24.05.2011, 09:43 Uhr | ard, sjm
Christine Bergmann (mitte) ist unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Christine Bergmann, fordert die Anerkennung des den Opfern widerfahrenen Unrechts. Diese Anerkennung sei den Betroffenen am wichtigsten, sagte Bergmann im ARD-"Morgenmagazin". Die Missbrauchsopfer hätten lange schweigen müssen und keine Hilfe bekommen.
Weitere Forderungen der Betroffenen seien mehr Beratungs- und Therapieangebote. Auch das Thema finanzielle Entschädigung sei wichtig, fügte Bergmann hinzu. Nicht alle Therapien, die den Opfern helfen könnten, würden derzeit von den Krankenkassen bezahlt. Das betrifft laut Bergmann insbesondere traumatherapeutische Verfahren. Wichtig sei auch der schnellere Zugang zu Therapien. Eine finanzielle Entschädigung würde zudem auch die Anerkennung der mitunter jahrzehntelangen Leiden der Betroffenen ausdrücken.
Bergmann, die im April 2010 ihre ehrenamtliche Arbeit als Missbrauchsbeauftragte der Regierung aufgenommen hatte, stellt jetzt ihren Abschlussbericht vor. "Ich habe von Leidenswegen erfahren, die ich mir in diesem Ausmaß so nicht habe vorstellen können", sagt sie. "Missbrauch dauert oft ein ganzes Leben, auch wenn die Taten längst vorbei sind", bilanziert die frühere Ministerin, die auch für die Opfer familiären Missbrauchs eine finanzielle Entschädigung fordert. Mehr dazu wird sie in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" berichten. In der Diskussionsrunde "Ein Jahr Kampf gegen sexuellen Missbrauch: Wie machtlos sind wir?" sind auch zu Gast: Stephanie zu Guttenberg, Isabel Brockhofer (Missbrauchsopfer), Björn Becher (Missbrauchsopfer), Johanna Treimer (Sohn wurde missbraucht), Hans-Jochen Jaschke (Hamburger Weihbischhof. Die Sendung beginnt um 22:45 Uhr.
Christine Bergmann und ihre Runde ziehen also am 24. Mai, ein Jahr, nachdem die Bundesregierung sie zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs beauftragte, eine Bilanz. Was ist nach einem Jahr erreicht worden? Nach der heiklen Diskussionsrunde startet um 23:45 Uhr zu diesem Thema eine Dokumentation von Sebastian Bellwinkel, die zwei betroffene Missbrauchsopfer und einen pädophilen Mann begleitet. Die Dokumentation entlarvt zahlreiche Politiker-Forderungen und Beteuerungen als Lippen-Bekenntnisse. Nina F., welche vor 30 Jahren als Kind von ihren Eltern missbraucht worden ist, findet bis heute keine geeignete Therapie. So geht es Zehntausenden in Deutschland, zudem sind oft die Krankenkassen nicht bereit, die Kosten für therapeutische Behandlungen zu übernehmen. Hilfsangebote für pädophile Männer sind gering, trotzdem sparen das zuständige Bundesgesundheitsministerium und die Bundesärztekammer aus Kostengründen weiter ein. Man geht das Risiko ein, dass noch mehr Kinder zu Opfern werden, anstatt sinnvoll in Prävention zu investieren. Ein FDP-Bundestagsabgeordneter aus Schwerin setzt sich deshalb für die frühzeitige Beobachtung von sexuellen Straftätern in einem Gerichtsverfahren ein, da Täter nicht auf Rückfallgefahr untersucht und kaum therapiert werden.
Quelle: t-online.de , dapd
H.E. schrieb:
am 25. Mai 2011 um 19:03:24
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Missbrauchopfer.......
.... ist schrecklich, dass es sooft geschieht, aber den Staat (den Steuerzahler) kann nicht für alles verantwortlich
gemacht werden. Doch die Richter sollten wenigstens bei Verurteilung den Täter zur Zahlung auffordern / verurteilen !
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