Startseite Jetzt bestellen: Call & Surf Comfort, das DSL-Komplettpaket zum Surfen & Telefonieren

Sie sind hier: Home > Eltern >

Betreuungsgeld: Streit um Ideologie und Geld

...

Betreuungsgeld: Streit um Ideologie und Geld

29.12.2009, 10:48 Uhr | Jenni Zwick

Wer kann es besser? Mama oder Kita? (Bild: Imago)

Kinder wachsen in einer herzlosen Umgebung auf, ihnen fehle der Ansprechpartner mit Geduld, „der Wärme ausstrahlt", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) kürzlich in „welt-online“. Kein Wunder - die meisten Eltern verbringen mehr Zeit im Büro als mit ihren Kindern, schwingt in dieser Aussage mit. Wäre es da nicht am besten, wenigstens ein Elternteil bliebe zuhause? Beim Thema "Betreuungsgeld" geht es um Erziehung, Bildung, Familien-Ideale und vor allem um Geld.

Stirbt die klassische Familie?

Die Union versucht Familien zu stärken und die traditionellen Werte aufrecht zu erhalten. Das Bild der klassischen Familie darf nicht aussterben. Mütter, die nicht arbeiten gehen und ihr Kind zuhause betreuen, sollen deshalb gefördert werden - mit dem Betreuungsgeld. Vor allem die CSU will mit Blick auf ihr konservatives Klientel Eltern belohnen, die ihre Kleinkinder daheim erziehen, statt sie tagsüber in Spielgruppen mit Gleichaltrigen zu geben. 150 Euro pro Monat für ein Kind ab dem ersten Jahr - so steht es mittlerweile im Regierungsprogramm 2009-2013.

Bildungspolitischer Rückschritt

Doch die Diskussionen gehen weiter. Die FDP ist nicht glücklich über diese Form der Eigenbetreuungsförderung. Das Betreuungsgeld sei ein „bildungspolitischer Rückschritt“, schimpfte FDP-Vizechefin Cornelia Pieper. Sie halte es für sinnvoller, Eltern Bildungsgutscheine zu geben. Vor allem in bildungsfernen Haushalten kämen Gutscheine den Kindern zugute: "Geld an die Familien mindert die Chancengerechtigkeit, schafft keine Anreize, etwaige Betreuungsangebote anzunehmen, und verstärkt somit soziale Selektion", sagte Pieper der "Frankfurter Rundschau". Soll heißen: Endlich bekämen auch die Kinder von den Förderungen etwas ab, die es wirklich nötig haben: die Kinder von Hartz-IV-Empfängern.

Wem nützt das Erziehungsgehalt?

Während die Politiker sich noch streiten, finden Bildungs- und Arbeitsmarktforscher vernichtende Ergebnisse: Vom geplanten Betreuungsgeld wird kaum eine Mutter Gebrauch machen - zumindest keine berufstätige. Und darüber hinaus werden die Chancen von Kindern aus ohnehin schon bildungsfernen Schichten noch weiter gesenkt, wenn sie nicht in eine Kita gehen. Denn laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung profitieren diese sowie Kinder aus Zuwandererfamilien besonders vom Besuch frühkindlicher Bildungseinrichtungen.

Bildungschancen erhöhen

Die Chance, auf ein Gymnasium zu kommen, erhöhe sich laut Studie bei Krippenkindern aus Migrantenfamilien um 55 Prozent. Bei Kindern, deren Eltern höchstens einen Hauptschulabschluss haben, steige die Wahrscheinlichkeit sogar um hundert Prozent. Das von der Bundesregierung geplante Betreuungsgeld schaffe dagegen gerade für sozial schwache Familien den Anreiz, ihre Kinder nicht in die Krippe zu bringen. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung spricht sogar von einem „bildungspolitischen Schildbürgerstreich". Auch andere Organisationen, darunter Pro Familia, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Deutsche Kinderschutzbund, lehnen die geplante Leistung sowohl als Barzahlung als auch Gutscheinlösung ab. Stattdessen fordern sie von der Bundesregierung, sich auf den Ausbau der Kleinkindbetreuung zu konzentrieren - was für die meisten berufstätigen Mütter mehr Sinn machen würde - vorausgesetzt, die Betreuungsmöglichkeiten sind bezahlbar.

