07.11.2008, 15:58 Uhr | ruf
ADS-Kinder handeln oft impulsiv. (Bild: Archiv)
Viele ADS-Kinder, die als hyperaktiv eingestuft werden, fallen schon früh durch ihre große Wissbegierde und ihre sprachliche Gewandtheit auf. Sie sind clever, kreativ und erinnern sich an viele Kleinigkeiten. Oft wollen sie aus eigenem Antrieb heraus schon vor der Einschulung das Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. All dies deutet auf eine hohe Intelligenz hin.
Seltener wird gute Intelligenz bei ADS-Patienten des hypoaktiven Typs festgestellt. Diese Kinder sind sehr verträumt und eher still. Hochbegabung bleibt bei ihnen meist unbemerkt. Viele der kleinen Patienten haben Angst vor der Schule, vor anderen Kindern oder auch vor der Trennung von den Eltern. Sie begreifen und handeln eher langsam und sind sehr sensibel. Kritik können sie nur schlecht verarbeiten.
Während das hyperaktive Kind stets neue Inputs verlangt und so von seiner Hyperaktivität profitieren kann, fordern hypoaktive Kinder meist zu wenig. In ihrer eigenen Welt lebend, droht ihre Intelligenz zu verkümmern.
Beide ADS-Typen können, wenn sie überdurchschnittlich intelligent sind, eigene Defizite gut kompensieren. Dem Umfeld bleibt oft lange Zeit verborgen, dass es sich um ein hochbegabtes ADS-Kind handelt. Lediglich das spezielle Verhalten der Kinder eckt gelegentlich an. Die Kinder selbst bemerken hingegen schnell, dass sie "anders“ als andere Kinder sind. Sie sind verunsichert, hilflos und überfordert. Eine häufige Reaktion auf diese Empfindungen ist aggressives oder ängstliches Verhalten. Eltern sollten dieses Verhalten als Zeichen tiefer Verunsicherung interpretieren.
Die hohe Intelligenz vieler ADS-Kinder ist kein Garant für Erfolg in der Schule. Im Gegenteil: Die Behandlungspraxis zeigt, dass ADS-Kinder das Leistungsniveau in der Schule kaum halten und in gute Noten umsetzen kann. Es ist keine Seltenheit, dass hochbegabte Kinder mit ADS auf Hauptschulen oder sogar Lernbehindertenschulen landen, weil ihre Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwäche falsch gedeutet wird.
Quelle: t-online.de
Jule schrieb:
am 31. Januar 2012 um 15:56:51
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ADS und trotzdem hochbegabt/ Wieso "trotzdem"?
Das finde ich ja sehr hilfreich, aber was mache ich den jetzt mit meinem Kind. Ich
habe genau so ein Kind und es gibt keine Einrichtung oder bezahlbare Schule, auf die er gehen könnte mit einem IQ von 150 und Noten zwischen 4 und 5 (auf der Realschule). Mir fehlt hier der Lösungsansatz. Was machen wir in Deutschland mit diesen Kindern. Wo sollen wir Eltern hingehen? Es gibt doch nichts und ich wohne in der Nähe einer Großstadt. Als alleinerziehende Mutter ist eine Privatschule unbezahlbar. Lg BB
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Grazia schrieb:
am 5. Februar 2011 um 04:56:25
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ADS
Meine Tochter bekam das Ritalin es hatte aber bei ihr nicht die gewünschte reaktion , nun bekommt sie Stratera und das schlägt super an
sie kann sich konzentrieren und ist auser in Mathe eine der besten in der Klasse ( Realschule 7 Klasse ).
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Andrea schrieb:
am 4. Februar 2011 um 20:46:40
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ADS und Hochbegabung
Auch ich habe einen Sohn mit ADS und Hochbegabung und einen betroffenen Ehemann. Ohne Ritalin würde unser Sohn heute
nicht studieren. Er kommt im Alltagsleben ganz gut zurecht, kennt sich selbst ja auch ganz gut mit fast 23, aber ohne Ritalin in der Klausurenphase wäre auch kein erfolgreiches Studium möglich . Allerdings auf einer Privatuni, da hier die Voraussetzungen gegeben sind ( Struktur, Anwesenheitspflicht, kleine Gruppen, direkter Kontakt zum Dozent etc.) die er braucht.
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