17.03.2011, 16:10 Uhr | mmh
Mütter am Ende: Überdreht, überspannt, hysterisch, erschöpft. (Foto: imago)
Burn-out galt lange Zeit als reine Manager-Krankheit. Inzwischen wissen Mediziner, dass besonders auch berufstätige Mütter von diesem Burn-out-Syndrom betroffen sind. Kinder fordern eine 24-Stunden-Bereitschaft und das zehrt. Mütter müssen funktionieren, gerade deshalb sind sie gefährdet. Wo ist die Grenze zwischen Stress und Burn-Out? Testen Sie, ob Sie gefährdet sind: Das sind die Warnsignale.
Wie süß die kleine Lisa aussieht in dem weißen Kleidchen, der Tisch ist gedeckt, das Kuchenbuffet bestückt, gleich geht es zur Kirche. Die großen Geschwister haben sich für die Taufe herausgeputzt, Papa zupft noch an der Weste des Sohnes herum. Alle warten auf Mama. Ein Rumpeln - was war das? Es kam aus dem Badezimmer. Nina liegt am Boden, die Schmink-Utensilien neben sich verstreut, sie wollte sich nur schnell noch zurecht machen. Die Augenringe überschminken, nach der Nacht, in der sie fünf Kuchen gebacken hat, Blumengestecke arrangiert, zweimal gestillt und kaum geschlafen hat. Es sollte alles perfekt sein. Es war wohl der Tropfen, der das Fass der Überforderung zum Überlaufen gebracht hat. Die Taufe fand ohne Nina statt. Sie verbrachte die nächsten Tage im Krankenhaus. Diagnose: Burn-out.
Nina ist eine Perfektionistin. Die T-Shirts der Kinder sind immer exakt gebügelt, die Aufgaben für ihr Fernstudium genau ausgearbeitet, das Essen gesund, der Tisch adrett gedeckt, die Wohnung ordentlich. Doch nie reicht die Zeit. Nachts fällt sie todmüde in ihr Bett, schläft wie ein Stein und wacht trotzdem nicht erholt auf. Sie darf nicht krank werden, ohne sie läuft hier doch nichts. Doch jetzt muss es ohne sie laufen. Die Taufe war nicht besonders fröhlich, ihr Kuchen blieb übrig. Aber für Nina markierte die Taufe einen Neuanfang.
Hätte sie die Warnsignale bemerken sollen? Waren ihre Ansprüche an sich selbst zu hoch? Vielleicht. Aber Nina kennt sich gut genug, um zu wissen, sie hätte trotzdem nicht die Notbremse gezogen. Das ist das Typische an diesem Syndrom, egal ob Firmenmanager oder Familienmanagerin.
Das sind die Warnsignale:
Jeder hat mal Stress-Phasen oder fühlt sich überfordert, doch Burn-out ist anders. Zum Stress kommt noch Frustration, dauernde Mehrfachbelastung ohne Unterstützung, negatives Feedback, hohe Ansprüche an sich selbst, hohe Leistungsansprüche, Unfähigkeit zu delegieren, mangelnde Anerkennung, Frust.
Viele beschreiben den Zustand als "bleierne Schwere", ihnen fehlt der Antrieb, sie sind ständig gereizt und teilnahmslos, andere putschen sich mit Kaffee und Zigaretten auf, ihnen fällt es schwer abzuschalten. Das Hamsterrad darf nie stillstehen, aber die Batterie ist leer. Kommt Herzrasen zu den Symptomen hinzu, ist es höchste Zeit zum Arzt zu gehen.
Jede fünfte Mutter ist von Burn-out betroffen, über zehn Prozent aller Krankheitsstände bei Frauen haben psychische Ursachen udn doch tun sich Ärzte schwer, Burn out zu attestieren.
Nina ist ein typischer Fall, gerade Menschen mit ihrer Persönlichkeitsstruktur sind anfällig für Burn-out. Menschen, die gerne helfen, die ADHS haben oder solche, die immer um Anerkennung kämpfen. Gerade Mütter reiben sich auf, wollen den Haushalt perfekt haben, die Kinder bestens fördern, sich im Elternbeirat engagieren, den Kuchen für das Kindergartenfest backen, das Haus renovieren .... Und erhalten am Ende für ihre Leistung kaum Anerkennung, weder ideell noch finanziell.
Es gibt spezielle Burn-out Präventionskurse, die von Krankenkassen bezuschusst werden. Doch auch im Alltag ist es wichtig, die Abläufe neu zu strukturieren:
Es tat sich viel in Ninas Familie: Papa geht jetzt mit den Kindern zum Spielplatz, nachmittags wenn die kleine Lisa schläft, ruht Nina sich aus oder lernt für die Uni, nicht mehr nachts wie zuvor. Am Wochenende gehören vier Stunden ihr alleine: Da ist Wellness, Kaffeetrinken mit Freunden, Baden, Friseur oder Fitness-Studio angesagt. "Da muss ich mich schon wieder bremsen", sagt die 36-Jährige. "Ich will alle Gewichte auf einmal stemmen, alle Step-Übungen perfekt machen und habe natürlich gleich einen Zweijahres-Vertrag abgeschlossen."
Auch einen Babysitter haben sie gelegentlich. Dann ist Kino oder Essengehen angesagt, dann fühlen sich Nina und ihr Mann endlich mal wieder als Paar und nicht nur als Eltern. Auch wenn es ihnen anfangs schwer gefallen ist, überhaupt ein anderes Thema als die Kinder zu finden.
Quelle: t-online.de
Patrick schrieb:
am 23. März 2011 um 15:36:20
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Stress
Dieses Gejammer. WER fragt eigentlich mal nach, wie es uns alleinerziehenden V Ä T E R N !!!!! geht????? Interessiert keinen, aber
MUTTI,ja, MUTTI; der Gott schon
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Frau schrieb:
am 23. März 2011 um 15:31:19
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selber schuld
die meisten Frauen setzen sich selber unter Druck.Versucht mal mit ein bisschen gelassenheit.Das geht auch:)
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CT schrieb:
am 21. März 2011 um 22:37:25
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Burn-out
an einige der männlichen Kommentierer. Wie wärs mal zur Abwechslung, zuhause mit anzupacken statt flotte Sprüche zu klopfen und
in die Kneipe zu rennen? Dann wären Eure Frauen nicht so kaputt und unzufrieden. Außerdem ist für die meisten Jüngeren das Hausfrauendasein nicht mehr das Ziel aller Träume. Unsere Mütter waren genauso gestreßt und kaputt, nur wurde das einfach als Hysterie abgetan. Was uns am meisten ankotzt, ist nicht geachtet, gewürdigt und respektiert und nur ausgenutzt zu werden!
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