20.04.2012, 15:30 Uhr | sca
Manche Kinder lernen erst im Schulalter ihre Blase zu kontrollieren. (Quelle: imago)
Die Eltern-Redaktion von t-online.de hat mit zwei Müttern gesprochen, deren Söhne mit zehn beziehungsweise elf Jahren lernten, nachts ihre Blase zu kontrollieren. Sie berichten von ihren Erfahrungen mit dem Bettnässen, den Reaktionen aus der Umwelt, dem Umgang mit Auswärtsübernachtungen und Therapie-Versuchen. Susanne, 44 Jahre alt, ist die Mutter von Jan, heute 14 Jahre alt. Jan hat noch zwei Schwestern, 16 und zehn Jahre alt.
In der vierten Klasse, kurz vorm Schulwechsel, da war er zehn Jahre alt. Bis er ungefähr neuneinhalb Jahre alt war, hat er fast jede Nacht ins Bett gemacht. Dann hat es sich langsam reduziert auf circa einmal die Woche. Tagsüber war er trocken als er dreieinhalb Jahre alt war.
Als er dreieinhalb Jahre alt war, weil damals vom Kindergarten auch Druck gemacht wurde. Denn die Kinder durften ja keine Windeln im Kindergarten anhaben und man stand als Mutter unter Druck.
Wir hatten ein Beratungsgespräch bei einer Psychologin der Caritas, als unser Sohn in der zweiten Klasse war, weil wir keinen Rat wussten. Ich dachte, dass ist doch nicht normal. Die Psychologin hat uns in unserer Handlungsweise bestätigt, dass Druck aufbauen nichts nützt. Sie hat uns erklärt, dass "er durch die Blase weint“, denn er war ein ganz sensibler Junge, das war seine Art mit der Sensibilität umzugehen. Sie hat empfohlen, schon darüber zu reden, zu helfen, das Bett abzuziehen, dass er es nicht alleine machen muss und somit auch nicht als Strafe empfindet. Das Gespräch hat mir das Gefühl genommen, dass ich etwas falsch gemacht habe, von da an konnte ich es besser akzeptieren. Ob das auch bei unserem Sohn den Ausschlag gegeben hat, weiß ich nicht. Aber er brauchte von uns die Sicherheit, dass das okay ist und er keinen Druck bekommt.
Als unser Sohn drei Jahre alt war, haben wir angefangen, einen Kalender zu erstellen mit Sonnen und Wolken. Das hat aber überhaupt nichts gebracht, er konnte den Druck nicht aushalten. Dann habe ich mir den Wecker nachts gestellt, um ihn aufs Klo zu setzen, aber er war nicht wach zu kriegen. Nach circa drei Wochen habe ich damit wieder aufgehört, weil ich gemerkt habe, dass es nicht der richtige Ansatz ist und mir hat auch der Schlaf gefehlt. Wir haben viele Bilderbücher gelesen, waren oft in der Bücherei, da gibt es viele schöne Bücher zu dem Thema. Beim Kinderarzt wurde uns eine Klingelhose vorgeschlagen, aber ich wollte diesen fremdgesteuerten Stress nicht. Außerdem wären seine Geschwister mit aufgeweckt worden.
Ich habe es kaum jemanden erzählt, weil ich belächelt wurde und Reaktionen kamen wie "da läuft was schief bei euch“ und "mein Sohn konnte es schon mit zwei oder drei Jahren“. Außerdem war das Jans ganz persönliche Sache und zu intim, um großartig mit anderen Leuten drüber zu sprechen. In der Kindergruppe habe ich es anfangs mal angesprochen, alle wussten eigentlich nur besser, was man machen sollte. Die anderen Leute bauen sich Fassaden auf, um bloß nicht zuzugeben, dass etwas nicht klappt. Du baust dir und deinem Sohn eine Schutzfunktion auf.
