11.11.2008, 15:25 Uhr | mmh
Gemeinsam am Computer spielen und lernen. (Foto: ComputerSpielSchule)
Digitale Spiele gehören heute fest zum Medienalltag von Kindern und Jugendlichen. Aber Eltern und pädagogisch Verantwortliche stehen dieser neuen Computerspiel- und Unterhaltungskultur oft distanziert gegenüber. Die neue ComputerSpielSchule Leipzig soll ein Verbindungselement dieser Welten werden. Sie steht offen für Kinder und Jugendliche, Eltern und Pädagogen.
In dieser ersten ComputerSpielSchule können Kinder ihre Eltern und Lehrer in die Welt der virtuellen Spiele einführen.Gemeinsames Spielen am Computer aber auch an Konsolen steht dabei im Vordergrund. "Schulen sollen ja für Leute da sein, die von einer Sache nichts verstehen", sagte Hartmut Warkus, Medienpädagoge an der Universität Leipzig und einer der Väter des Projekts. Bei Computerspielen sind sicher die Kinder „gelehrter“ als die Eltern.
Eltern und Pädagogen können sich Wissen rund um Computerspiele aneignen, beispielsweise zu Jugendmedienschutz, Spielegenre und Spieleplattformen. Sie können Spielewelten selbst erleben. Die Kinder und Jugendlichen sollen unter Anleitung befähigt werden, ihre eigenen Kompetenzen rund um das Computerspielen an Eltern und Pädagogen weiter zu geben. Gleichzeitig ist die ComputerSpielSchule Leipzig Ort für Forschung und Entwicklung in der Region. Initiiert und umgesetzt wird dieses Angebot durch die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, die Leipziger Messe, die Stadt Leipzig und die Universität Leipzig.
Die Wissenschaftler wollen erforschen, welche Kompetenzen Computerspieler entwickeln, dabei geht es um das Zurechtfinden in 3-D-Welten, um die Auge-Hand-Koordination bis hin zur Entwicklung sozialer und kommunikativer Kompetenz.
Betreut werden die Besucher der ComputerSpielSchule von Studenten. Sie alle haben Erfahrung mit Computerspielen. Zudem wurden Regeln aufgestellt: Höchstens zwei Stunden am Stück spielen, Kinder und Jugendliche müssen zwei Euro bezahlen, wenn sie nicht in Begleitung ihrer Eltern zum Spielen kommen. Schließlich sollten Eltern ja mitbekommen, wie man den Umgang mit Computerspielen auch im Alltag pädagogisch sinnvoll einbauen kann, beispielsweise als Belohnung für das konzentrierte Erledigen der Hausaufgaben. Die Erfinder der Leipziger ComputerSpielSchule wünschen sich ausdrücklich Nachahmer. Man könnte die bestehenden Pools der Schulen nutzen und Kinder und Eltern gemeinsam unter Anleitung spielen lassen. In Leipzig übernahmen die Studenten der Universität die Renovierung der Räume selbst, ehrenamtlich. Für die Ausrüstung der Schule mit Rechnern und Spielekonsolen sorgte die Leipziger Messe.
mmh
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