Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Eltern > Jugendliche >

Babybedenkzeit für Teenager: Fünf Tage Eltern auf Probe

...

Schulprojekt: Fünf Tage ein Baby auf Probe

16.01.2012, 09:57 Uhr | mmh

Schulprojekt "Babybedenkzeit": Fünf Tage Elternschaft auf Probe.  (Quelle: t-online.de)

Schulprojekt "Babybedenkzeit": Fünf Tage Elternschaft auf Probe. (Quelle: t-online.de)

Sie schreien, haben Hunger, die Windel ist voll, sie machen Bäuerchen: 24 Stunden Babystress statt Party und Chillen. Wollen Teenager das wirklich? Das Schulprojekt "Elternpraktikum - Babybedenkzeit" will Jugendlichen aufzeigen, was es heißt, Verantwortung für ein Baby zu übernehmen - rund um die Uhr, aber für begrenzte Zeit. So funktioniert das sexualpädagogische Projekt "Eltern auf Probe" mit dem Babysimulator.

Foto-Show: Fünf Tage mit dem Baby-Simulator
6 Bilder von 6

Babybedenkzeit als Schulprojekt

"Am Wochenende haben wir das aber nicht mehr - da will ich nämlich feiern gehen", "Können wir nicht ein Mädchen herholen, das wirklich schwanger ist?", "Ich frage mich, ob es an der Schule eine gibt, die schwanger ist?", "Manche können einfach nicht verhüten!" - das schießt 17-Jährigen durch den Kopf, wenn sie sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, ein "Baby" zu bekommen. Allerdings nur für fünf Tage, dann kommt der Babysimulator wieder in die Kiste und an die nächste Schule. "Elternpraktikum - Babybedenkzeit" heißt das Projekt, das Sozialpädagogen an Schulen durchführen. Das Elternportal von t-online.de konnte Marijke Eppendorfer van Rijn und Catherine Sunder von der Diakonie Darmstadt-Dieburg an eine Schule begleiten.

Mulmige Gedanken

Die zwölf zukünftigen Eltern auf Zeit, elf Mädchen und ein Junge können es kaum erwarten, bis sie ihre "Babys" im Arm halten können. Doch es ist ihnen auch mulmig. Ein Mädchen springt in letzter Minute ab. Sie traut sich die Aufgabe nicht zu. "Du hast abgetrieben", schleudert ihr eine Mitschülerin noch an den Kopf. Ein anderes sucht das Vier-Augen-Gespräch mit der Betreuerin. Ihre Sorge: "Ich bin ja etwas dicker, da tuscheln doch die Nachbarn: 'wir wussten doch gleich, dass die schwanger ist' oder so etwas." Marijke Eppendorfer van Rijn kann ihre Sorgen verstehen. Das Mädchen entscheidet sich trotzdem für das Baby.

Die Geburtsstunde: "Oh wie süüüüß"

Dann endlich werden die Kartons mit der Aufschrift "Realityworks - live it - learn it" geöffnet: "Oh wie süüüüß! " Eindeutig fällt die Reaktion in der Geburtsstunde aus. Endlich halten die Probe-Eltern ihre Babys im Arm. Und schon müssen sie diese wieder abgeben. Wie bei einer echten Geburt, wird das Baby gewogen, vermessen und erhält eine Geburtsurkunde. Jetzt dürfen die Mamis auf Zeit ihrem Baby einen Namen geben. Ob es ein Mädchen oder Junge wird, das können sie allerdings nicht beeinflussen.

Special
Spiel, Spaß und Bewegung für Kleinkinder
Spiel und Bewegung für Kleinkinder (Quelle: Archiv)

Spielerische Bewegung macht Babys und Kleinkindern Spaß und fördert das Lernen. Hier finden Sie viele Anregungen. Special

Das "Baby" ist ein Babysimulator, eine Art Babypuppe mit dem Gewicht und den Maßen eines Neugeborenen. Doch eigentlich ist es ein kleiner Computer: An seinem Rücken ist ein Sensor, der auf einen Chip anspricht, den die "Eltern" an einem Armband ständig bei sich tragen. Jedes Baby hat ein anderes Programm, nach dem es versorgt werden muss: Füttern, Wickeln, Beruhigen, Bäuerchen machen. Schreit es, heißt das: ich habe ein Bedürfnis. Also: Innerhalb von zwei Minuten Chip an den Sensor und sich um das Baby kümmern, rund drei Minuten. Das Baby kann nämlich ziemlich durchdringend schreien, es kann hüsteln, glucksen, nörgeln - und das 24 Stunden am Tag.