Streit um Geld und Ideologie

Bei dem Streit ums Betreuungsgeld geht es nicht nur um Erziehungsideologien - es geht vor allem ums Geld. Doch mit Blick auf die nächste Generation sollten die wesentlichen Fragen nicht den Finanzen sondern den Kindern gelten: Wer behält die Kinder zuhause? Und weswegen? Fördert das Betreuungsgeld das Wohl der Kinder oder eher die Finanzen der Eltern? Werden die Kinder auf anderem Wege gefördert? Werden die Kinderbetreuungsstätten ausreichend ausgebaut? Bildungs- und sozialpolitisch macht das Betreuungsgeld nur Sinn, wenn gleichzeitig in Kinderbetreuungsstätten investiert wird - nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ. 150 Euro monatlich? Das versickert im Geldbeutel einer Familie unter den täglichen Ausgaben. Die Gesamtsumme im Geldbeutel des Staats - richtig investiert - könnte der Förderung von sozial schwachen Familien und Kindern dienen. Was sich langfristig wieder für die gesamte Gesellschaft rechnen würde. Und das sollte doch Sinn und Zweck sein beim Erhalt von traditionellen Werten.



Jenni Zwick  

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Betreuungsgeld: Streit um Ideologie und Geld" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Betreuungsgeld: Streit um Ideologie und Geld" gefallen hat.

 
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Gefeierter Franzose
Spitzenweine von Hawesko

Sechs Flaschen 2006er Domaine la Casenove + vier Gläser für 39,- € statt 78,30 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Zum Kennenlern-Preis
Qualitätshemden von Walbusch

Zwei Qualitätshemden Ihrer Wahl für nur 50,- € : 5 Jahre Garantie und Retoure kostenlos. zum Special

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Weiche Schale, harter Kern!
Weiche Schale, harter Kern! Mit dem richtigen Gepäck macht der Urlaub doppelt Spaß! Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires von koffer-direkt.de

Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires: Voll gepackt mit guten Preisen von koffer-direkt.de.


Downloads & Shops

Dragon Naturally Speaking Home 11
Dragon NaturallySpeaking Home 11 ohne Hardware

Das PC-Diktat zum Sonderpreis. Download

WISO Sparbuch 2012
WISO Steuer-Sparbuch 2012

Holen Sie das Beste aus der Steuererklärung - Ihr Geld. Download

Drei auf einen Streich
Das Rettungs-Simulationspaket (Quelle: rondomedia)

Polizei-, Feuerwehr- und Rettungswagen-Simulator. Jetzt kaufen

"Die drei Musketiere"
"Die drei Musketiere"

Einer für alle und alle für einen! Neuverfilmung mit Topbesetzung hier!


Aus anderen Bereichen

Größter deutscher Immo-Deal seit Jahren
Mit dem Verkauf von Zehntausenden Wohnungen will die LBBW Milliarden einnehmen (Quelle: dpa)

Stuttgart verliert den Milliardenpoker. mehr

Neuer Sparmotor für Golfrivale Ford Focus
Ford Focus 1.0 Ecoboost (Quelle: Hersteller)

Mini-Benziner so spar- sam wie Diesel. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Eltern-App
Die kostenlose Eltern-App
Eltern-App - Ihr kostenloser Service des deutschlandweit größten Internetportals t-online.de.  (Quelle: t-online.de)

Ihr Ratgeber vor, während und nach der Schwangerschaft. Download

Einkaufswelt
Alles für mein Baby
Alles für mein Baby.

Hipp, hipp, hurra! Über 150 Marken zu günstigen Preisen. zum Special

Bestellen Sie hier den Eltern-Newsletter!Folgen Sie uns auf Twitter!Werden Sie Fan von t-online.de auf Facebook!Folgen sie hier dem Eltern-RSS-Feed!
Eltern-Service
Kinderkrankheiten-Lexikon
Krankes Mädchen mit Fieber-Thermometer im Mund.

Was Eltern über Symptome und Behandlung wissen sollten. Lexikon

Quiz
Namen: Was ist erlaubt?
Baby mit Plastikentchen.

Sie suchen den passenden Namen für Ihr Kind: Welche Namen sind erlaubt? zum Quiz

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige