4,3 Prozent weniger Schwangerschaftsabbrüche im dritten Quartal 2009. (Bild: Imago)Bei den Abtreibungen in Deutschland zeichnet sich für 2009 ein Tiefstand ab. In den ersten neun Monaten dieses Jahres brachen 83.879 Frauen eine Schwangerschaft ab, 5,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. In allen drei Quartalen hatte es weniger Abbrüche gegeben als im jeweiligen Vorjahresquartal, zuletzt (Juli bis September) waren es mit rund 26.700 fast 1200 weniger. 2008 hatten 114.500 Frauen abgetrieben - so wenige wie noch nie seit der neuen gesetzlichen Regelung aus dem Jahr 1996.
Knapp fünf Prozent minderjährig
Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, 14 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. Fast acht Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Bei den unter 18-Jährigen (Anteil von knapp fünf Prozent) ging die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche um zwei Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal zurück. 40 Prozent der Schwangeren aller Altersgruppen hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt.
Kaum medizinische Gründe
97 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in rund drei Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (73 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant (97 Prozent), und zwar zu 78 Prozent in gynäkologischen Praxen und zu 19 Prozent ambulant im Krankenhaus. Rund sechs Prozent der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.