Mit dem Babysimulator durch die Stadt

Das bedeutet für die Schüler, nachts aufstehen, mit einer schreienden Babypuppe im Bus fahren, im Wartezimmer ein unechtes Baby füttern, in der Straßenbahn den Simulator wickeln. Nicht ganz der normale Schulalltag. Der Computer zeichnet auf, wie gut oder schlecht die Babys versorgt werden. Am Ende des Projekts werden diese Aufzeichnungen ausgewertet.

Eindringlich warnt Marijke Eppendorfer van Rijn die Schüler: "Geht sorgsam und verantwortungsvoll mit den Babys um! Passt auf sie auf, gebt sie nicht in fremde Hände!" Die Jugendlichen wissen, wie teuer die Simulatoren sind, nämlich rund 1000 Euro das Stück. Sie wissen auch, dass für Nachbarn, Passanten und Polizei das Schreien der Baby-Puppen absolut echt klingt. Wird eine Puppe nicht versorgt, dann schreit sie - eventuell so lange, bis ein Nachbar die Polizei ruft.

Das will das sexualpädagogische Präventions-Projekt

Aufsichtspflicht ist ein Thema in den fünf Tagen, ebenso die Gefahren durch heftiges Schütteln und Vernachlässigung, Rauchen und Alkohol wird angesprochen. Aber vor allem Prävention, Verhüten von frühen Schwangerschaften, Verantwortung für das eigene Leben und das eines Babys.

Teenagerschwangerschaft als Lebensperspektive?

Teenagerschwangerschaften - trotz Aufklärung und vielfältiger Verhütungsmöglichkeiten gibt es viel zu viele. Meist verbauen sie jungen Menschen eine sinnvolle Berufsausbildung und erschweren den Lebensweg. Manchen Jugendlichen ohne Perspektive allerdings erscheint eine Elternschaft als sinnvoller Lebensentwurf, als Alternative zu Arbeitslosigkeit oder mühsamer Ausbildung.

"Es ist ein großer Unterschied, ob wir dieses Projekt in einem Gymnasium oder einer Hauptschule durchführen", weiß Eppendorfer. "Mädchen ohne guten Schulabschluss streben keine berufliche Karriere an. Baby statt Lehre, das erscheint ihnen tatsächlich oft als Alternative, zumindest ist es ein Gedankenspiel."

Augenringe und Schlafmangel: die ersten Erfahrungen

"Kein Wunder, dass mein Vater von uns so genervt war", meint ein Mädchen am nächsten Tag. Weniger sorgfältig geschminkt als am Tag zuvor, verschlafen oder verspätet versammeln sich die Probe-Eltern zum gemeinsamen Frühstück mit Erfahrungsaustausch in der Schule. "Anstrengend", dieses Wort fällt immer wieder. Manche wurden von Passanten angesprochen, manche ließen sich von den Eltern zur Schule fahren, um neugierigen Blicken auszuweichen, die meisten haben "ihre" Babys liebevoll in eigene Strampler und Jäckchen gekleidet. Noch aus der eigenen Kindheit, von Geschwistern, geliehen oder sogar neu gekauft. "Ich sehe gar nicht gut aus, ich habe richtige Augenringe", jammert eine Probe-Mami, "Das wird noch schlimmer", prophezeit ihr Projektleiterin Eppendorfer van Rijn. "Nein, dann habe ich einen Mann, der sich mit kümmert" - "Und wenn der Kerl abhaut?" Es entspinnen sich schnell Diskussionen. Die Mädchen tauchen tief ein in die neue Rolle und die Thematik.

Sie lernen viel: Fakten rund um die Themen Sexualität, Familienplanung, Schwangerschaft, Elternschaft, Babypflege, Kindesmisshandlung. Aber vor allem erleben sie diese Verantwortung. Das Projekt ist extrem realitätsnah.

Lernerfolge durch Erleben

Eine Schülerin wurde von einer fremden Frau in der Bahn angesprochen. "Eigentlich ist es doch schön, dass man durch Kinder mit Menschen ins Gespräch kommt", meint ein Mädchen. "Ja, ich will später Kinder haben", bestätigt Sarah, während sie ihr Baby im Arm wiegt, "aber noch nicht jetzt, ich will erst etwas erreichen, dann ein Baby."

