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Allergie: So schützen Sie Ihr Baby und beugen vor

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So schützen Sie Ihr Baby vor Allergien

03.01.2011, 16:01 Uhr | Simone Blaß

Baby trinkt an Brust.

Schon bei Babys kann man späteren Allergien vorbeugen. (Bild: Archiv)

Allergien sind auf dem Vormarsch: Aufgrund neuer Erkenntnisse wurden die so genannten "Leitlinien zur Vorbeugung von Allergien" von Wissenschaftlern überarbeitet. Die daraus resultierenden Empfehlungen unterscheiden sich teilweise massiv vom bisherigen Kenntnisstand. Kinder leiden vor allem an Hautausschlägen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, in manchen Fällen kann man vorbeugen und Risikofaktoren vermeiden.

Allergien sind auf dem Vormarsch

Allein in den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Zahl der von einer Allergie betroffenen Kinder fast verdoppelt. Dabei leiden Babys und Kleinkinder vor allem an Hautausschlägen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Grundsätzlich kann man in jedem Alter eine Allergie entwickeln. Der Körper reagiert dann überempfindlich gegen Umweltstoffe, die normalerweise völlig harmlos sind. Am häufigsten betroffen sind Haut, Verdauungsorgane, Augen und die Atmungsorgane. Die eigentliche Ursache für eine solche Immunreaktion ist nicht bekannt, Risikofaktoren allerdings schon. Einer davon ist die Vererbung. Gerade, wenn in der Familie bereits Allergien aufgetreten sind, sollte man sich mit dem Thema Allergieprävention auseinandersetzen. Denn es scheint durchaus möglich zu sein, einer Allergie vorzubeugen oder sie zumindest herauszuzögern.

Eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft ist wichtig

Viele Schwangere, die ein Allergierisiko bei ihrem Baby vermuten, verzichten bereits während der Schwangerschaft auf allergene Lebensmittel. Nach wie vor wurde aber kein Hinweis darauf gefunden, dass Mütter, die während der Schwangerschaft und Stillzeit auf potenzielle Allergene verzichten, ihr Baby damit vor einer drohenden Allergie schützen könnten. Im Gegenteil, den Müttern könnten so wichtige Nährstoffe fehlen. In der Studie, die von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern durchgeführt wurde, heißt es sogar: „Es gibt Hinweise, dass Fisch in der mütterlichen Ernährung während der Schwangerschaft oder Stillzeit einen protektiven Effekt auf die Entwicklung atopischer Erkrankungen beim Kind hat.“ Er schützt also. Und das, obwohl Fisch genauso wie Nüsse, Hühnereier und Kuhmilch zu den besonders allergieauslösenden Lebensmitteln gehört.

Stillen als Schutz vor Allergien

Gestützt wurde die Annahme, dass Mütter, die ihr Kind mindestens vier Monate lang voll stillen, damit Allergien vorbeugen beziehungsweise das Allergierisiko in den ersten beiden Lebensjahren senken. Empfohlen werden aber nach wie vor sechs Monate. „Muttermilch ist von Natur aus allergenarm und enthält darüber hinaus Stoffe, welche die Darmschleimhaut vor dem Eindringen von Allergenen schützen. Die Besiedelung des Darms gestillter Säuglinge mit Bifidusbakterien könnte bei der Toleranzentwicklung gegen Nahrungsproteine von Bedeutung sein. Bifidus sind gesundheitsfördernde Milchsäurebakterien, die sich im Darm ansiedeln und dort unerwünschte Keime verdrängen.Dadurch fördern sie im Darm die natürlichen Abwehrkräfte. Der positive Einfluss des Stillens auf die Prävention atopischer Erkrankungen wurde in vielen Studien mit ausreichender Evidenz belegt“, so ein Fazit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.  Wer nicht stillen kann oder will, der sollte bei einem erhöhten Allergierisiko des Babys auf hypoallergene Fertignahrung ohne Kuhmilch-Proteine zurückgreifen. Die, so die Forscher, könnte tatsächlich denselben schützenden Effekt haben. Im Gegensatz zu sojabasierter Säuglingsnahrung. Denn die sei zum Zweck der Allergieprävention nicht zu empfehlen.

