03.05.2010, 12:28 Uhr | dpa
Knapp zwei Drittel der adoptierten Kinder sind noch keine fünf Jahre alt. (Bild: Imago) (Quelle: imago)
Nach dem neuem Bevölkerungsbericht der Vereinten Nationen steigt die Zahl der Adoptionen kontinuierlich an. Jährlich werden für 260.000 Kinder neue Eltern eingetragen. Allein 127.000 dieser - und damit die hälfte aller - Adoptionen zählten die Statistiker in den USA. China folgt mit 48.844 und Russland mit 23.108. Deutschland liegt mit 5668 Fällen auf Platz sechs zwischen Großbritannien und Spanien. Insgesamt konzentrieren sich mehr als 86 Prozent aller Adoptionen auf gerade einmal zehn Länder.
Ein Drittel der Fälle in Deutschland waren, laut den UN-Zahlen von 2002, internationale Adoptionen. Dabei seien die meisten Kinder aus Russland gekommen. Bei den 3749 nationalen Adoptionen haben in 3489 Fällen ein Stiefvater oder eine Stiefmutter den Antrag gestellt. Mit 797 Adoptionen auf 100.000 Geburten liegt Deutschland zwar deutlich über dem Durchschnitt, aber weit hinter dem Spitzenreiter USA mit 3156.
Bei den meisten Adoptionen - international wie national - wird das Kind von seinem Stiefvater oder seiner Stiefmutter angenommen. Dabei handelt es sich beispielweise um Kinder aus der ersten Ehe eines neuen Partners. Knapp 85 Prozent der Adoptionen spielten sich innerhalb eines Landes ab. Internationale Adoptionen gewännen aber gerade in den Industriestaaten an Bedeutung. Das habe auch damit zu tun, dass die Zahl der Waisen in den entwickelten Ländern abnehme und die Zahl der Paare, die nach einem Kind suchen, steige.
Die meisten Kinder werden nach dem UN-Bericht aus Asien und Osteuropa nach Nordamerika und Westeuropa vermittelt. Internationale Adoptionen seien auch deshalb so beliebt, weil die vermittelbaren Kinder in den eigenen Ländern selbst zumeist älter seien als von Paaren gewünscht. Die künftigen Eltern seien in der Regel im Alter zwischen 30 und 44 Jahren, die Kinder in knapp zwei Drittel der Fälle jünger als fünf. Weltweit werden dem Bericht zufolge mehr Mädchen als Jungen vermittelt. Zum einen werden in einigen der Länder verstärkt Mädchen zur Adoption freigegeben. Zum anderen sei es so, dass viele Eltern Mädchen für leichter erziehbar halten. Manche Eltern würden aber auch erwarteten, dass ein Mädchen ihnen mehr im Haushalt hilft.
Quelle: dpa
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