anzeichen zu achten, die das Würgen hinterlässt: Unterlaufene Augen, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und rote Flecken am Hals seien Symptome. Und natürlich sollten Mütter und Väter ein Auge darauf haben, welche Seiten ihre Kinder im Internet besuchen.
#


Quelle: dpa , dapd

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

""Rausch ohne Drogen": Tödliche Würgespiele unter Jugendlichen " verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel ""Rausch ohne Drogen": Tödliche Würgespiele unter Jugendlichen " gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (0)

zum Forum

Thema: ""Rausch ohne Drogen": Tödliche Würgespiele unter Jugendlichen "

Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Premium-Freizeitmode
BRAX - Premium-Mode vom Passformspezialisten

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special

Einkaufswelt
Formtop mit Push-up-Effekt
Formtop von neckermann.de

Strafft den Hüft- und Taillenbereich und sorgt für ein volleres Dekolleté - jetzt für 19,99 €. von neckermann.de

Einkaufswelt
Fußball-EM 2012
Perfekt ausgestatten für die Fußball-EM 2012 mit GINGAR.de

Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de

Einkaufswelt
Sexy Kleider & Röcke
Kleider und Röcke für sexy Kurven - von happysize.de

Tolle Kurven perfekt in Szene gesetzt: zauberhafte Damenmode bis Größe 60. zum XXL-Special


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen


Aus anderen Bereichen

Ex-BVB-Großaktionär ist verschwunden
Florian Homm, 2004 als Großaktionär auf der Hauptversammlung von Borussia Dortmund (Quelle: dapd)

Die Welt jagt einen Börsenbetrüger. mehr

Hertha zieht die Fortuna vors Sportgericht
Hertha-Manager Michael Preetz: "Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich."

Berlin kämpft um eine neue Chance. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Eltern-Service
Kinderärzte in Ihrer Nähe
Kinderarztsuche (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fieber, Halsschmerzen, Bauchweh? Hier finden Sie den richtigen Arzt für Ihr Kind. Kinderarzt-Suche

Einkaufswelt
Die neuen Sommer-Trends
Die neuen Sommertrends

Leuchtende Farben und feminine Silhouetten von MADELEINE.

Bettnässen
Therapien bei Bettnässen
 (Quelle: Archiv)

Kalendermethode, Klingelhose, Homöopathie - das sind gängige Therapien gegen Bettnässen.

Die kostenlose Eltern-App
Die T-Online Eltern-App Startseite (Foto: t-online) (Quelle: t-online.de)

Hier finden Sie den Link zum Download. App

Spielen & Freizeit
Unsicheres Spielzeug
Was Verbraucher beim Spielzeugkauf für Kinder wissen sollten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Giftig, mangelhaft, gefährlich? Worauf Eltern beim Spielzeugkauf achten sollten. Spielzeug


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige