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Bewegung, Bewegung, Bewegung - das A und O für die Gesundheit

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Bewegung, Bewegung, Bewegung - das A und O für die Gesundheit

28.10.2011, 17:12 Uhr | Sarah Jasmin Mehrtash

Ob Jung oder Alt, Bewegung ist für die Gesundheit wichtig und sorgt für die richtige Haltung. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Ob Jung oder Alt, Bewegung ist für die Gesundheit wichtig und sorgt für die richtige Haltung. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Gesundheit sollte einen hohen Stellenwert haben, doch wie erhält man sie? Abgesehen von den oft beruflich bedingten Umständen, oder auch der fehlenden Motivation für Bewegung bei Erwachsenen, spielen Kinder kaum noch mit Bewegung. In den Schulpausen beschäftigen sie sich mit ihrem Handy, anstatt zu toben und sitzen in ihrer Freizeit vor dem Computer oder Fernseher. Oft liegt es daran, dass Eltern dies ihren Kindern nicht anders vorleben. Das kann Konsequenzen haben: Diese Trägheit führt bei vielen zu gesundheitlichen Problemen. Erwachsene und auch schon Kinder klagen über stetige Rückenschmerzen. Es gibt viele Ursachen, welche schon vom Babyalter an beginnen.

Zeit lassen mit den ersten Schuhen

Eine Ursache kann das falsche oder zu frühe Schuhwerk haben. Die Füße des Menschen sind stark mit der Gesamthaltung verbunden, da sie mit vielen Sinnen ausgestattet sind: Berührung und Druck, wie auch der Lage- und Bewegungssinn (Propiozeption), welcher dem Nervensystem Signale zur exakten Stellung und Bewegung an alle Körperteile aussendet, bis hin zum kleinsten Zehenglied. Durch diese Wahrnehmung wirkt sich die Bewegung auf den gesamten Ablauf des Gehens aus.

Nicht erst wenn das Kind anfängt zu laufen, ziehen viele Eltern ihren Babys schon Babyschuhe an. "Sie sehen doch so niedlich aus" - so süß sind sie aber nicht, da sich die frühzeitigen Schuhe auch bitter auf das Kind auswirken können. Baby- und Kinderfüße sind noch sehr weich und biegsam. Vor allem in der Wachstumsphase können sich die kleinen Füße verformen, was sich langfristig auf die Körperhaltung und Bewegungsablauf auswirkt.

Barfußlaufen ist gesünder

Barfuß gehen ist gesünder, denn durch das natürliche Abrollen des Fußes, bewegen sich die Zehen viel mehr, als in Schuhen und die Fußmuskulatur wird so viel stärker trainiert. Professor. Dr. med. Fritz Hefti, ehemaliger Chefarzt der "Universitätskinderspitaler beider Basel" äußert sich gegenüber t-online.de: "Meist sind Kinderschuhe ein Anliegen der Schuhindustrie, wie auch eine Norm in unserer Gesellschaft. Es ist muss nicht unbedingt Folgen haben, aber Fakt ist: Es viel gesünder 'Barfuß' zu laufen." Beim Laufen lernen, oder auch vorher ist es nicht sinnvoll noch zusätzlich Gewicht an den Beinen zu tragen, denn Kinder müssen Kraft einsetzen um Gehen und Stehen zu lernen." Deshalb sollen Kleinkinder, wenn überhaupt, erst Schuhe tragen, wenn sie sicher gehen und sich auch stabil auf den Füßen halten können.

Fußgymnastik oder Ausflüge in den Wald helfen

Eltern sollten mit ihren Kinder spielerische Fußgymnastik machen oder öfter mit ihren Kindern in den Wald gehen: "Der Wald ist ein Tummelfeld für Kinder, da gibt es soviel zu entdecken und wenn Kinder die Möglichkeit haben im Wald oder im Garten Barfuss zu spielen oder sie auf Bäume klettern können, ersetzt dies vollkommen die Fußgymnastik." Einlagen hingegen seien eher kontraproduktiv, welches sich in Heftis 60 Jahren Erfahrung bestätigt hat - die Fußwölbung arbeite dadurch sogar noch weniger.

Das richtige Schuhwerk

Laut einer Studie des Deutschen Schuhinstituts tragen 40 Prozent der Kinder Schuhe, die mindestens zwei bis drei Nummern zu groß sind. Dabei spielt der Spar-Faktor eine Rolle. Denn so denken viele Eltern, der Nachwuchs, wächst in kurzer Zeit sowieso darein. Experten betonen diesbezüglich, dass es dadurch zu Zwangshaltungen und Veränderungen der Gang- und Laufbewegungen führen kann.

Nicht nur die Laufschuhe spielen eine wichtige Rolle, auch Hausschuhe müssen die richtige Größe haben.

