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Down-Syndrom Abtreibung

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Down-Syndrom: Für viele ein Grund zur Abtreibung

17.02.2012, 11:43 Uhr | amr

Viele Frauen können sich nicht vorstellen ein behindertes Kind zur Welt zu bringen und treiben ab. (Quelle: imago)

Viele Frauen können sich nicht vorstellen ein behindertes Kind zur Welt zu bringen und treiben ab. (Quelle: imago)

Ein behindertes Kind zur Welt bringen? Ängste aushalten? Die Blicke anderer Menschen ertragen? Laut dem britischen National Down Syndrome Cytogenetic Register entscheiden sich weiterhin 94 Prozent der Frauen, die bei einem vorgeburtlichen Test von der Trisomie 21, also dem Down-Syndrom, erfahren haben, für eine Abtreibung. Doch durch den medizinischen Fortschritt und bei angemessener Förderung steht einem Großteil von Kindern mit Down-Syndrom heute ein erfülltes und langes Leben bevor.

Abtreibung ohne Frist

Seit 1995 gibt es für eine Abtreibung bei medizinischer Indikation keine Frist mehr. Der Verweis auf die sogenannte medizinische Indikation erlaubt es, Babys, bei denen Untersuchungen auf eine Behinderung hinweisen, bis zum natürlichen Ende der Schwangerschaft, also bis kurz vor dem Einsetzen der Wehen, straffrei abzutreiben. Folglich steigt die Zahl der Spätabtreibungen und behindertes Leben wird systematisch aussortiert.
Das war nicht immer so. Ursprünglich ging es bei der medizinischen Indikation um die Abwägung des Lebens der Mutter gegen das Leben des Kindes. Bis zur Neuregelung des § 218 a im Jahre 1995 wurden rund 25 Kinder pro Jahr (spät)abgetrieben, weil das Leben der Mutter akut in Gefahr war. 1996 wurden nach offiziellen Angaben bereits 159, 1997 sogar 190 nach der 23. Schwangerschaftswoche getötet. Nach offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist 2009 in 237 Fällen ein Abbruch nach der 23. Woche vorgenommen worden.

Down-Syndrom: Neun von zehn Frauen treiben ab

Bei Frauen, die älter sind als 35 Jahre, steigt das Risiko, dass das Kind Down-Syndrom haben könnte, an. Durch eine Fruchtwasseruntersuchung kann die Genommutation beim Ungeborenen festgestellt werden. Ist der Befund positiv entscheiden sich neun von zehn Frauen für eine Abtreibung. Statistisch liegt das Risiko für ein Kind mit Down-Syndrom bei Schwangeren im Alter von 25 Jahren bei eins zu 1000. Bei einer Vierzigjährigen beträgt das Risiko eins zu 100.

Eltern
Erbkrankheiten? Der Gentest für Babies

Immer mehr Eltern entscheiden sich für einen Test bei ihrem Kind, um Krankheiten früh zu erkennen und gegebenenfalls schnell behandeln zu können. zum Video

Neuer Bluttest auf Down-Syndrom

Ein neuartiger Bluttest soll im Frühjahr 2012 in Deutschland zum Einsatz kommen. Schnell, ungefährlich und kostengünstig soll er sein. Allein die Blutprobe der Mutter genügt, um Anomalien beim Fetus festzustellen, denn im Blutkreislauf der Mutter befinden sich auch abgestorbene Zellen der Plazenta, die Erbinformationen des Kindes enthalten.

Down-Syndrom - Verlauf

Früher erreichten etwa 60 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom nicht das Schulalter. Sie starben aufgrund von gesundheitlichen Problemen wie Herzfehler oder angeborene Fehlbildungen des Magen-Darm-Trakts. Medizinische Fortschritte und verbesserte Fördermaßnahmen haben die Sterblichkeit der Kinder bis zum Schulalter inzwischen auf fünf bis zehn Prozent gesenkt. Erreicht ein Kind mit Down-Syndrom das sechste Lebensjahr, kann von einer annähernd normalen weiteren Lebenserwartung ausgegangen werden. Bei einer angemessenen Förderung von Beginn an steht Kindern mit Down-Syndrom ein erfüllten Leben bevor. Meist verfügen sie über hohe soziale und emotionale Fähigkeiten, durchlaufen eine normale sexuelle Reifeentwicklung und haben ebenso das Bedürfnis nach liebevollen und sexuellen Beziehungen. Trotz allem brauchen viele während ihres gesamten Lebens individuell angepasste Hilfen.

Down-Syndrom: Selbsthilfegruppen und Beratung für Betroffene

Der "Arbeitskreis Down-Syndrom" ist ein eingetragener Verein, der sich bundesweit für Information und Beratung zum Thema Down-Syndrom einsetzt. Es ist ein Zusammenschluss von Menschen mit Down-Syndrom, ihrer Eltern und Freunde, von Fachleuten und anderen interessierten Personen. In der Selbsthilfegruppe treffen die Familien aufeinander, tauschen sich aus und feiern gemeinsam Feste. Die Homepage http://www.down-syndrom.org ist eine Anlaufstelle für Eltern mit Fragen zum Leben mit einem "besonderen Kind". Hier finden Eltern Beratung während der Schwangerschaft und nach der der Geburt eines Babys mit Down-Syndrom, bekommen Rückhalt und Unterstützung von anderen Familien. Dort sind Eltern genau richtig, wenn sie vor bestimmten Fragen stehen: Wie geht das Leben, der Alltag weiter? Was kommt alles auf uns zu? Sind wir der Aufgabe ein behindertes Kind zu erziehen überhaupt gewachsen? Wo bekommen wir Hilfen?


Quelle: t-online.de

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