05.08.2010, 11:19 Uhr | rw
Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der beste. (Bild: imago) (Quelle: imago)
Für viele Kinder inDeutschland beginnt in diesen Tage mit ihrer Einschulung der Ernst des Lebens. Und sich wenn die Erstklässler morgens aufmachen, sind die Eltern oft besorgt. Zu Recht, denn im Straßenverkehr lauern Gefahren. Laut der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) verunglücken pro Schultag durchschnittlich rund 600 Kinder im Straßenverkehr. Um die Gefahren möglichst klein zu halten, können Eltern einiges tun. Eine Vermeidungsstrategie zu fahren, indem man die Kleinen einfach mit dem Auto in die Schule fährt, ist für die meisten Verkehrsexperten aber nicht der Königsweg. Die Kinder sollten dahin geführt werden, den Weg selbstständig zu meistern. Dabei gilt: der beste Schulweg ist nicht unbedingt der kürzeste.
Die Vorbereitung auf den Schulstart sollte schon lange vor der Einschulung beginnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Erstklässler oft noch gar nichts von Dingen wie Verkehrsregeln wissen. Zu den Aufgaben der Eltern zählt daher, den sichersten Weg zur Schule zu ermitteln, so die Deutsche Verkehrswacht (DVW) in Bonn. Eltern gehen den Weg am besten mehrmals mit ihren Kindern ab. Dabei sollten sie die Bedeutung von Verkehrszeichen erläutern und erklären, wie mit einem Druckknopf gesteuerte Fußgängerampeln funktionieren.
Das Alter der Kinder ist dabei immer zu berücksichtigen. Laut dem Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt am Main entwickelt sich ein echtes Gefahrenbewusstsein erst im Alter von acht oder neun Jahren. Für einen Erstklässler können ständige Hinweise auf Gefahren daher eher eine Art "Merk-Ballast" sein. Statt nur auf mögliche Fehler aufmerksam zu machen, kann es hilfreicher sein, die korrekten Verhaltensweisen zu erläutern. Das Kind lernt dadurch die positiven und richtigen Dinge. Also nicht nur davor warnen, blindlings auf die Straße zu rennen, sondern klare Merksätze vermitteln wie: "An der Straße schaue ich immer rechts-links-rechts" oder "Ich gehe nur auf dem abgesprochenen Schulweg".
Bei der Wahl des Weges sollten Eltern außerdem darauf achten, wie und wo sich die Straßen am sichersten überqueren lassen. Eine Route mit Ampeln, Zebrastreifen und Mittelinseln ermöglicht sichere Wechsel. Zudem sollten diese Bereiche übersichtlich sein. Auf keinen Fall darf auf dem Schulweg Hektik aufkommen - die erhöht das Unfallrisiko. Denn wenn es schnell gehen muss, werden die korrekten Verhaltensweisen gerne vergessen. Deshalb ist es auch wichtig, dass am Morgen genügend Zeit eingeplant ist, damit das Kind in Ruhe aufstehen und frühstücken kann und anschließend noch ein Zeitpolster hat, um rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn den Klassenraum zu erreichen.
Nicht zu unterschätzen sind Möglichkeiten, die passive Sicherheit zu erhöhen. Es sollte zum Beispiel nicht der alte Ranzen aus dem Familienbesitz genutzt werden. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn rät zu moderner Kleidung und einer modernen Schultasche mit Reflektoren. Diese sorgen dafür, dass andere Verkehrsteilnehmer ein Kind frühzeitig erkennen. Das ist vor allem in den Herbst- und Wintermonaten wichtig, wenn der Schulweg in der Dämmerung zurückgelegt wird.
Ist die Schule nur mit dem Bus oder der Bahn erreichbar, ergibt sich daraus zusätzlicher Übungsbedarf. Die Kinder müssen lernen, wo sie an der Haltestelle gefahrlos warten können. Außerdem müssen sie verinnerlichen, wie sie sich beim Einsteigen richtig verhalten und dass sie beim Verlassen des Busses oder Waggons nicht wild drauflos rennen dürfen. Ein Fahrrad verringert zwar die benötigte Zeit für den Schulweg, ist aber für Erstklässler noch nicht geeignet. Der DVR rät, das Kind nicht vor Absolvieren der Fahrradprüfung und des Verkehrsunterrichts mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen.
Es sind aber nicht nur die Kinder, die auf dem Schulweg Fehler machen können. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) weist darauf hin, dass im Jahre 2009 40 Prozent aller im Straßenverkehr getöteten Kinder in einem Pkw ums Leben kamen. Dem VCD zufolge sind Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule bringen, oft angespannt. Dadurch gefährdeten sie den Straßenverkehr, die Kinder und sich selbst. Je weniger Autos hingegen auf den Straßen unterwegs seien, desto sicherer werde auch der Schulweg, so die Verkehrsexperten.
Um für mehr Sicherheit zu sorgen, ist auch das sogenannte Laufbus-Modell geeignet. Laufbusse bestehen aus einer Gruppe von Erstklässlern, die zusammen zur Schule gehen. Der "Bus" steuert dabei nach einem festgelegten "Fahrplan" Sammelpunkte an, wo sich weitere Kinder der Gruppe anschließen können. Der Vorteil dieses Modells: nur ein bis zwei Erwachsene müssen den Bus begleiten und auch nur so lange, bis die Kinder erkennbar sicher genug sind den Weg allein zu meistern. Wenn sich die Eltern der ABC-Schützen gut absprechen, verringert sich die zeitliche Belastung der einzelnen Erziehungsberechtigten natürlich erheblich. Eltern müssen vielleicht noch alle 14 Tage den Laufbus begleiten, statt jeden morgen gemeinsam mit dem Sprössling zur Schule zu gehen.
Quelle: dapd , t-online.de , dpa
lena schrieb:
am 2. September 2010 um 14:38:19
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schulweg
leider gibt es nicht mehr an jeder Ecke eine Grundschule. Es werden zuviele geschlossen, so dass die Kinder einen weiteren Weg
haben. Meine müssten jeden Morgen(ca. 7h) eine halbe Stunde (im Herst schon in Dunkeln) in die Schule laufen. An Hauptstrassen und gefährlichen Kreuzungen. Da fahre ich sie lieber schnell, da ich eh in die Arbeit muss und es kein Umweg ist. Ab und zu laufen sie dann nach Hause. Man kann es nicht pauschal sagen - alle Kinder müssen laufen. Es kommt auf die Situation an
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