02.02.2009, 16:34 Uhr | das geflügelte wort
Dieses Buch ist optimal, um sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Was ist Übergewicht, wo beginnt es, wie kann man es behandeln und in welcher Beziehung stehen Ernährung und Bewegung? Dr. Stephan Valentin ist Kinderpsychologe und er geht das Problem sehr umfassend an: Er untersucht die gesellschaftlichen Ursachen und gibt Tipps zur Behandlung. Vor allem aber hat er ein ausführliches Adressenverzeichnis zusammengetragen. Adressen für stationäre Therapieeinrichtungen finden sich hier genauso wie Ernährungsberatungen. Besonders interessant ist das Kapitel über das Essverhalten im Wandel der Zeit.
Während sich die meisten Bücher zum Thema eher mit den theoretischen Aspekten beschäftigen, verfolgt dieses Buch einen sehr praktischen Ansatz. Übersichtlich aufgemacht mit sehr vielen Schautafeln und prägnanten Zusammenfassungen stellt es sowohl ‚obeldicks‘, ein ganzheitliches Erziehungs- und Trainingsprogramm als auch ‚optimix‘, ein speziell entwickeltes Ernährungskonzept vor. Die Kinder lernen so gemeinsam mit ihren Eltern, welche Lebensmittel sinnvoll sind und welche nicht, sie beschäftigen sich mit Ernährungspyramiden und –ampeln und erkennen mithilfe von Übungen, was satt macht und wie man ‚satt‘ von ‚pappsatt‘ unterscheidet. Die Tipps sind auch im Alltag gut umsetzbar, es wird nicht zu viel von den Kindern verlangt und auch die eine oder andere ‚Sünde‘ ist mal erlaubt. Wenn das Kind erkannt hat, dass ein einfacher Hamburger bereits gesünder ist als mancher Big Burger, dann ist es bereits einen großen Schritt weiter. Neben einigen Rezepten gibt es auch eine Literaturliste für ergänzende Lektüre.
Fridolin ist dick, richtig dick. Und in der neuen Schule wird er dauernd gehänselt. Freunde hat er keine, sein Vater hat eine neue Familie und seine Mutter sowie seine Oma sind ebenfalls dick und sehen darin überhaupt kein Problem. Fridolin verbringt seine Freizeit mit Schokoriegeln vor dem Computer, auf dem er Buch führt über all die Schimpfwörter von Hängebauchschwein bis Monster E.T. Doch dann begegnet er Tiffany. Sie ist ebenfalls eine Außenseiterin, wenn auch eher mit Unter- als mit Übergewicht. Eine seltsame Einzelgängerin, die sich nicht hinter die Kulissen schauen lässt. Doch langsam freunden sich die beiden an. Und Tiffany gelingt es, Fridolin aus seinem Teufelskreis herauszuholen. Das Mädchen geht dabei nicht gerade subtil vor, im Gegenteil, sie konfrontiert Fridolin mit seinen Ängsten. Damit schafft Tiffany es, der ganzen Familie die Augen zu öffnen. Ihre eigenen Probleme allerdings sind nicht mit einer Ernährungsumstellung und Bewegung zu lösen. Aber gemeinsam gelingt es ihnen und sie verdienen sich das Happy End. Ein sehr direktes aber trotzdem sensibles Buch aus der Feder der bekannten Kinderbuchautorin Jana Frey. Sie arbeitet durchaus mit gängigen Klischees, schafft es aber, damit genau den richtigen Ton zu treffen. Nicht belehrend, nicht beschönigend, aber auch nicht zu fantastisch. Besonders gut gelungen sind die Passagen mit Fridolins zweijährigem Onkel Giovanni, der im Laufe der Geschichte so ganz nebenbei lernt, dass ‚güne Fuffzerke‘ nicht wirklich die perfekte Hauptmahlzeit sind.
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