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Die 10 größten Babysorgen

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Sorgen ums Baby sind meist unbegründet

22.03.2011, 11:59 Uhr | Simone Blaß

Unsicherheit bei jungen Eltern: Atmet mein Baby noch? (Bild: imago) (Quelle: imago)

Unsicherheit bei jungen Eltern: Atmet mein Baby noch? (Bild: imago) (Quelle: imago)

"Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen." Diesen Satz aus dem Volksmund würden die meisten frischgebackenen Eltern so nicht unterschreiben. Denn gerade bei Babys gibt es eine Menge Anlass, sich Gedanken zu machen. Atmet es noch? Was soll ich ihm zu essen geben und wann? Wird es denn überhaupt satt? Die Menge an Informationen, die auf junge Eltern einprasseln ist gewaltig. Und oft widersprechen sie sich. Aber welcheder vielen Meinungen, die man zu hören bekommt, ist denn nun die richtige? Viele der größten Elternsorgen rund ums Baby können schnell aus dem Weg geräumt werden. Denn eigentlich ist die erste Zeit mit dem neuen Familienmitglied viel zu schade für oft unnötige negative Gedanken. 

Entwicklungstabellen verunsichern Eltern oft grundlos

Vor allem das erste Kind wird meist mit Argusaugen beobachtet und mit Hilfe von Tabellen und Richtwerten mit anderen Babys verglichen. Da manche Ratgeber fürs erste Jahr in ihrer Einteilung dessen, was ein Kind wann können sollte, zu streng sind, fällt so manches Baby schnell aus dem Raster und die Eltern machen sich große Sorgen, wenn ihr Kind nicht wie vorgeschrieben krabbelt, läuft oder Silbenketten bildet. Natürlich ist es gut, wenn man einen Anhaltspunkt hat, um zu sehen, ob das Kind sich richtig entwickelt und um möglicherweise früh genug eingreifen zu können, wenn es das nicht tut. Aber die U-Untersuchungen decken hier alles Notwendige ab. Und nicht jeder Babyratgeber eignet sich für einen entspannten Umgang mit dem Kind. „Es gibt viele gute Ratgeber, aber nicht alle passen auch auf die einzelne Frau, das individuelle Kind und die Eigenheiten einer Familienstruktur“, meint Hebamme Roswitha Glimm, an die sich häufig besorgte Mütter wenden. "Verunsicherten Frauen rate ich, sich fachlich kompetenten Rat beim Kinderarzt oder der Hebamme zu holen. Ein Check des Kindes kann alles wieder ins Lot bringen, zumindest bis zur nächsten Verunsicherung durch andere Mütter, Freunde oder Medien.“

Wenn einen das Bauchgefühl im Stich lässt

Tatsächlich entstehen die meisten Verunsicherungen durch gut gemeinte Ratschläge und Nachfragen. „Ich hatte mir so gewünscht, meine kleine Tochter die ersten Monate voll zu stillen. Doch meine Schwiegermutter äußerte von Anfang an dauernd ihre Zweifel daran, ob das Kind denn auf diese Art richtig satt würde. Schließlich wisse man so ja gar nicht, wie viel es abbekommt. Das hat meinen Mann und mich völlig verrückt gemacht und nach ein paar Wochen habe ich dann abgestillt“, erzählt Tanja. „Heute weiß ich, dass meine Sorgen unnötig waren und ich wünschte, ich hätte auf mein Bauchgefühl gehört.“

Doch ganz so einfach, wie es oft dargestellt wird, ist das mit dem Bauchgefühl auch nicht. Was für sichere, selbstbewusste und erfahrene Mütter selbstverständlich ist, ist für frischgebackene Eltern oft unmöglich. Sie sind durch die heutige Informationsflut und die Angst, etwas falsch zu machen, gehemmt. „Einfach auf das Bauchgefühl zu hören sagt sich ganz einfach, hilft aber den Frauen nicht, die sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht auf ihre mütterliche Kompetenz verlassen können oder wollen“, so die Hebamme. „Sich auf seinen Bauch zu verlassen, hat sehr viel mit der Persönlichkeit und der Erfahrung zu tun, liegt vielleicht auch schon in der eigenen Erziehung verankert. Intuition hat mit Vertrauen, auch mit Urvertrauen zu tun. Eine Frau, die wenig Selbstvertrauen hat, wird also auch kaum ihrem Bauchgefühl vertrauen. Diese Frau braucht Bestätigung von außen. Jemanden, der ihr das mit dem Bauchgefühl, sei es aus Erfahrung oder durch fachliche Kompetenz, abnimmt.“

Die meisten Sorgen im ersten Jahr sind unbegründet

Roswitha Glimm hat Verständnis für Eltern, die nachts mehrmals nach dem Atem ihres Kindes horchen, sich bereits bei kleinen Ausschlägen Sorgen um Neurodermitis machen oder sich sehr viel mit der Beikosteinführung beschäftigen. „Ich versuche mich immer auf die jeweilige Situation einzustellen und durch Gespräche die Einstellung der Eltern und Schwiegereltern zu erkunden. Die Sicherheit und das Selbstbewusstsein, die Bildung und das Wissen der jeweiligen Mutter zu erforschen, um dann mit Rat und gegebenenfalls auch mit Tat zur Seite zu stehen.“ Denn viele Sorgen im ersten Babyjahr sind wirklich unbegründet und auch der Vergleich mit anderen Kindern ist wenig sinnvoll - denn jedes Kind habe seinen eigenen Fahrplan, wie Remo H. Largo in seinem Buch "Babyjahre" ganz deutlich aufzeigt. „Kinder sind nicht nur untereinander sehr verschieden, das einzelne Kind ist oftmals in sich unterschiedlich weit entwickelt. Das heißt, die einzelnen Entwicklungsbereiche wie Sprache oder Motorik sind ungleich fortgeschritten“, erklärt der bekannte Schweizer Kinderarzt und Entwicklungsforscher. „Alle Entwicklungsstadien und Verhaltensweisen treten von Kind zu Kind in unterschiedlichem Alter auf und sind verschieden ausgeprägt. Jedes ist auf seine Weise einmalig.“ Nur die wenigsten Kinder schlafen mit drei Monaten durch, laufen mit einem Jahr und sprechen mit zwei. Sie sind eben nicht genormt und entsprechende Normvorstellungen anderer machen es Eltern nur unnötig schwer.


Quelle: t-online.de

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