Nach fünf Tagen ist das sexualpädagogische Projekt "Babybedenkzeit" abgeschlossen. Freitag später Nachmittag, die Babysimulatoren sind abgegeben. Entspannt schlendert Valentina durch das Einkaufszentrum, eingehakt bei ihrer Freundin: Mit Baby wäre das nicht so entspannt.


Quelle: t-online.de

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Babybedenkzeit für Teenager: Fünf Tage Eltern auf Probe" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Babybedenkzeit für Teenager: Fünf Tage Eltern auf Probe" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (4)

zum Forum

Thema: "Babybedenkzeit für Teenager: Fünf Tage Eltern auf Probe"

NILS schrieb: am 3. März 2012 um 19:42:20
(12) (0) HABE MEINE BEDENKEN !
ob dieses Projekt auch für ALLE Jungens was ist, aber grundsätzlich bin ich schon für allgemeine gute Projekte, die
dann auch was bringen, denn Aufklärung in viele Bereiche ist eine gute Sache !
mehr Kommentar melden

Tanja schrieb: am 11. Februar 2012 um 21:45:33
(8) (2) Babybedenkzeit
Ich finde das Super. Man sollte das als Projekt an jeder Schule durchführen.

Kommentar melden

CT schrieb: am 23. Januar 2012 um 17:14:32
(5) (1) Baby auf Probe
Man könnte auch durchaus auch mit einem Haustier anfangen. Das will ja auch versorgt und betuttelt werden. In der 8. bis 10.
Klasse könnten Schüler auch mal drei Wochen Praktikum bei kinderreichen Eltern machen, die es wohl in jeder Stadt gibt. Das wäre besser als mit Puppen zu spielen. Und möglichst auch die Jungs mit heranziehen, damit sie gleich wissen, wo der Hase läuft! Nur die wenigsten haben heute noch viele kleinere Geschwister zu betreuen, bis die Eltern von der Arbeit heimkommen.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Premium-Freizeitmode
BRAX - Premium-Mode vom Passformspezialisten

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special

Einkaufswelt
Formtop mit Push-up-Effekt
Formtop von neckermann.de

Strafft den Hüft- und Taillenbereich und sorgt für ein volleres Dekolleté - jetzt für 19,99 €. von neckermann.de

Einkaufswelt
Fußball-EM 2012
Perfekt ausgestatten für die Fußball-EM 2012 mit GINGAR.de

Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de

Einkaufswelt
Sexy Kleider & Röcke
Kleider und Röcke für sexy Kurven - von happysize.de

Tolle Kurven perfekt in Szene gesetzt: zauberhafte Damenmode bis Größe 60. zum XXL-Special


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen


Aus anderen Bereichen

Ex-BVB-Großaktionär ist verschwunden
Florian Homm, 2004 als Großaktionär auf der Hauptversammlung von Borussia Dortmund (Quelle: dapd)

Die Welt jagt einen Börsenbetrüger. mehr

Hertha zieht die Fortuna vors Sportgericht
Hertha-Manager Michael Preetz: "Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich."

Berlin kämpft um eine neue Chance. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Eltern-Newsletter
Rat und Infos für Eltern
Eine glückliche Familie.  (Quelle: imago)

Kostenloser Eltern-Newsletter: der ideale Ratgeber für Sie! Abonnieren

Einkaufswelt
Die neuen Sommer-Trends
Die neuen Sommertrends

Leuchtende Farben und feminine Silhouetten von MADELEINE.

Bestellen Sie hier den Eltern-Newsletter!Folgen Sie uns auf Twitter!Werden Sie Fan von t-online.de auf Facebook!Folgen sie hier dem Eltern-RSS-Feed!
Die kostenlose Eltern-App
Die T-Online Eltern-App Startseite (Foto: t-online) (Quelle: t-online.de)

Hier finden Sie den Link zum Download. App

Bettnässen
Wieder ist das Bett nass
 (Quelle: Archiv)

Kleine Panne oder Krankheit? Ab wann man von Bettnässen spricht. Primäre und sekundäre Enuresis

Eltern-Service
Ferienkalender 2012
Ferienkalender (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schulferien der Bundesländer: Alle freien Tage auf einen Blick. mehr


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige