08.03.2011, 17:10 Uhr | iri
Wenn ein Kind immer den Klassenclown spielt, hat es möglicherweise Selbstwertprobleme. (Foto: Imago)
Für manche Kinder ist das Klassenzimmer eine Manege. Wie ein Clown machen sie dort ihre Späße, kippeln mit dem Stuhl, reißen Witze und ziehen Grimassen. Und während die Mitschüler vergnügt kichern, geht es mit den schulischen Leistungen des Klassenkaspers rapide bergab. "Wenn ein Kind es mit den Blödeleien im Unterricht übertreibt, auf Kosten anderer Witze macht und über einen längeren Zeitraum nicht aus diesem Verhalten herauskommt, sollte man etwas dagegen unternehmen", sagt Susanne Fink, Diplom-Psychologin beim Schulamt Bad Langensalza in Thüringen. Denn sonst gewöhne sich das Kind schnell an die Aufmerksamkeit, die es durch dieses Benehmen ergattern kann.
Wolle man die Ursachen hinter den übertriebenen Blödeleien entdecken, dürfe man diese nicht nur bei dem Kind selbst suchen. "Auch die Klassenstruktur und das familiäre Umfeld können dazu beitragen, dass sich ein Kind zum Klassenclown entwickelt", sagt Fink. Wichtig sei daher zu beobachten, wann das Kind dieses Verhalten an den Tag legt: "Tritt das Benehmen nur im Klassenverband auf? Oder macht das Kind auch zu Hause häufig Faxen?" Habe man darüber Klarheit, lasse sich leichter erschließen, welche Beweggründe hinter dem Verhalten stecken.
Die Gründe für das auffällige Verhalten können vielfältig sein. Manche Kinder, die in der Schule die Rolle des Klassenclowns spielen, haben Selbstwertprobleme. "Sie versuchen, aus ihrer Isolation herauszukommen, indem sie die anderen zum Lachen bringen", sagt Jürgen Plass, Leiter der Erziehungsberatungsstelle Fulda. Das Problem sei, dass sie sich durch ihr albernes Verhalten auf Dauer wieder selbst isolierten, da die anderen sie nicht mehr ernst nähmen. "Die anderen Kinder sind irgendwann auch genervt von den Kaspereien und wenden sich ab", sagt Plass.
Auch eine Überforderung mit dem Lernstoff könne dazu führen, dass ein Kind sich ausklinkt und herumblödelt. "Genauso kann es auch sein, dass der Unterricht das Kind unterfordert oder dass das Kind besonders kreativ ist und sich deshalb langweilt", sagt Plass. Und nicht zuletzt könnten auch irritierende Veränderungen im Umfeld, beispielsweise die Trennung der Eltern oder die Geburt eines neuen Geschwisterchens, solch ein Verhalten auslösen.
Die Kunst sei, die Signale zu entschlüsseln, die das Kind durch sein Verhalten sende. "Es ist wichtig, dass die Eltern das Gespräch mit dem Lehrer suchen und gemeinsam mit ihm an Lösungsansätzen arbeiten", sagt Plass. Lasse sich die Situation mit dem Klassenlehrer nicht klären, könne es auch sinnvoll sein, den Beratungslehrer oder auch den Schulpsychologischen Dienst zu Rate zu ziehen, ergänzt Susanne Fink.
Manchmal tragen bestimmte Freizeitaktivitäten dazu bei, das Kind aus seiner Rolle als Klassenclown zu befreien. "Es ist oft schon hilfreich, wenn man den Fernsehkonsum des Kindes einschränkt und ihm Alternativen anbietet. In Talkshows am Nachmittag finden Kinder viele schlechte Vorbilder, denen sie nacheifern", sagt Fink. Auch dem Selbstbewusstsein des Kindes tue es gut, im Sportverein oder bei anderen Freizeitaktivitäten Erfolgserlebnisse zu sammeln. Habe das Kind eine besondere künstlerische Begabung, lasse sich diese beispielsweise durch die Teilnahme an einer Theater-AG oder am Schulchor kanalisieren, sagt Jürgen Plass. Möglicherweise könne man diese Tendenz auch kreativ nutzen, indem man dem Kind in der Schule besondere Aufgaben zukommen lasse.
"Klassenclowns können mit ihrem Sinn für Humor auch eine Bereicherung für den Unterricht sein. Aber es ist wichtig, dass die Kinder ihre Grenzen kennen", sagt Plass. Eltern sollten Kindern daher immer wieder Rückmeldung geben, was ihr Verhalten bei ihnen bewirkt: "Macht das Kind beispielsweise Späße auf Kosten anderer, sollten die Eltern ihm erklären, dass sie sich dadurch verletzt fühlen." Konfrontierende Ich-Botschaften seien für das Kind wichtig, um die Tragweite des eigenen Verhaltens zu erkennen.
Quelle: dapd
Ina schrieb:
am 25. März 2011 um 16:48:49
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Klassenclowns
sind oft hochbegabte Kinder, die schlicht unterfordert sind und deren Lehrer schlicht überfordert sind. Mein Bruder hatte im
Kindesalter einen IQ von 140, er war auch der Klassenclown und wäre beinahe auf einer Sonderschule für Lernbehinderte gelandet, weil die Lehrer gar nicht auf die Idee gekommen sind, dass er statt dumm vielleicht zu intelligent war. So kanns auch gehen! Inzwischen ist er Mitte 40 und spricht 5 Sprachen fließend und ist seinen Weg gegangen.
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Tine schrieb:
am 20. März 2011 um 16:40:51
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@Dreifachmutter
Sie scheinen etwas missverstanden zu haben. Ich habe keine Diagnose gestellt und keine Verantwortung abgegeben. Der
theoretische u trockene Unterricht entspricht nicht dem Lerntyp der Kinästheten,da sie über Geruch, Geschmack und Berührung lernen. Sie lernen Regeln auf eine andere Art und Weise.Auch Mathe MÜSSEN sie anfassen, um es zu verstehen. Er hat sich schlicht gelangweilt vor lauter Unverständnis, was einige Kommentare von (ehemaligen) Klassenclowns hier ja bestätigen.
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Mutter zweier Kids schrieb:
am 20. März 2011 um 16:26:53
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@Mutter von drei
Möglicherweise hat ihr Kind eine rechts-links-Blockade im gehirn und benutzt überwiegend seine rechte Gehirnhälfte. Die
Sprache aber wird von der linken Gehirnhäfte gesteuert. Bei meinem Sohn war es auch so. Ich mache mit ihm Brain Gym - Übungen, um die Gehirnhälften zu integrieren. Beim VAK-Verlag sind solche Bücher erhältlich (über den Buchhandel zu beziehen). Oder suchen Sie zusätzlich Unterstützung über einen Kinesiologen, die solche Übungen anleiten. Vermutlich ist ihr Sohn sehr kreativ?
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