15.12.2009, 12:00 Uhr | rev; ots
Die Arbeit einer Mutter verlangt große Vielseitigkeit. (Bild: Imago)
Erst Anfang 2009 hatte der Vatikan ein Gehalt für Hausfrauen gefordert: "Warum wird die Arbeit einer Mutter nicht als produktive Arbeit betrachtet, während Kindermädchen bezahlt werden?", fragte damals der Präsident des päpstlichen Rates für die Familie. Obwohl in Deutschland mit der Einführung des Elterngeldes ab 2007 die Bedeutung von Familienarbeit gegenüber der Erwerbsarbeit gestärkt wurde, wünschen sich Eltern weitere finanzielle Unterstützung vom Staat. Wie viel ist die Familien- und Hausarbeit einer Mutter tatsächlich wert?
Zum fünften Mal seit 2005 hat das Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk das Institut für Demoskopie Allensbach (IFD) mit der Untersuchung verschiedener Aspekte zu den Themen "Familie und Familienarbeit" beauftragt. Für die repräsentative "Vorwerk Familienstudie 2009" wurden insgesamt 1.832 Personen ab 16 Jahre befragt. Das Ergebnis: Nachdem die Wertschätzung der Familien- und Hausarbeit in den vergangenen Jahren gestiegen ist, geht die gesellschaftliche Anerkennung für Familienarbeit nun wieder zurück. 67 Prozent der Befragten - fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr - klagen über mangelnde Anerkennung, insbesondere von Seiten der Arbeitgeber (71 Prozent), der Politik (67 Prozent) und der Medien (51 Prozent).
Es zeigte sich außerdem, dass Familienarbeit vor allem immer noch Frauensache ist. 77 Prozent der Mütter leisten den Löwenanteil oder übernehmen sogar die gesamte Arbeit. Die Mehrheit der befragten Väter bekennt, „nur den kleineren Teil“ oder „praktisch gar nichts“ beizutragen. Dafür bekommen sie jedoch deutlich mehr Lob: Nur 48 Prozent der Frauen, aber 72 Prozent der Männer meinen, dass ihr Beitrag zur Familien- und Hausarbeit vom Partner beziehungsweise von der Partnerin genügend anerkannt wird. Wie müsste eine angemessene Anerkennung aussehen, überträgt man die Arbeit einer Mutter und Hausfrau auf den Arbeitsmarkt?
In einer früheren Familienstudie von Vorwerk aus dem Jahr 2006 erklärten die befragten Frauen, dass monatlich 1580 Euro für den "Job" der Mutter angemessen wären. In der gleichen Untersuchung stand, dass in Deutschlands Privathaushalten jährlich durchschnittlich 97 Milliarden Stunden unbezahlter Arbeit geleistet werden und eine Hausfrau und Mutter von zwei kleinen Kindern im Schnitt zwölf Stunden pro Tag arbeitet. Angesichts dieser Arbeitszeiten und auch der Vielseitigkeit, die von einer Mutter abverlangt wird, erscheinen 1580 Euro eher gering.
Haushälterin, Nachhilfelehrerin, Köchin, Computerfachfrau, Gärtnerin, Wäscherei-Bedienstete, Hausmeisterin, Chauffeurin, Psychologin, Unternehmenschefin - diese beruflichen Tätigkeiten umfasse laut einer Studie der amerikanischen Internetseite Salary.com die Arbeit einer Hausfrau mit Kindern. Salary.com hatte 2006 anhand der Durchschnittslöhne für diese Berufsfelder und den durchschnittlichen Arbeitszeiten von Müttern festgestellt, dass eine "Vollzeitmutter" mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren, würde sie für ihre Arbeit entlohnt werden, ein Jahresgehalt von 134.121 Dollar beziehen müsste. Eine Mutter, die zudem noch einem regulären Job nachgeht, müsste zusätzlich zu ihrem tatsächlichen Gehalt noch 85.876 Dollar erhalten. Ein solcher Lohn entspricht in etwa dem Gehalt von Werbemanagern, Marketingchefs oder Richtern und fällt vor allem wegen hoher ebenfalls miteinbezogener Nacht- und Wochenendzuschläge so hoch aus.
Wie flexibel eine Mutter im Alltag sein muss, zeigt unsere Tabelle. Die von Salary.com einbezogenen Tätigkeiten wurden hier noch ergänzt durch Krankenschwester, Event Managerin und Einkäuferin. Die Tätigkeit der Psychologin fällt hier nun neben anderen Tätigkeiten unter das Aufgabenfeld der Erzieherin. Mit Hilfe der durchschnittlichen Stundenlöhne ließe sich berechnen, wie viel die Arbeit einer Mutter auf dem deutschen Arbeitsmarkt wert wäre.
Das Beispiel eines fiktiven, aber realistischen Wochentages einer Mutter mit zwei Kindern, ein neunjähriger Sohn, der in die dritte Klasse geht und ein vierjähriger Sohn, der den Kindergarten besucht, zeigt, dass Mütter zwischen vielen Tätigkeiten wechseln und einen langen Arbeitstag haben. Die Grundschule des ältesten Sohnes endet um 13:00 Uhr, der Kindergarten um 12:30 Uhr. Schwer darzustellen bleibt aber, dass Mütter oft vieles gleichzeitig tun.
Die "Vorwerk Familienstudie 2009" beschreibt auch, inwieweit Mütter bei der Hausarbeit von ihren Kindern sowie von den eigenen Eltern unterstützt werden: Ab dem siebten, achten Lebensjahr erwarten Eltern, dass ihre Sprösslinge im Haushalt mithelfen. Väter sehen die Kinder sogar früher in der Pflicht (6,6 Jahre) als die Mütter (8,1 Jahre). Mädchen müssen dabei deutlich mehr Aufgaben übernehmen als Jungen - dies sagen 53 Prozent der Befragten. Somit wachsen viele Jungs in dem Bewusstsein auf, dass Hausarbeit nicht ihr Job ist. Und aus den kleinen Paschas werden später große. Die traditionelle Rollenverteilung wird also fortgeschrieben.
Die Generation der „Omas und Opas“ ist heute aktiv wie nie zuvor - als sogenannte „Best Ager“ haben sie Interessen, die weit über die Familie hinausgehen. Keine Rede jedoch von egoistischen Großeltern, die ihre Zeit lieber mit Reisen oder Hobbys verbringen: Zwei Drittel der befragten Großeltern geben an, dass sie ihre Kinder „öfter“ und „ab und zu“ in der Elternarbeit und im Haushalt unterstützen. Der häufigste Grund, die eigenen Kinder nicht zu unterstützen, ist „zu weite Entfernung“. Bemerkenswert ist auch: 29 Prozent der befragten Eltern wollen nicht, dass sich die Großeltern in ihre Angelegenheiten einmischen.
Quelle: t-online.de
susi schrieb:
am 30. Juni 2011 um 17:39:49
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Familienarbeit
nicht einmal in der Rentenzeit erscheint die Arbeit angerechnet, alles lauter
faule Themen ...wo bleibt die GERECHTIGKEIT !! auf der STRECKE !!
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Superpapa schrieb:
am 19. April 2010 um 10:08:48
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alleinerziehend
... es gibt auch Väter, die Familienarbeit leisten - und zwar ohne Partnerin! Eine Personengruppe, die scheinbar nicht existent ist. Schade!
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Brutus schrieb:
am 15. April 2010 um 20:46:54
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Redaktion
Ich denke die Seite könnte man langsam ablegen.
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