Tipps zum richtigen Schuhwerk:

Stellen Sie das Kind am besten nachmittags - wenn die Füße am breitesten sind - auf eine Pappe und ziehen Sie mit einem Stift den Umriss des Fußes. Dabei sollte der Spielraum der Pappe ca. 12 mm - 17 mm groß sein, damit später im Schuh genug Platz für die Füße ist. Schneiden Sie im Anschluss die Schablone aus, welche sie mit zum Schuhkauf nehmen sollten, da die Schuhgröße im Handel nicht immer gleich ausfällt. Wenn das Kind die Schuhe an hat, kontrollieren Sie von außen, vorne am Schuh, mit Ihren Fingern, ob die der Große Zeh genau ein Daumenbreite Platz hat.

  • Machen Sie den "Flexi-Test". Biegen sie das Schuhmodell mit einer Hand. Wenn es keine Schwierigkeiten dabei gibt, ist der Schuh genau richtig.
  • Prüfen Sie den Schuh von innen, ob Nähte oder Kanten die Füße Ihres Kindes belasten könnten.
  • Erstellen Sie alle drei Monate eine Fußschablone Ihres Kindes. So können Sie austesten, ob der Fuß noch genug Platz im Schuh hat.

Trotzdem sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind oft genug Barfuß läuft, wenn Schuhe nicht notwendig sind. Forschungsergebnisse einer Studie ergaben, dass sich die Füße durch Schuhe 30 Prozent weniger beugen. Das gilt auch für die Erwachsenen.

Gleichbleibende Haltung löst Rückenprobleme aus

Nicht nur das falsche oder zu frühe Schuhwerk ist ein Faktor, welches Probleme mit dem Rücken auslösen kann. Beispielsweise habe Kinder in der Schule, wie auch Erwachsene im Büro und Autofahrer, welche viel fahren müssen, oft Rückenprobleme. "Im Prinzip gibt es nicht einmal die richtige Haltung. Durch die permanente gleiche Haltung kommt es zu Verspannungen und Rückenschmerzen. Durch die Dauerspannung wird der Muskel zusätzlich kleiner. So entsteht eine Fehlhaltung. Von daher ist die Bewegung das A. und O. - immer zwischendurch die Haltung ändern." sagt Hefti. Experten empfehlen die Sitzposition auf dem Stuhl zu wechseln, damit die Belastung der Wirbelsäule unterschiedlich ist. Mit Sport und Gymnastik kann man den Rücken zusätzlich stärken.

Achten Sie auch bei Ihrem Kind auf das richtige Bett. Es darf weder zu hart noch zu weich sein. Erklären Sie Ihrem Kind, wenn es häufig an Rückenschmerzen leidet, wie es seinen Rücken mit Bewegung schonen kann.

Zu wenig Alltagsbewegung belastet den Körper

"Unser Körper ist dafür konzipiert, dass er sich bewegt. Wir bekommen aber heutzutage alles erleichtert, auch durch technische Hilfsgeräte. Da muss was geändert werden, sagt Professor Hefti dazu und pointiert: " 50 Prozent der Kinder heut zu Tage klagen über Rückenschmerzen. Es ist ganz einfach woran das liegt: 'Es fehlt Alltagsbewegung'.

Übergewicht belastet den Rücken

Viele Kinder, wie auch Erwachsene leiden an Übergewicht. Fettleibigkeit ist eine der häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen, denn die Wirbelsäule wird durch das eigene Gewicht zusammengepresst, weil die Muskeln nicht genug Widerstand bieten können. Dadurch werden Bandscheiben belastet und verschleißen vorzeitig: "Da hilft nur Sport und Bewegung.", sagt der Kinderorthopäde Professor Hefti.

Kinder, wie auch Erwachsene, sollte sich also sportlich betätigen, um die Muskulatur zu stärken und für die Gewichtsreduktion. Auch regelmäßige Bewegung im Alltag wirkt unterstützend. Oft sind die Freizeitaktivitäten nur noch vor dem Fernsehe, Computer. Es wird nicht mehr regelmäßige gegessen und jeder bedient sich nur noch bei Bedarf am Kühlschrank. Aber das erzeugt ein unregelmäßiges Essverhalten, welches zur Gewichtszunahme führen kann. Regelmäßige Spaziergänge oder Fahrradtouren machen Spaß, bringen Bewegung und helfen beim Stressabbau. Auch der Schulweg, oder der Weg zur Arbeit, sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Wenn die Schule oder der Arbeitsplatz jedoch weit weg ist, sollte zumindest ein Teil der Strecke zu Fuß zurückgelegt werden.

Um die Wirbelsäule zu entlasten müssen Übergewichtig wieder ihr Normalgewicht erlangen. Unabhängig vom Sport und Bewegung muss das Essverhalten durch regelmäßige Malzeiten und die richtigen Nahrungsmittel verändert werden.

"Falschen Haltung" entsteht hauptsächlich durch Bewegungsmangel, deshalb rät Professor Hefti: "Bewegung, Bewegung und nochmals Bewegung." Denn Bewegung in der Kindheit, wie auch im Erwachsenen Dasein stärkt die Muskulatur im ganzen Körper, sodass kaum noch Beschwerden entstehen können.


Quelle: t-online.de

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