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Cybermobbing: Opfer oder Täter - Eltern können wählen

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Eltern müssen handeln: Jedes Kind sollte stark sein

26.04.2011, 15:47 Uhr | Sarah Jasmin Mehrtash

Eltern sollten ihre Kinder "Stark" erziehen. (Foto: imago, humboldt) Eltern sollten ihre Kinder "Stark" erziehen. (Foto: imago, humboldt)Es ist alarmierend: Cybermobbing, Gewalttaten durch Jugendliche, verpasste Schulabschlüsse. Fast jeder dritte Schüler in Deutschland leidet der DAK zufolge an depressiven Stimmungen. Was ist bloß heutzutage mit den Teenagern los? Ist es der Leistungsdruck der sie dazu bringt oder sind die Medien schuld? Was nicht allen klar ist, es ist nicht unbedingt etwas Neues: Wenn wir uns an unsere Schulzeit erinnern, fallen uns bestimmt mindestens fünf bis zehn Mitschüler ein, welche sich "auffällig" verhalten haben. Vielleicht haben wir sogar selbst dazu gehört.

Mobbing, Mediensucht, Aggressivität, Störenfried, Faulheit, Prüfungsangst, Unsicherheit, Konzentrationsprobleme: Testen Sie, ob Ihr Kind gefährdet ist!

Kinder fühlen sich in der Schule oft psychisch stark belastet

Auch heute noch gibt es die gleichen Probleme in der Schule, welche durch die schnelle Informations- und Konsumgesellschaft noch bestärkt werden. Aggressive Kinder, störende Kinder im Unterricht, Kinder mit Prüfungsangst, wie auch die Unsicheren und sehr Faulen. Fakt ist: Viele fühlen sich in der Schule psychisch stark belastet und strahlen das auch aus. Beängstigend ist dabei, dass unsichere Kinder häufig auch im späterem Leben unter einem Mangel an Selbstbewusstsein leiden und ihre Erfolgschancen für die Zukunft sinken.

Zukunft von Kindern sichern

Beim heutigen Leistungsdruck schaffen es viele Schüler nicht. Eltern sollten deshalb frühzeitig reagieren: Die Journalistin Andrea Micus und der erfahrene Pädagoge und Schulleiter Günther Hoppe zeigen in ihrem Buch "Jedes Kind kann stark sein", wie Eltern Probleme rechtzeitig erkennen und das Selbstvertrauen ihrer Kinder für eine glückliche Kindheit und erfolgreiche Schulzeit stärken können.

Eltern müssen zuerst an sich selbst arbeiten

Fast alle Eltern wünschen ihren Kindern nur das Beste. Doch auch wirklich immer die richtige Lösung für den Nachwuchs zu finden, ist nicht einfach. Eltern müssen zunächst an sich selbst und an ihren Einstellungen arbeiten. Die Bereitschaft Zeit zu investieren und sich in die Seele des Kindes zu versetzen, sind ein "Muss". Vom achten bis zum 14. Lebensjahr werden Kinder ganz besonders geprägt. In diesem Alter schmerzen Niederlagen erstmals richtig und Erfolge bringen sie weiter, wobei es für Eltern besonders anstrengend sein kann.

Stärken stärken - das pädagogische Zugseil für erfolgreiche Kinder

Bei Erwachsenen entwickeln sich die Stärken meist ganz von selbst, da sie sich ihren Arbeitsplatz gewöhnlich nach ihren Interessen und eigenen Kriterien aussuchen. Niemand sagt: Such dir Deine Arbeit nach deinen Schwächen aus, damit Du sie verbessern kannst. Ein Kind, das super in Mathe oder in Kunst ist, sollte auch genauso in diesem Bereich gestärkt werden. Wenn die Konzentration nur auf die schlechten Noten fällt, dann verliert es womöglich schnell die Lust und geht nicht mehr gerne zur Schule. Es ist überfordert und fühlt sich geschwächt. Für Eltern heißt das, wenn sie ihre Kinder für gute Noten loben, sie in ihren leistungsstarken Bereichen fördern, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Kind gerne zur Schule geht, Freunde hat und ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl besitzt

Stärken durch Vertrauen

Jedes Kind hat Talente: Was fällt Ihrem Kind besonders leicht? Pädagogisch bedeutet Lob und Förderung, dass Stärken gestärkt werden. Der Versuch hingegen Schwächen zu stärken, wirkt sich bei Misslingen meistens negativ aus.

Deshalb sollten Eltern ihren Kindern vertrauen. Ein Vertrauensvorschuss ist die beste Medizin für einen noch größeren Erfolg des Nachwuchses. Doch auch das Kind sich bewusst machen: Das sind meine Schwächen, das sind meine Stärken. "Wer sich beim Fußball was zutraut, verwandelt den Elfmeter", so Micus und Hoppe in ihrem Buch. Eltern müssen auch ehrlich sein und dem Kind mitteilen, wo es Erfolg hat und was es aber lieber auch nur zum Spaß machen sollte: "Du kannst toll Theater spielen, doch als Klassensprecher bist du nicht geeignet."

Mobbingopfer oder aggressives Kind?

Unter anderem werden acht Kinder mit acht unterschiedlichen Problemen in dem Buch dargestellt: Mobbing, Mediensucht, Aggressivität und Gewalt, auffälliges oder störendes Verhalten, Prüfungsangst, Konzentrationsschwäche, Unsicherheit und fehlende Leistungsbereitschaft.

Mit diesen sieben Strategien helfen Eltern ihren Nachwuchs stark für den Alltag zu machen, um auch solche Probleme erfolgreich hinter sich zu lassen.

Buchtipp: "Jedes Kind kann stark sein" von Andrea Micus und Günther Hoppe. Verlag: Humboldt. Preis: 9,95 Euro.


Quelle: t-online.de

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Kommentare (7)

zum Forum

Thema: "Cybermobbing: Opfer oder Täter - Eltern können wählen"

Entchen schrieb: am 6. November 2011 um 15:24:08
(3) (0) Werte
Was ich besonders traurig finde, ist, daß Eigenschaftten wie Freundlichkeit, Höflichkeit oder Taktgefühl immer mehr als Schwäche
definiert werden. Das begann vor 20 Jahren. Als 19-Jährige lernte ich während eines Praktikums in einem Kinderheim vom Supervisor (ein Professor(!) der Psychologie): Aggressivität sei Stärke, Sanftheit sei Schwäche und damit Brutalität. So wörtlich. Ich war sehr traurig, eine sanfte mütterliche Frau war schon damals nichts mehr wert.
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melena schrieb: am 16. Juni 2011 um 12:59:08
(2) (1) Ellebogengesellschaft
Dieses Streben nach besser, weiter, schöner, reicher usw. macht die Gesellschaft kaputt. Das des einen Vorteil immer
auch des anderen Nachteil ist, sehen die Egoisten nicht und die Dummen fallen drauf rein. Trotzdem wird es zum Bürgeraufstand kommen, wenn die entsolidarisierung der Gesellschaft weiter so geht - bis zur totalen Verweigerung und Aufstand der Armen.
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Mia schrieb: am 8. Mai 2011 um 20:59:43
(0) (0) @Flo
Du verwechselst Selbstbewusstsein mit Selbstüberschätzung! Selbstbewusstsein hat man, wenn man gut vorbereitet ist und souverän die
Prüfung meistert, ohne sich von Fangfragen verunsichern und aus dem Konzept bringen zu lassen. Aber Selbstüberschätzung ist es, wenn man völlig unvorbereitet in die Prüfung geht und glaubt, man könnte alles, ohne etwas dafür tun zu müssen.
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