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Digitales Lernen: Notebook statt Schiefertafel

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Digital lernen: PC als Werkzeug

01.11.2009, 13:57 Uhr

Deutschlands Kinder lernen digital. Drei Viertel aller Kids spielen und lernen regelmäßig mit dem Computer. Manchmal kann man sogar beides verbinden. Es ist eine gute Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt, vorausgesetzt die Kinder kommen mit den richtigen Inhalten in Berührung. Inzwischen gibt es auf dem Bildungssektor ein breites Spektrum interessanter digitaler Lernspiele wie beispielsweise auf der Lernplattform www.scoyo.de. Manche Schulen gehen noch einen Schritt weiter und führen sogar das digitale Klassenzimmer ein.



Zeitgemäßes Lernen

 Digitales Lernen ist zeitgemäß und bietet jungen Menschen eine Fertigkeit, die sie fit für das Leben machen soll. Es gibt inzwischen auch in Deutschland an Pilotschulen sogar Laptop-Klassen, dort lernen die Schüler, den Computer als Lern-Werkzeug einzusetzen, wie Bücher und Zirkel. Damit sollen Kinder lernen, nicht mehr Wissen anzuhäufen, sondern das digital vorhandene Wissen zu filtern und zu organisieren. Pioniere des neuen Lernens setzen sogar auf das gesamt digitale Klassenzimmer, mit "White Boards", also digitalen interaktiven Tafeln statt Schiefer und Kreide. Spielerisches Lernen beispielsweise mit Lernplattformen wiescoyo, vertieft das in der Schule Gelernte.

PC weit verbreitet

Laut "KidsVerbraucherAnalyse 2009" des Egmont Ehapa Verlags spielen und lernen mittlerweile 3,7 Millionen Kinder in Deutschland regelmäßig am Computer. Das sind drei Viertel aller Sechs- bis 13-Jährigen in der Bundesrepublik. Erfahrungen mit dem Internet haben schon 3,4 Mio. (60 Prozent) der Kids gesammelt. Spielkonsolen, egal ob stationär oder mobil, finden sich inzwischen in den Kinderzimmern von 3,9 Millionen Kindern (68 Prozent).

Computer als Lernwerkzeug

Wenn es um das digitale Lernen geht, sind Notebooks das Werkzeug, nicht der Inhalt des Lernens. Und Werkzeuge verändern eine Gesellschaft, das hat man in der Eisenzeit gelernt. Eine eiserne Speerspitze  bringt ihren Besitzer weiter, als eine aus Stein. Der Mathematikunterricht änderte sich, als die Schüler einen Taschenrechner einsetzen durften. Beim Sammeln von Informationen, beim Sammeln neuen Wissens, ist der Computer ein hilfreiches Werkzeug unserer Wissensgesellschaft. Je früher ein Mensch den sinnvollen Umgang damit lernt, desto besser wird er damit umgehen lernen.

Vermittler gesucht

Doch wer kann den Schülern dieses Lernen 2.0 vermitteln? Sind dann nicht die Schulkinder im Vorteil, deren Eltern selbst auf dem neuesten Stand sind? Die ihren Kindern einen Zugang zum Computer geben? Genau darum geht es. Schulen müssen diesen Unterschied ausgleichen, alle Kinder auf den gleichen Stand bringen und ihnen einen Zugang zu Computern verschaffen. Inzwischen bieten alle Schulen Fächer an, in denen dies geschieht, doch manche Klassen gehen noch weiter.

Notebook-Klassen als Pilotprojekte

Heute testen manche Klassen den Einsatz von Notebooks im Unterricht, beispielsweise die Friedensburg-Oberschule in Berlin-Charlottenburg. Hier gibt es seit 2007 eine Laptop-Klasse. Der große Vorteil: Alles Wissen steht allen Kindern in gleichem Maß zur Verfügung, denn alle sind auf demselben technischen Stand. Ihre Schulnotebooks sind benutzerfreundlich und robust, schließlich wandern sie jeden Tag im Ranzen zwischen Schule und zu Hause hin und her. Bücher, Stifte und Papier sind aber noch längst nicht aus dem Klassenzimmer verbannt.

Neue Darstellungsformen

Statt trockener Referate bereiten die Kinder ihr Wissen als Weblog auf oder schreiben Blog-Beiträge. Das ist ihre Welt, hier können sie den Lehrer beeindrucken, nicht umgekehrt. Dass ein Referat mit Internet-Recherche nicht bedeutet, den entsprechenden Wikipedia-Artikel vorzulesen, daran arbeiten heutzutage Lehrer im ganzen Land. Es geht darum, die neuen Spielregeln zu testen und einzuführen. Was ist im Lernen 2.0 erlaubt und nützlich?

Neue Lernform

Wichtig sind die Vermittler. Computerkenntnisse müssen gelehrt werden, Schüler müssen sich digital organisieren. Nicht mehr die Mama packt den Ranzen, sondern das Kind organisiert seine Dateien auf dem Computer. Der Vorteil: Alles dabei, alles überprüfbar. Der Nachteil für Schüler: Nicht gemachte Hausaufgaben können nie mehr einfach zu Hause „vergessen“ sein, neue Ausreden sind gefragt. Manche Lehrer stellen beispielsweise Musterlösungen für die Klassenarbeit auf ihre Homepage. Ein Service, der es Eltern leicht macht, die Notengebung nachzuvollziehen, ohne extra eine Sprechstunde aufzusuchen. 

