01.07.2011, 11:58 Uhr
Sozialbenachteiligte Eltern werden durch Familienhebammen unterstützt. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Der Bund will Länder und Kommunen für den Einsatz von speziellen Familienhebammen gewinnen, um gemeinsam gegen Kindesvernachlässigung in problematischen Familien vorzugehen. Familien-Staatssekretär Hermann Kues (CDU) appellierte bei der ersten Lesung des geplanten Kindesschutzgesetzes im Bundestag an die Länder, dem Gesetz im Bundesrat nicht die Zustimmung zu verweigern.
Der Bund sei offen für weitere Vorschläge der Länder, sagte Kues. Er betonte: "Einen besseren Kinderschutz kann es allerdings nicht zum Nulltarif geben." Über das geplante Gesetz besteht zwischen Koalition und Opposition im Bundestag grundsätzlich Einvernehmen - ebenso im Bundesrat.
Umstritten ist allerdings die Finanzierung der Familienhebammen. Für eine vierjährige Startphase des Projektes will der Bund 120 Millionen Euro zahlen. SPD-Fraktionsvize Dagmar Ziegler sagte: "Bei einem Gesetz muss aber die dauerhafte Finanzierung garantiert werden."
Mit dem Gesetz sollen Konsequenzen aus einer Reihe spektakulärer Fälle von Kindesmisshandlung aus den vergangenen Jahren gezogen werden, die zum Teil tödlich ausgingen. Ein erster Anlauf für ein neues Gesetz war in der vergangenen Wahlperiode gescheitert.
Quelle: dpa
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