Allergieauslösende Faktoren meiden

Sobald man zufüttert, sollte man dem Baby Zeit lassen, sich an ein frisch eingeführtes Lebensmittel zu gewöhnen. Auch, wenn viele Eltern es kaum erwarten können, den neuen Esser am Tisch von diesem oder jenem probieren zu lassen und seine Reaktion zu bestaunen. Grundsätzlich ist es besser, nur alle paar Tage ein neues Lebensmittel einzuführen, da man so genau feststellen kann, auf welches Nahrungsmittel das Kind eventuell reagiert. Als problemlos in diesem Zusammenhang gelten Karotten, Pastinaken, Kartoffeln, Reis, Mais und Erbsen. Als Obst werden Äpfel, Birnen, Heidelbeeren und Bananen empfohlen. Besonders allergieauslösende Lebensmittel zu meiden, hat auch bei der Ernährung im ersten Lebensjahr keine wissenschaftliche Grundlage. Ein präventiver Effekt wurde nämlich nicht festgestellt. Im Gegenteil, auch zur Ernährung im ersten Lebensjahr heißt es in den Leitlinien, dass Fisch ein schützender Effekt zukommt.  Als Verbraucher ist man da schnell verunsichert. Sicher ist aber, dass Rauchen und selbst Passivrauchen beim Thema Allergien eine entscheidende Rolle spielen. Genauso wie Diäten in Schwangerschaft und Stillzeit, Schadstoffe in der Innenraumluft, Schimmelpilze, Kfz-Emissionen und bei Risikokindern der direkte Kontakt mit Katzen. Auch gibt es Hinweise darauf, dass die allgemein empfohlenen Impfungen das Allergierisiko senken können.

Übertriebene Sauberkeit schadet nur

Natürlich ist man bemüht, möglichst alles, was dem Kind schaden könnte, aus dem Weg zu räumen. Eine übertriebene Sauberkeit ist dabei aber eher von Nachteil. Das Vermeiden von Teppichböden, waschbare Matratzenauflagen und das regelmäßige Reinigen von Kuscheltieren genügt in der Regel. Denn eine nahezu keimfreie Umgebung sorgt dafür, dass das Immunsystem des Kindes nicht lernt, sich mit den äußeren Einflüssen auseinanderzusetzen und so später darauf mit einer Allergie reagiert. Gestärkt wird es dagegen, wenn das Kind viel und bei jedem Wetter an die frische Luft kommt und Kontakt mit anderen Kindern hat. Auch muss kein Baby täglich gebadet werden. Im Gegenteil, es schädigt die Schutzbarriere der Haut. Ein- bis zweimal in der Woche für wenige Minuten genügt völlig. Spezielle Hautpflegemittel wie Feuchtigkeitscremes sind dabei nicht notwendig. Grundsätzlich gilt, dass man bei Pflegeprodukten und Nahrungsmitteln genau auf die Inhaltsstoffe achten sollte. Auch neue Kleidung sollte schadstoffgeprüft sein und vor dem ersten Tragen mindestens einmal gewaschen werden.

Allergietherapien verzeichnen gute Erfolge

Da die Diagnose bei Babys oft viel schwieriger ist als bei Größeren, ist hier vor allem wichtig, das Kind zu beobachten und bei dem geringsten Verdacht auf ein Allergen, wie zum Beispiel ein bestimmtes Nahrungsmittel, dieses einmal für ein paar Tage wegzulassen. Bessern sich dann die Symptome, so ist das ein guter Hinweis, der mit speziellen Tests vom Arzt abgesichert werden kann. Neben dem Meiden des Allergieauslösers kann man auch auf die verschiedenen Möglichkeiten der Allergietherapie setzen, die teilweise sehr gute Erfolge vorweisen, allerdings aber in der Regel nur die Symptome lindern können.


Quelle: t-online.de

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