09.05.2011, 12:30 Uhr | Simone Blaß
Sushi - ja oder nein? In der Schwangerschaft gelten besondere Regeln für die Ernährung. (Bild: Imago)
Nicht nur Alkohol und Nikotin sind tabu, auch auf Leckereien wie Sushi, Carpaccio oder Tiramisu sollten Schwangere besser verzichten. Denn es gibt Lebensmittel, die für eine Frau, die ein Baby erwartet, ungeeignet sind. Dazu gehören rohes Fleisch, roher Fisch sowie alle Produkte aus unbehandelter Milch wie Rohmilchkäse. Der Grund: Bakterien, die dem ungeborenen Kind schaden könnten.
Schwangere wissen normalerweise sehr genau, was ihnen gut tut und was nicht. Wenn man in diesen Monaten auf die innere Stimme hört, dann merkt man schnell, was der Körper verlangt. Doch manchmal trügt der Appetit. Denn es gibt Lebensmittel, die man aus Vernunftgründen besser meiden sollte. Rohes Fleisch und roher oder auch geräucherter Fisch stehen hier an erster Stelle. Also Hände weg von Sushi, Matjes, Tartar oder auch Wurstsorten wie Salami oder Mettwurst. Denn hier können sich Krankheitserreger wie Toxoplasmen und Listerien verstecken, die das ungeborene Kind schädigen können. Auch beim Käse sollte man vorsichtig sein: Weichkäse wie Camembert oder Brie, Mozzarella, Schafs- oder Ziegenkäse können ebenfalls mit den Bakterien verseucht sein und schlimmen Schaden anrichten. Da es viele Käsesorten sowohl in der Rohmilchvariante als auch pasteurisiert gibt, kann man getrost auf Letzteres ausweichen, denn pasteurisierte Käsesorten sind für das ungeborene Baby unbedenklich. Obst und Gemüse sollten immer gut gewaschen werden und am besten kauft man sie in geprüfter Bioqualität, um eine Schadstoffbelastung möglichst auszuschließen. Besonders vorsichtig sollte man auch bei allen Produkten sein, in denen sich Salmonellen verstecken könnten, denn die können Missbildungen beim Kind verursachen. Lebensmittel, in denen Eier verarbeitet werden, sollten nur gut durchgegart gegessen werden und Leckereien wie Tiramisu verschiebt man besser auf die Zeit nach der Geburt. Nicht nur wegen der Eier, sondern auch wegen des Alkohols.
Erwiesen ist, dass Alkohol das Risiko für Fehl-, Früh- und Totgeburten erhöht, sowie zu Missbildungen und verminderter Intelligenz führen kann. Um sicher zu gehen, sollte man den Alkohol möglichst während der ganzen Schwangerschaft meiden. Genau wie Nikotin, das dafür sorgt, dass die Plazenta schlechter versorgt ist und damit zu einer Unterversorgung des Fötus mit Sauerstoff und Nährstoffen führt. Die bisher erwiesenen Folgen sind unter anderem ein zu niedriges Geburtsgewicht, eine erhöhte Gefahr des plötzlichen Kindstods sowie ein erhöhtes Allergierisiko und eine verstärkte Neigung zu Hyperaktivität. Dabei gilt, dass auch im Umfeld einer Schwangeren möglichst nicht geraucht werden sollte, denn selbst das indirekte Aufnehmen der Giftstoffe kann bereits schwerwiegende Folgen haben. (So gefährlich ist Nikotin während der Schwangerschaft)
Gerade Frauen, die vegetarisch leben, ernähren sich meist sehr bewusst und gesund. Doch wenn sie schwanger sind, stellt sich ihnen oft die Frage, ob das Kind die tierischen Stoffe nicht vielleicht doch benötigt. Doch auch während der Schwangerschaft auf Fleisch zu verzichten, schadet dem Baby nicht. Vorausgesetzt, die Frau achtet darauf, genügend Milchprodukte wie Käse und Joghurt und eventuell auch Eier zu sich zu nehmen. Aber auch Hülsenfrüchte, Nüsse oder Kartoffeln liefern notwendige Eiweißstoffe. Besonders wichtig ist während einer Schwangerschaft die ausreichende Versorgung mit Eisen, das nicht nur in Fleisch, sondern auch im Gemüse enthalten ist. Dass Spinat allerdings ein besonders guter Eisenlieferant sei beruht auf einem Irrtum, Hirse dagegen steht an der Spitze. (Hier lesen Sie, wie Sie mit Heißhungerattacken richtig umgehen)
