10.06.2010, 13:07 Uhr | iri; rev
Teenager, die an leichten Depressionen leiden, haben in ihrem späteren Leben ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen. (Quelle: imago)
Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter. Etwa fünf Prozent der Jugendlichen leiden an behandlungsbedürftigen Depressionen. Teenager, die an leichten Depressionen leiden, verfügen in ihrem späteren Leben über ein höheres Risiko, an psychischen Leiden zu erkranken. Psychiater der Columbia University und des New York State Psychiatric Institute haben zu diesem Thema rund 750 Personen befragt. Angstgefühle, schwere Depressionen und Essstörungen waren bei den 20- und 30-Jährigen mit diesen Erfahrungen deutlich häufiger. Weitere Forschungsprojekte zur genauen Untersuchung dieses Zusammenhanges sind aber erforderlich, so die Wissenschaftler im Fachblatt The British Journal of Psychiatry.
Die aktuelle Untersuchung basiert auf 750 Interviews mit 14- bis 16-Jährigen, die als Erwachsene erneut eingeschätzt wurden. Es zeigte sich, dass acht Prozent der Teilnehmer als Teenager an leichten Depressionen gelitten hatten. Als 20- oder 30-Jährige war ihr Risiko, an einer schweren Depression zu erkranken, vier Mal so hoch wie bei jenen, die beim ersten Interview keine Symptome einer leichten Depression zeigten. Das Risiko einer Agoraphobie (Angst an bestimmten Orten), von Angstgefühlen oder Zwangsstörungen war zweieinhalb Mal so hoch. Das Risiko einer Anorexie oder Bulimie erhöhte sich auf das Dreifache.
Eine leichte Depression ist nach Jeffrey Johnson und seinem Team leichter als eine klinische, jedoch mindestens zwei Wochen anhaltend. Zu den Symptomen gehören Niedergeschlagenheit, weniger Interesse an Aktivitäten, Schlafprobleme und schlechte Konzentrationsfähigkeit. Johnson betonte, dass mehr geforscht werden müsse, um herauszufinden, ob es sich bei Problemen mit Depressionen im Teenageralter um ein frühes Stadium einer schwereren Erkrankung handelt oder ob die leichte Depression zur Entstehung schwererer Erkrankungen im späteren Leben beiträgt. Lucie Russell von der Wohltätigkeitsorganisation Young Minds betonte, wie wichtig es sei, den Teenagern bei den ersten Problemen die richtige Unterstützung zu geben. Sie erklärte laut BBC aber auch, dass in manchen Teilen von Großbritannien entsprechende Hilfe oft nur nach Wartezeiten von bis zu einem Jahr möglich sei. In Deutschland sieht es ähnlich aus: Auch hier muss oft mit vergleichbar langen Wartezeiten gerechnet werden.
Wenn es darum geht bei einem Teenager eine Depression rechtzeitig zu erkennen und ihm schnell Hilfe zu bieten, sind natürlich auch immer die Eltern gefragt. Zeigt ein Jugendlicher depressives Verhalten wie Stimmungsanfälligkeit, Lustlosigkeit, vermindertes Selbstvertrauen oder auch Drogenkonsum, hören Eltern ihm am besten erst einmal zu. Sie sollten ihm mehrere Gespräche unter vier Augen anbieten und zunächst nicht zu viel erwarten, rät Johannes Hebebrand von der "Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie" (DGKJP) in Berlin. Hält sich der Jugendliche in diesen Gesprächen zunächst zurück, akzeptieren die Eltern das besser. Außerdem sollten sie nicht sofort Lösungswege aufzeigen.
Für Eltern sei es meist schwer zu erkennen, ob ein pubertierendes Kind ernsthafte Probleme hat oder ob es sich um normale Stimmungsschwankungen handelt. In dieser Phase ist es nicht ungewöhnlich, dass bei Jugendlichen die innere Balance ein wenig verloren geht und unmotivierte Stimmungsschwankungen oder auch Teilnahmslosigkeit auftreten. Das hat allerdings nicht unbedingt auch einen Krankheitswert. Eltern könnten zum Beispiel beim Klassenlehrer nachfragen, ob ihm ebenfalls negative Veränderungen aufgefallen sind, rät die DGKJP. Oder sie fragen direkt beim Kind nach, „ob es sich manchmal einsam oder unglücklich fühlt, ob oft Tränen fließen, ob nur noch an wenigen Dingen Freude besteht oder ob es schon mal daran gedacht hat, sich das Leben zu nehmen." Werden einzelne dieser Fragen bejaht, sollten Eltern auf jeden Fall einen Kinder- und Jugendpsychiater hinzuziehen, denn eine wirkliche Unterscheidung zwischen einer normalen Verstimmung und einer Krankheit könne letztlich nur durch Fachärzte getroffen werden, so Hebebrand. Typische Symptome für eine depressive Erkrankung im Jugendalter seien außerdem Ein- und Durchschlafstörungen, körperliche Beschwerden wie Gewichtsverlust und Stimmungstiefs am Morgen.
„Aus Gesprächen mit Jugendlichen, die an einer Depression erkrankt sind, weiß man darüber hinaus, dass bestimmte Lebensumstände den Ausbruch einer depressiven Erkrankung fördern können. Darunter fallen ausgeprägte familiäre Probleme, schulisches Versagen, der Verlust des Arbeitsplatzes, eine unerwünschte Schwangerschaft sowie auch Alkohol- und Drogenmissbrauch“, erklärt Hebebrand. Jedoch könnten fast alle depressiven Kinder und Jugendliche ambulant behandelt werden. Im Vordergrund der Therapie stehen psychotherapeutische Maßnahmen.
Quelle: Pressetext , dpa
Ingo schrieb:
am 23. Oktober 2010 um 09:03:30
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Depressionen
Es zeugt in d.heutigen Zeit von psychischer Gesundheit, in dieser Gesellschaft psychisch zu erkranken. Das ist nicht paradox,
das ist traurig u.entspricht leider d.Realität. Mein Vater hat mit 49 Jahren,während schwerster Depressionen,nsein Leben beendet. Ich selbst bin mit 29 Jahren daran erkrankt, dann noch sieben Jahre m.schwersten Depressionen vesucht dem Arbeitgeber und der Gesellschaft gerecht zu werden. Heute, mit 43 Jahren EU-Rentner, langsam erkenne ich was wirklich wichtig im Leben ist
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Andy schrieb:
am 22. Oktober 2010 um 22:44:39
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zu Star1 schrieb
ja das stimmt der absolute Leistungs Druck der geselschaft ist immer und überall daduch zerstört sie sich selber sie weis es nur noch nicht !!
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Michael schrieb:
am 12. Juni 2010 um 07:19:47
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Klar
Dass Teenager auch als Erwachsene krank sind, ist logisch, da die Ursachen oft dieselben sind. Ich selbst kann ein Lied davon singen. Am
traurigsten macht mich, dass man immer erst dann ernst genommen wird, wenn man wie Robert Enke handelt. Dann kommen die "RIP"-Bekundungen und das Mitleid. Ich kann mit meiner Depression nicht offen umgehen, da es mich auf der Arbeit als schwach erscheinen lässt. Außerdem: Was soll ich denn damit kundtun? Dass ich bevorzugt werden will?
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