Bereits geringe Mengen der Ambrosia-Pollen können schwere Krankheiten auslösen. (Bild: Archiv)In Baden-Württemberg hat bereits jeder sechste bis zehnte Grundschüler Allergie-Antikörper gegen die Beifuß-Ambrosie im Blut. Das ergab eine Studie, die in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" veröffentlicht wurde. Die Pollen dieser Pflanze gelten als besonders gefährlich: Bereits geringe Mengen können Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthmaanfälle auslösen.
In der Blütezeit von August bis September bildet jede Beifuß-Ambrosie bis zu 6000 Samen aus, die die gefürchteten Allergene enthalten. Bereits fünf bis zehn Pollen pro Kubikmeter Luft reichen aus, um eine Allergieattacke auszulösen. Gefährdet sind alle Menschen, die sogenannte spezifische IgE-Antikörper gegen das Allergen im Blut haben. Diese erkennen die Allergene der Pollen und veranlassen das Immunsystem zu einer überschießenden Reaktion.
Zehn bis 17 Prozent in Baden-Württemberg haben Antikörper
Seit einigen Jahren lässt das Land Baden-Württemberg die IgE-Antikörper im Blut von Grundschülern der vierten Klasse bestimmen. Überraschendes Ergebnis laut "Deutscher Medizinischer Wochenschrift": Obwohl sich die Beifuß-Ambrosie in Baden-Württemberg noch nicht flächendeckend ausgebreitet hat, haben bereits zehn bis 17 Prozent diese Antikörper, die Allergene von Ambrosia artemisiifolia erkennen.
Risiko an Heuschnupfen oder Asthma zu erkranken
Dies bedeutet aber nicht, dass die Kinder bereits Kontakt zu der Allergiepflanze hatten, wie Thomas Gabrio vom Landesgesundheitsamt Stuttgart betont: Er vermutet vielmehr, dass die Bildung der Antikörper durch andere Pflanzen aus der Familie der Korbblütler angestoßen wurde. Experten sprechen von einer Kreuzreaktivität. Aber auch wenn andere Pollen die Allergiebereitschaft ausgelöst haben, sind die "sensibilisierten" Grundschüler dem Bericht zufolge gefährdet, nach einem ersten Kontakt mit Ambrosia artemisiifolia an Heuschnupfen oder Asthma zu erkranken.