09.02.2009, 13:48 Uhr | mmh
Cyber-Mobbing: Mehr als Schulhof-Hänselei. (Bild: Imago)
Sie machen sich gegenseitig runter und die ganze Schule liest mit: Im Internet beschimpfen sich Jugendliche immer öfter ohne Rücksicht auf Verluste, sagte der Bremer Medienpädagoge Markus Gerstmann. Was früher eine Schulhof-Hänselei blieb, ende heute in virtuellen Gemeinschaften in regelrechten Hassgruppen. "Das sind die neuen Möglichkeiten des Web 2.0, die Jugendlichen nutzen sie, aber übertragen nicht die üblichen Umgangsformen darauf."#
Studien zufolge war jeder vierte bis fünfte Schüler schon vom sogenannten Cybermobbing betroffen - mit zum Teil gravierenden Folgen, wie Gerstman sagt: "Für die Kinder bricht die Welt zusammen. Sie können sich nicht wehren, brechen in der Schule zusammen." Das Problem steht deshalb im Zentrum des "Safer Internet Day". Bundesweit sind Schulen aufgerufen, über Cyber-Mobbing in den Klassen zu diskutieren.
Online-Communities wie "SchülerVZ", "Wer kennt wen" und "Lokalisten" seien aus dem Alltag der meisten Schüler nicht mehr wegzudenken, sagt Gerstman. Deshalb ende das Mobbing nicht an der Schultür. "Ich habe keine Rückzugsmöglichkeit mehr", erklärte Gerstmann. "Ich komme aus der Schule, mache Handy und Internet an und finde Kommentare über mich." Die virtuellen Attacken blieben auch kaum jemandem verborgen: "Früher war das Ärgern auf die Klasse beschränkt, jetzt weiß es gleich die ganze Schule." Selbst ein Schulwechsel bringe Betroffenen nichts mehr, weil dort der Neue zunächst im Netz erkundet werde.
"Es ist ein pubertäres Problem", sagt Gerstmann, es gehe ums Abgrenzen, das Identitäten- und Cliquenbilden - doch mit deutlich durchschlagender Wirkung. "Das gesprochene Wort ist vergänglich. Im Internet ist es wie in Stein gemeißelt." Kritisches komme im Netz viel schärfer rüber, Ironie werde oft nicht erkannt. "Viele mobben aus Unwissenheit, dass das so eine große Wirkung hat."
Gerstmann will Schülern das Netz nicht verbieten, rät aber zu gewissen Regeln: Keine privaten Fotos einstellen, sein Profil nur auf Anfrage zeigen, nicht bei jedem Angriff Contra geben. "Generell gilt: Äußere Dich mit Bedacht. Und wende Dich an Erwachsene." Eltern hätten jedoch selten Ahnung von den Communities, beklagte Gerstmann. Sie müssten sich technisch auf dem Laufenden halten, etwa durch Schulungen. Viele Schulen bieten einmal pro Schuljahr einen Vortrag zur Sicherheit im Internet an, Referenten sind Medienpädagogen oder Polizisten. Falls nicht, kann man das über den Elternbeirat anregen. Im US-Bundesstaat Missouri beispielsweise gilt Cyber-Mobbing als Straftatbestand, seit 2007. Auslöser war der Selbstmord eines 13jährigen Mädchens, ein Opfer von Cyber-Mobbing.
Für die erste Orientierung kann man sich auch mal im Netz umsehen. Die Initiative "seitenstark" beispielsweise gibt Tipps, wie man sich bei Cyber-Mobbing verhalten kann, www.mobbing.seitenstark.de. Auf jeden Fall gilt für Kinder: Nicht schweigen, sich Erwachsenen anvertrauen. Und Beweise sichern, so dass sie auch offline verfügbar sind.
Quelle: dpa
Klaase schrieb:
am 22. Juni 2011 um 10:52:53
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Möglichkeiten des Web 2.0
Kinder sind längst keine Kinder mehr wie wir sie aus unserer eigenen Kindheit kennen und verharmlosen sollte man
die Sache auch nicht ständig,das nervt total.Jetzt brauchen wir uns auch nicht wundern,dass sowas passiert.Schließlich haben wirn ihnen das Internet ja in die Hände gegeben und das geschieht sogar immer früher.Es sollte sich lieber mal jeder Gedanken machen wie er sowas verhindern kann bei eignen Kindern und ob nicht endlich mal die Jugendstrafen verschärft werden sollten!
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