26.01.2011, 11:10 Uhr | rev
Die chinesischstämmige Amerikanerin Amy Chua hat in den USA eine Erziehungsdebatte ausgelöst. (Quelle: AP)
Sophia (18) und Lulu (15) durften nie fernsehen, am Computer spielen oder bei Freundinnen übernachten. Sie mussten Mathe lernen und täglich mindestens zwei Stunden Klavier oder Geige üben. Und wehe, sie brachten weniger als eine glatte Eins nach Hause. Klappte es nicht mit dem Geigenspiel, drohte die Mutter damit, Lulus Lieblingsstofftier zu verbrennen. Mit diesem Erziehungskonzept handelte sich die sogenannte "Tiger-Mutter" Amy Chua in den USA wüste Beschimpfungen und sogar Morddrohungen ein. Am 7. Februar erscheint ihr Bestseller "Battle Hymn of the Tiger Mother" in deutscher Übersetzung - und natürlich sorgen die extremen Ansichten der Amerikanerin mit chinesischer Herkunft auch hierzulande für Diskussionsstoff.
Als Passagen aus dem Buch unter dem provokanten Titel "Warum chinesische Mütter überlegen sind" im renommierten "Wall Street Journal" abgedruckt waren, reagierten viele Mommy-Blogger wütend auf Amy Chua. Doch nach der ersten Aufregung ist in den US-Medien und auf den Dinnerpartys des Bildungsbürgertums eine nachdenklichere Diskussion angelaufen. Etwas müsse doch dran sein an den Erziehungsmethoden asiatischer Mütter, deren Kinder so viele der begehrten Studienplätze in Harvard, Yale und Princeton ergattern, heißt es nun.
Auch in Deutschland scheint man sich nicht einig über das strenge Konzept der "Tiger-Mutter" zu sein. Davon zeugen auch die zahlreichen Leser-Kommentare auf t-online.de: Auch wenn sich der Großteil der Leser gegen das Erziehungsideal wendet, gibt es doch viele User, die Chuas Ansichten teilen. So liest man neben Kommentaren wie "Die hat doch echt einen Knall" (Jasmin anna) immer wieder auch Aussagen, die sich gegen eine zu lasche Kindererziehung richten und der heutigen Jugend skeptisch gegenüber stehen: "So ganz Unrecht hat sie ja nicht. Wo diese antiautoritäre Erziehung hinführt, kann man ja auch bei uns an vielen Kindern und Jugendlichen in diesen Zeiten sehen! Die haben nur Blödsinn im Kopf, keinerlei Respekt und für die Zukunft lernen wollen sie auch nicht" (Jens).
So reagieren die Leser von t-online.de auf die "Tiger-Mutter":
Das Ergebnis einer laufenden Abstimmung auf t-online.de zeigt in eine ähnliche Richtung: Nur wenige (5,2 Prozent) der 4180 Internetnutzer, die abstimmten, sind der Ansicht, dass Kinder mit allen erdenklichen Mitteln zu ihrem Glück und zu Erfolg von ihren Eltern gezwungen werden sollten. Allerdings sind es noch weniger (1,9 Prozent), die sich selbst als Anhänger eine antiautoritären Erziehung betrachten. Glaubt man dem Großteil der Leser, liegt die Wahrheit zwischen diesen beiden Extremen: So sagen 40 Prozent der User sagen "Ich bin für eine strenge Erziehung, lehne aber körperliche Züchtigung ab. Die Kinder sollten nicht zu sehr gequält werden". Und sogar 52,3 Prozent finden: "Natürlich brauchen Kinder ein paar grundsätzliche Regeln, aber besonders streng sollten Eltern nicht sein."
Aber auch Amy Chua selbst hat mittlerweile ein wenig eingelenkt: Ihr Buch sei kein Erziehungsratgeber sondern die selbstironische Beschreibung ihrer Erfahrungen als Mutter. Zuletzt habe sie viele Prinzipien aufgeben müssen, weil die jüngere Tochter mit 13 rebellierte.
Ist die "Tiger-Mutter" also bereits gezähmt? Nicht wirklich: "Stünde ich noch einmal vor derselben Aufgabe, ich würde es genauso machen - mit kleinen Korrekturen", sagt Chua. Doch was sie am meisten erstaune, sei die Darstellung ihrer Grundsätze als "chinesisch": "Hart arbeiten, nicht aufgeben, keine Ausflüchte suchen, Verantwortung übernehmen und selbstständig sein - für mich sind das alles uramerikanische Werte", sagt sie.
Quelle: t-online.de , AFP
Oldteacher schrieb:
am 27. Januar 2012 um 20:02:02
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amy chua
Wo sie recht hat, hat sie recht. Man muss doch bloß in unsere Schulen schauen, in manchen Klassen hat jeder Zweite ADHS - nimmt
Medikamente. Die Neben- und Nachwirkungen kennt noch keiner so genau. Langzeitstudien fehlen. Früher gab es auch in Deutschland eine strenge Erziehung. Die so erzogenen haben Deutschland zum Wirtschaftswunderland gemacht. Interessant, dass Besserverdiener englische Schulen wählen, an denen auch militärisch gedrilt wird. warum wohl? Ohne Disziplin geht eben nichts.
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Annie schrieb:
am 29. April 2011 um 20:08:26
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Amy Chua
so ein Glück, dass ich dieses Buch nur geliehen und nicht gekauft habe! Auf 10 Seiten hätte man auch alles sagen können, was es
zu sagen gibt und zwar, dass jedes System seine guten und seine schlechten Seiten hat! Aber diese Mutter ist neurotisch erfolgssüchtig und hat es geschaftt, ihr Buch super zu vermarkten kaum bevor es gedruckt war. Inhaltlich viel überflüssiges und seit wann lassen wir uns von Juristen beraten, was für unsere Kinder am besten ist?
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schüler schrieb:
am 14. März 2011 um 15:09:21
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amy chua
Liebe leser/innen
Ich habe mir das Thema über die erziehung durch meinen Kopf gehen lassen und finde es nicht gut , denn Kinder
kann man nicht zwingen Klavier zu spielen oder immer eine gute note mit nach hause zu bringen. Sie setzt ihre Kinder unter Druck ! Man kann keine perfekten kinder erzwingen sondern die kinder müssen es selber wollen. Deshalb finde ich die erziehung nicht gut !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
PS.bitte um rückmeldung
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