Direkter Erfolg

Ein weiterer Vorteil ist das direkte Feedback: Wer Aufgaben am Computer löst, erhält - je nach Gestaltung - direkt das Ergebnis. Es ist keine Korrekturphase beim Lehrer zwischengeschaltet. Der Schüler kann sofort einen neuen Ansatz erproben, solange er noch im Thema ist. Das wirkt sich - so Didaktik-Experten - positiv auf die Lernmotivation aus.

Aktuelles Wissen

Schulbücher sind teuer, veralten schnell und sind inhaltlich und didaktisch nicht immer optimal. Das Wissen im Internet wird dagegen ständig aktualisiert. Die Kunst hier besteht allerdings darin, es zu filtern und zu bewerten.

Spiele und Networks

Dass Kinder und Jugendliche natürlich auch andere Dinge mit ihren Computern machen als nur lernen, ist klar. Doch wenn der Computer nicht aus den Schulen verbannt ist, sondern bewusst genutzt wird, dann fällt es auch leicht, Dinge wie Cyber-Mobbing oder sogenannte Killerspiele zu thematisieren. Hier besteht die Möglichkeit, den Kids Chancen und Risiken von Social Networks aufzuzeigen. Denn Eltern sind leider nicht immer die Ansprechpartner, die Kids bei diesen Problemen einbeziehen wollen. Auch im Internet selbst bieten Seiten wie zum Beispiel www.scoyo.de oder www.fragFinn.de Unterstützung und Orientierung.

Maßvoller Genuss

Wer lernt, sinnvoll mit dem Computer umzugehen, wer lernt, ihn als Werkzeug zu sehen, der wird sich nicht im Online-Universum verlieren. Das kann in Laptop-Klassen vermittelt werden oder in regulären Klassen, die nur gelegentlich mit dem Computer arbeiten.

Wann fängt man an

Pädagogen sehen als sinnvollen Zeitpunkt, Notebooks einzuführen, schon die dritte Klasse, denn dann beginnt die Wissensarbeit, nachdem die Fertigkeiten Lesen, Schreiben, Rechnen erlernt sind. Michael Töpel, der den „Arbeitskreis Lernen mit Notebooks“ gegründet hat, sagt in einem Interview der taz: „Auswendiglernen ist Wahnsinn! Lernen muss vom Kind kommen.“ Seit Pisa habe man festgestellt, dass Schüler hauptsächlich über „träges Wissen“ verfügten, sie hätten zwar Wissen gespeichert, könnten das aber nicht anwenden.

Neugierde wecken

Die Hoffnung der Befürworter dieser neuen Lernmethoden ist, dass der Lernantrieb, die Neugierde wieder von den Kindern selbst kommt, dass nicht nur durch äußeren Druck gelernt wird, dass Zusammenhänge verstanden werden, statt nur für die nächste Klassenarbeit auswendig zu lernen, und dass Schule mit zeitgemäßen Methoden fit macht für ein Leben in der Wissensgesellschaft.

Kein eigener PC nötig

Noch sind die Notebook-Klassen Pilot-Projekte. Es ist auch nicht unbedingt ein eigener Computer nötig, um digitales Lernen zu erkunden. Schon Grundschüler sollten allerdings - sofern sie sich dafür interessieren - Zugang zum Familien-PC erhalten. Bis zu zwölf Jahren sollten Kinder nicht unbeaufsichtigt im Internet unterwegs sein. Doch man kann mit ein paar Tricks den Computer für die Zeit, die das Kind am Computer sein darf, zum eigenen PC gestalten. Beispielsweise mit einer kindgerechten PC-Maus oder einem witzigen Mousepad.

Geschenk-Tipps rund um den PC

Mousepad und eigene PC-Maus könnten sich auch als Geschenk gut unter dem Weihnachtsbaum machen. Wenn das eigene Notebook schon vorhanden ist, freuen sich die Kids vielleicht über eine coole Tasche oder Hülle für den Transport. Gerade die jüngeren Schüler eignen sich Wissen gerne spielerisch an, wenn sie ihrem Kind eine regelmäßige Medienzeit einräumen, kann es hier Spielen und Lernen verbinden. Die Lernplattform scoyo bietet Lernspiele, die genau auf den Lehrplan der Jahrgangstufen abgestimmt, das erlernte Wissen vertiefen. Auch solch ein Spiele-Abo von scoyo ist ein sinnvoller Geschenk-Tipp.

Fazit zum digitalen Lernen

Denken müssen die Kinder immer noch selbst. Quatsch kann man mit und ohne Computer machen. Fest steht, es gibt Gefahren im Netz, auf die Eltern und Lehrer die Kinder vorbereiten müssen, damit sie selbstbewusst Chancen wahrnehmen und Risiken aus dem Weg gehen. Aber: Es gibt auch schlechte Bücher, obwohl Lesen doch generell als gut gilt. Kinder müssen bei allen Medien lernen, das vielfältige Angebot zu filtern und das Ausgewählte optimal zu nutzen.Noch viele Jahre werden Eltern zu Schuljahresbeginn halbzerfledderte Schulbücher in Folie einbinden, aber immer öfter stecken diese dann im Ranzen neben dem Laptop. Denn digitales Lernen und Spielen ist auf dem Vormarsch. Computer, Internet und Spielekonsolen sind für deutsche Kids Alltag. Doch sie gebrauchen parallel verschiedene Medien: 90 Prozent der Kinder nutzen auch weiterhin Bücher und Zeitschriften. Brett- und Kartenspiele (80 Prozent) sowie Puzzles (69 Prozent), diese haben also immer noch eine stärkere Verbreitung als die digitalen Unterhaltungsformen. Eltern, Omas, Opas Tanten und Onkel können aber sicher sein, dass auf den Wunschzetteln immer häufiger Computerspiele stehen werden.




 

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