Mich hat es zu Anfang richtig gestört, weil ich dachte, dass das doch nicht normal ist und das ich etwas falsch gemacht habe. Der Aufwand hat mich gestört, das Wäschewaschen. Manchmal habe ich genervt reagiert und gesagt "Scheiße, schon wieder Jan", das hat mir hinterher leidgetan. Ich habe ihm hinterher erklärt, dass es viel Arbeit für mich ist. Gerade nach einer durchstilllten Nacht - seine kleine Schwester war ja schon geboren - fand ich den Wäscheberg manchmal sehr anstrengend. Aber ich habe ihm auch erklärt, dass es einfach bei ihm länger dauert und dass er dafür schon früher laufen konnte, bevor es sein Freund konnte und Ähnliches.
Wenn er bei anderen Familien übernachten wollte, haben wir die Familie involviert. Das waren aber nur zwei Familien, die er schon seit dem Kindergartenalter kannte. Bei anderen Familien hat es sich nicht ergeben. Die Kinder, ein Junge und ein Mädchen, haben auch nie drauf reagiert. Ich habe immer eine große Gummimatte mitgegeben und darüber noch ein großes Handtuch gelegt, so dass das Laken nie nass wurde. Die Eltern haben es dann in eine Mülltüte getan und ich habe es zu Hause gewaschen.
Ja, selbstverständlich. Sonst wäre sein Problem auch noch zur Strafe für ihn geworden. Vor seiner Klassenfahrt in der vierten Klasse haben wir mit dem Lehrer gesprochen. Der hat sehr verständnisvoll reagiert und auch selber ein Gespräch mit unserem Sohn geführt. Das hat Jan sehr geholfen. Als unser Sohn Zweifel hatte, ob er mitfahren solle, machte er ihm Mut und sagte, dass ohne ihn jemand fehlen würde. Außerdem versicherte der Lehrer Jan, dass sie es zusammen hinkriegen würden, ohne dass die anderen Kindern etwas merken. Das hat auch geklappt: Der Lehrer hat auf der Fahrt morgens das Bett fertig gemacht und keines der anderen Kinder hat etwas mitbekommen.
Die Eltern-Redaktion von t-online.de dankt für das Interview.
Interview II: "Wir haben gelernt, es zu akzeptieren"
Die Namen der Mutter und der Kinder wurden von der Redaktion geändert.
Quelle: t-online.de
hausfrau schrieb:
am 25. April 2012 um 17:44:13
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nass
wie ich schon in meinem Kommentar vom 22.4. geschrieben habe, das geht vorbei. Leute, laßt euch nicht verrückt machen, auch wenn es
unangenehm ist. Soviel ich weiß, tritt das Problem bei Jungs häufiger auf als bei Mädchen. Habt ihr schon einmal einen Erwachsenen, normale Verhältnisse vorausgesetzt, mit einer Windel gesehen?
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festus12 schrieb:
am 25. April 2012 um 17:40:16
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Bettnässer
ich hatte das Problem auch mit meinem Sohn. Er hatte aber auch noch ein anderes Problem, wenn er gefallen ist, fehlte ihm der
Abwehrreflex. Mein Hausarzt meinte damals da er ja ein 8 Monatskind wäre, sind die letzten Wirbel nicht zugewachsen, die würden sich erst zu Beginn der Pupertät schließen und dann würde sich das Problem von selber lösen. Genauso war es dann auch. Er wurde sogar Torwart in einer fußballmannschaft, da er auch dann nach allem was ihm zuflog griff
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Glaubnixmehr schrieb:
am 25. April 2012 um 17:24:28
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Bettnässen.
Wir hatten alles hinter uns, Psychologen, die meiner Ansicht nach unseren Sohn komplett verrückt machten. Fachärzte u.s.w. ,
kein Arzt konnte oder wollte uns helfen. Im Internet stieß meine Frau auf ainen Art. ü. eine Hormonstör. in der Hirnanhangdrüse. Wir verl. vom Hausarzt das Medikament NOCOTIL, er fragte nur:" Woher wissen Sie das ?. Von diesem Tag an war unser Problem gelöst. Der Arzt fragte nie mehr nach. Ich werde das Gefühl nicht los ,das unser Sohn für die Ärzte bares Geld wert w
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