14.07.2011, 15:48 Uhr | mmh
Kunst oder ein Verstoß gegen die Menschenwürde? Jugendschützer zeigen sich entsetzt von der Ausstellung. (Foto: Corinna Engel & Christian Kaiser)
Verwahrlosung, Drogen, Sex, Gewalt, Nacktheit, Liebe, Prostitution: "Heroin Kids". Es sind keine schönen Fotos, es sind Schocker, bei denen man wegsehen will, die die aktuelle Ausstellung "Heroin Kids" in Berlin zeigt. Die Bilder und Videos zeigen die schrecklichen Seiten, aber auch die Faszination, die von Drogen ausgeht und wohin diese führen kann. Die Künstler sprechen von einer kranken, kaputten Welt, aber auch von Ästhetik. Der Betrachter hingegen fühlt sich provoziert und irritiert, während Jugendschützer empört auf die Fotos reagieren.
Sie liegt in ihrem eigenen Erbrochenen, fast nackt, die Wimperntusche von den Tränen verschmiert. "Heroin Kids" zeigt nackte Körper, ausgeliefert, vorgeführt, neben Dreck und Verwahrlosung, leere Junkie-Augen und Toiletten voller Erbrochenem. Die Künstler Corinna Engel und Christian Kaiser setzen professionelle Models in Szene, ebenso auch Drogenabhängige. Was nachgestellt und was echt ist, bleibt unklar.
Es fällt schwer, die Ästhetik zu entdecken, die die Künstler beschwören. Sie sprechen von Freiheit in der Nacktheit, von der Entfaltung der Persönlichkeit. Der Betrachter sieht jedoch vor allem gebrochene Persönlichkeiten, hilflose Wracks.
Die Künstler zeigen sich fasziniert von der Jugend im Moment des Niedergangs. "Trotzdem", so betonen Engel und Kaiser, "ist es ein Projekt über Sehnsucht, über Liebe und über Freiheit, über Verzweiflung, über Naivität, über Jungsein, und über An-Träumen-festhalten."
Nicht nur Heroin ist das Ziel der Sucht, es geht auch um Anorexie (Magersucht) oder die Sehnsucht nach Liebe. "'Heroin Kids' macht keine festen Aussagen, es greift die Sehnsüchte Jugendlicher nach Grenzüberschreitung auf, nimmt sie ernst, unterstreicht ein naives Lebensgefühl und zeigt gleichzeitig deutlich, wohin diese Sehnsüchte führen können."
"Heroin Kids" will an die Grenzen gehen, will mit den Mitteln der Kunst das Denken öffnen und andere Sichtweisen zulassen. "Das ist vielleicht nicht pädagogisch wertvoll, aber es ist das Leben", sagen die Künstler über ihre Ausstellung.
Jugenschutzorganisationen zeigen sich entsetzt von "Heroin Kids". Immer wieder versuchen sie die Arbeiten am Bildband zu stoppen und fordern eine Sperrung der Internetseite. Jugendschutz.net sieht in der Ausstellung eine Degradierung junger Frauen zu willenlosen Sexualobjekten und die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) prüft inzwischen, ob sogar Verletzungen gegen die Menschenwürde vorliegen. Die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM) sieht in den Kunstwerken "entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte", die "sozialethisch desorientierend" seien.
Was denken Sie? Wird in der Ausstellung "Heroin Kids" Drogensucht für Jugendliche verherrlicht? Nutzen Sie das Kommentarfeld und teilen Sie uns Ihre Meinung mit oder diskutieren Sie mit anderen Lesern im Elternforum.
Ausstellung "Heroin Kids", Fotos und Videos: Berlin, in der Galerie "Mein Haus am See“, bis Ende Juli.
Quelle: t-online.de
treknor schrieb:
am 13. September 2011 um 18:28:25
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die beste droge der welt
Heroin mag die beste droge der Welt sein.. aber sie macht jeden kaputt der ihr zu nahe kommt. Es gibt weder ein
entkommen noch ein happy-end.. heroin ist das ende. Es ist weder cool, noch ist man frei wenn man sich einmal einen Druck gesetzt hat. Das ist einfach gelogen und es ist unverantwortlich so etwas zu behaupten.
Verbieten sollte man das trotzdem nicht, aber kommentieren und die Betrachter (gleich welchen Alters) jeweils altersgerecht informieren. Es fehlt an Verständnis...
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lena schrieb:
am 26. Juli 2011 um 13:40:50
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heroin
ich musste mir als 13 Jährige 'wir Kinder vom Bahnhof Zoo' angucken. Wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Weiß nicht ob es
damit zusammen hängt, aber ich habe nie Drogen genommen, nicht mal einen Joint. Zigarette probiert und als eklig empfunden. Auch Alkohol konsumiere ich nur selten. Ich denke, meine Kinder werden sich diesen (auch wenn mittlerweile alten) Film ansehen müssen. Wirkt glaube ich mehr, als tägliche Standpauken und Geschwafel
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peter1 schrieb:
am 21. Juli 2011 um 19:25:19
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heroin kids
jürgen heimchen. ich gebe dir vollkommen recht. was mir an den bildern auffällt , mittlerweile wird mit halbnackten mädels auf
das problem aufmerksam gemacht. angezogen geht wohl keiner in die ausstellung.
das ist billig und keine kunst
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