18.03.2011, 13:11 Uhr
Lastenfahrräder sind praktisch und für die ganze Familie. (Foto: christianabikes.com)
Von flexibel bis sperrig: Lasten- und Kindertransporträder sind vor allem für große Familien in der Stadt eine Alternative zum Auto. Manche Modelle sind Kinderwagen, Kompaktrad und Anhänger in einem. Doch ohne sicheren Stellplatz werden sie leicht zur Beute von Dieben.
Dass sein Lastenrad einmal zum Statussymbol junger Eltern werden würde, hat sich Lars Engstrøm sicher nicht träumen lassen. Im Kopenhagens "Freistadt" Christiania waren Autos in den 1970er-Jahren verpönt. Seine Kinder wollte Engstrøm dennoch umherkutschieren können. So bastelte der Schmied ein Dreirad mit einem großen Kasten vor dem Lenker. 1984 war es fertig.
Heute wird das "Christiania-Bike" längst in Serie produziert und gilt als Klassiker. Und es hat Nachahmer gefunden, die sich mal mehr, mal weniger am Original orientieren.
Zwar sind Lasten- und Familienräder nach Ansicht des Pressediensts Fahrrad (pd-f) heute immer noch Nischenprodukte, jedoch entscheiden sich immer mehr Eltern für ein solches Gefährt. Zumindest der Hersteller "Christiania" meldet seit Jahren steigende Absatzzahlen. Und tatsächlich: Spätestens, wenn mehrere Pimpfe zum Kindergarten müssen, sind Kindersitze an einem normalen Rad kaum noch praktikabel.
Um dann nicht aufs Auto umsteigen zu müssen, bieten sich neben Kinderanhängern die Lastenräder an. Sogar mit einem Minivan kann es ein Exemplar aufnehmen: Das Transportrad "DeRedding KDV" bietet Platz für acht Kinder in einer verlängerten Box, für Großfamilien und Kitas optimal.
Frauen in Deutschland aber haben im Schnitt laut dem Statistischem Bundesamt nur 1,36 Kinder. Da reichen Räder, wie etwa das "Nihola Family Trike" (ab 2150 Euro) mit Doppelsitzbank aus. Andere Lasten- oder Familienräder gibt es von Zigo, Winther oder Prana. Bis zu vier Mitfahrer - plus Mama oder Papa - finden auf vielen Modellen Platz.
Einen Nachteil haben die Gefährte: "Sie sind groß", sagt Markus Hübner vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Wer keine Garage oder einen sicheren Stellplatz hat, solle die Anschaffung allein wegen der Diebstahlgefahr überdenken. Die Treppe rauf in die sichere Wohnung möchte die vergleichsweise schweren Gefährte wohl niemand hieven.
Vor dem Kauf sollte auch klar sein, wer oder was mit auf Fahrt geht. "Ich würde kein Fahrrad kaufen, das nur zum Transport von Kindern gedacht ist", sagt Gunnar Fehlau vom pd-f. Er empfiehlt Räder mit stabilen Transportboxen, die nicht selten bis zu 100 Kilogramm aushalten.
"Mit ihnen kann man problemlos auch einmal den Kasten Sprudel holen." Gängige Babyschalen können in der Transportbox ebenfalls befestigt werden; oft ist der Kunde dabei aber auf einen Hersteller festgelegt. Sitzbänke sind meist eingebaut.
Das Nutzen der Bank empfiehlt sich jedoch erst, wenn der Nachwuchs aus eigener Kraft sitzen kann. Zu entsprechenden Rädern zählen das in Deutschland nach Angaben des Generalimporteurs "Veloprojekt", meistverkaufte "Christiania-Bike" Modell "Light" (ab 1575 Euro) oder das erwähnte "Nihola Family Trike". Die Sitzschalen kosten extra.
Hübner empfiehlt vor dem Kauf eine Probefahrt mit voller Beladung.So können Fahrverhalten, Bremswirkung und auch der Federungskomfort für alle Passagiere überprüft werden. Generell gilt: Je tiefer Kinder sitzen oder Gepäck verstaut ist, desto satter rollt das Rad. Die beste Bremswirkung entfalten laut Hübner Hydraulikbremsen.
Der amerikanische Hersteller Zigo setzt weniger auf Lastesel-Eigenschaften: Was schon die Bezeichnung seiner Produkte vermuten lässt: Es sind "Kindertransporträder". Die Modelle "Leader X1" und "Leader X2" (ab 1449 Euro) lassen sich wahlweise in einen Kinderwagen oder Jogger verwandeln, in nur 30 Sekunden, verspricht Zigo. Wer das Kinderwagen-Bauteil beiseite stellt, kann mit dem Rest und einem mitgelieferten Vorderrad per Schnellspanner ein Kompaktrad montieren. Das Abteil kann dann an der Kita abgestellt werden und Mutter oder Vater weiter zur Arbeit radeln. Vergleichbar sind die Räder von "Triobike": Das "V2" ist mit einem Einstiegspreis von knapp 2700 Euro aber deutlich teuer.
Das "Kangaroo-Bike" von Winther kann zwar nicht umgebaut werden, dafür sind aber ein Verdeck zum Schutz vor Regen und Sonne, sowie zwei Kindersitze im Lieferumfang. Sie können auch entgegen der Fahrtrichtung installiert werden. Auch eine Tagesmutterversion mit vier Sitzen für Kleinkinder ist im Angebot.
Neben den dreirädrigen Lasten- und Familienrädern haben die Hersteller auch Versionen mit zwei Rädern im Portfolio. Flinker durch manche Lücke im Verkehr kommt man etwa mit dem "Christiania 2-Wheeler" (ab 1610 Euro), dem Cabby von Gazelle (ab 1499 Euro) und dem Wallaroo von Kangaroo-Bikes.
Bei allem Erfindungsreichtum: Für lange Touren sind die gut gefederten, aber schweren Familienräder weniger geeignet. Vor allem, wenn es durch bergiges Terrain geht, wie ADFC-Experte Hübner zu bedenken gibt. Sobald der Nachwuchs selbst in die Pedale treten kann, stehen beim Händler andere Familienräder bereit: Tandems oder auch Trailerbikes, die am elterlichen Fahrrad angekoppelt werden.
Quelle: dpa-tmn
Ben schrieb:
am 29. März 2011 um 10:59:08
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Alter Hut = Stimmt
Lieber die Kurzen kommen in den Lastenesel, anstatt sie frei munter, kreuz und quer mit Laufräder vor und hinter Mom querschießen.
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ewu schrieb:
am 24. März 2011 um 17:38:32
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lastenfahrrad
das gab es schon in fünfziger und sechziger jahren bei einem lesezirkel später mit motot also ein alter HUT
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