10.01.2011, 14:53 Uhr
Etwa 25.000 Kinder und Jugendliche leiden an Diabetes Typ I. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Im Behandlungszimmer bricht für den kleinen Jungen eine Welt zusammen: Der Sechsjährige hat Diabetes. Sein Leben lang wird er sich Insulin spritzen müssen. "Die Diagnose war ein Schock", erinnert sich seine Mutter Ingrid Pfaff aus Überlingen (Baden-Württemberg). Niemand habe ihrer Familie damals wirklich geholfen. Das war 1991. Seither hat sich das Problem Kinderdiabetes drastisch verschärft. Jährlich erkranken etwa fünf Prozent mehr Kinder als im Vorjahr an Diabetes Typ I, einer schweren Form der Zuckerkrankheit.
Pfaff wollte, dass ihre schlimmen Erfahrungen anderen Eltern und Kindern erspart bleiben. Sie gründete die Stiftung Dianiño. Diese hilft Familien, die nach der Diagnose mit dem Alltag überfordert sind. Die Stiftung schickt Betreuerinnen in Familien, Schulen und Kindergärten. Bundesweit stehen 420 solcher Diabetes-Nannys parat, knapp 100 sind regelmäßig im Einsatz.
Wenn Kinder an Diabetes erkranken, werde der Alltag der Familie auf den Kopf gestellt, sagt die 48-jährige Pfaff. "Plötzlich braucht man einen genauen Takt im Zeitplan und Essensplan." Beim Sport müssen Kinder Traubenzucker gegen Unterzuckerung nehmen, bei hohen Zuckerwerten Insulin spritzen. Viele Familie seien damit am Anfang überfordert. Dann helfen die Diabetes-Nannys weiter, die von Kliniken und Ärzten alarmiert werden.
Pfaff berichtet von einem tragischen Fall, bei dem ihre Nannys zum Einsatz kamen: Eine Frau starb an Krebs, dann bekam eines ihrer drei Kinder Diabetes. "Der berufstätige Vater trauerte noch um seine Frau, musste sich allein um seine drei Kinder kümmern, und dann hatte eines von ihnen auch noch Diabetes", erinnert sich Pfaff. Der Mann sei völlig überfordert gewesen. Eine Nanny kam und erklärte, wann gespritzt werden und worauf geachtet werden muss. Sie brachte Struktur in den Familienalltag.
Eine der Betreuerinnen ist die Kinderkrankenschwester und Diabetes-Beraterin Renate Nowak aus Heidenheim. Sie sieht ihren ehrenamtlichen Einsatz auch als Mittel gegen Vorurteile. In Kindergärten und Schulen erkläre sie, was Diabetes bedeutet. "Es gibt noch so viele Vorurteile - zum Beispiel, dass Diabetes ansteckend ist." Das sei Unsinn - und das mache sie ihren Zuhörern klar.
Pfaff finanziert den Einsatz der Nannys, die eine Aufwandsentschädigung bekommen, komplett über Spenden. Über eine Telefon-Hotline ist Dianiño praktisch rund um die Uhr erreichbar. Dort melden sich häufig besorgte Ärzte, die ihren Patienten helfen wollen und diese an die Stiftung aus Überlingen vermitteln. Eigentlich sei ihre Arbeit Aufgabe der Krankenkassen, meint Pfaff. Diese ließen die Familien nach der Diabetes-Diagnose aber ohne angemessene Hilfestellungen im Regen stehen.
Derzeit sind nach Angaben der Dianiño-Stiftung in Deutschland etwa 25.000 Kinder und Jugendliche an Diabetes Typ I erkrankt. Vor zehn Jahren waren es nur etwa halb so viele. Bei Diabetes Typ I wird die körpereigene Insulinproduktion komplett zerstört. Mit Übergewicht wie bei dem verbreiteten "Altersdiabetes" (Typ II) hat diese Form der Zuckerkrankheit nichts zu tun. "Niemand weiß genau, woran es liegt - wie aus dem Nichts bekommen immer mehr Kinder Diabetes", sagt Dianiño-Chefin Pfaff. Ihre Nannys seien Feuerlöscher, die Berührungsängste lindern und bei praktischen Problemen wie zum Beispiel beim Insulin-Spritzen helfen wollten. "Wir wollen den Kindern ein Stück Unbeschwertheit zurückgeben."
Quelle: dpa
Dieter schrieb:
am 10. Januar 2011 um 23:35:11
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Typ 1
Gut das im Bericht Typ 1 steht! Das hebt die meisten vorurteile auf!!!
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Vater von 2 Diabetiker Typ 1 schrieb:
am 10. Januar 2011 um 23:01:11
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Schicksalsschlag Diabetes Typ 1
Zu unserer Zeit vor 38 Jahren, als wir durch den Kinderarzt und dann der Kinderklinik erfahren hatten, dass
unsere Tochter, gerade erst 2 Jahre Alt, Diabetes Typ I hat, brach eine Welt in uns zusammen. Sofort veränderte dieser Schicksalsschlag alles was bis da gewesen war. Es gab Ängste vor dem Unbekannten, was kommt auf uns zu, wo findet man Unterstützung, Informationen usw, denn Internet hatte da kaum jemand. Die Technik war noch nicht so weit, Digitales Blut- Zuckertestgeräte, hatten wenn, da
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