Da der Körper Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln schlechter aufnehmen kann als aus Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs, sollte man ihm die Aufnahme mit Vitamin C erleichtern. Das kann man besonders gut mit frischem Orangensaft oder auch dem Saft der Acerolakirsche, der extrem viel Vitamin C enthält. Es gibt aber auch Nahrungsmittel, die die Eisenaufnahme hemmen. Dazu gehören Kakao und Schokolade genauso wie Zwiebeln, Milch, Cola, schwarzer Tee und Kaffee. Wobei man auf die letzteren drei während der Schwangerschaft sowieso besser verzichten sollte. Koffein und Tein sind in ihrer Auswirkung auf das Ungeborene noch nicht vollständig erforscht, stehen aber in Verdacht, ein verzögertes Wachstum und eine erhöhte Gefahr für eine Fehlgeburt zu begünstigen. Es ist nicht nur wichtig, in der Zeit, in der man ein Baby austrägt, auf das richtige Essen zu achten, sondern auch darauf, was und wie viel man trinkt. Die Blutmenge nimmt zu und der Körper lagert jetzt vermehrt Flüssigkeit ein. Das hat den Vorteil, dass man meist jünger und frischer aussieht. Man muss aber auch darauf achten, diese Flüssigkeit zuzuführen. Mindestens zwei Liter täglich sollten es schon sein. Zu den optimalen Getränken gehören neben einem Glas Milch zwischendurch vor allem ungesüßte Tees, natriumarmes Mineralwasser und verdünnte Fruchtsäfte.
Da sich der Nährstoffbedarf während der Schwangerschaft enorm erhöht, können auch Produkte aus der Apotheke als Nahrungsergänzung sinnvoll sein. Neben Eisenprodukten sind hier vor allem Folsäure und Jod zu nennen. Die zusätzliche Einnahme von Folsäure beginnt man aber am besten bereits dann, wenn man ein Baby plant, denn Folsäure wird vor allem in den ersten Wochen der Schwangerschaft besonders benötigt. Also dann, wenn man selbst vielleicht noch gar nicht bemerkt hat, dass man ein Baby bekommt. Das Vitamin spielt eine herausragende Rolle bei der Prävention von Neuralrohrdefekten wie zum Beispiel dem offenen Rücken oder Entwicklungsstörungen des Gehirns. Eine nicht ausreichende Versorgung kann unter Umständen auch zu einer Fehlgeburt führen. Das Vitamin versteckt sich zwar in Nahrungsmitteln wie Blattsalaten, Vollkornprodukten und Eiern, um den kompletten Bedarf zu decken, kann eine zusätzliche Einnahme von Folsäure-Tabletten aber durchaus sinnvoll sein. Genau wie das Zuführen von Jod. Diesen Mineralstoff benötigt die Schilddrüse zur Erzeugung von Hormonen, die eine wichtige Rolle bei Stoffwechselvorgängen spielen. Handelsübliche Produkte, die für die notwendige Versorgung von Schwangeren mit Jod und Folsäure zur Verfügung stehen, sind oft mit zusätzlichen Vitaminen der B-Gruppe angereichert, die ebenfalls für viele Stoffwechselprozesse entscheidend sind. Allerdings sollte man die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zur Sicherheit immer mit dem Frauenarzt abklären.
Trotz aller Vorsicht darf man aber nie aus den Augen verlieren, dass eine Schwangerschaft eine Zeit ist, in der man es sich einfach besonders gut gehen lassen sollte. In der man sich selbst ein wenig mehr verwöhnen darf als sonst, in der man noch intensiver auf die innere Stimme hört. Gesunde Ernährung gehört da zum Wohlfühlprogramm genauso dazu wie eine besonders intensive Pflege des Körpers und ein bisschen mehr Ruhe. Und wenn man mal Lust auf ein Schokocroissant oder eine Extra Portion Erdbeereis hat, dann sollte man sich das auch gönnen, selbst wenn der zusätzliche Energiebedarf nur rund 250 Kalorien täglich beträgt. Denn schließlich kommt es auch dem Kind zugute, wenn es der Mutter gut geht und sie ihre Schwangerschaft genießt. Und wenn das bedeutet, dass sie gelegentlich mal saure Gurken mit Sahnetorte kombiniert, dann ist das völlig in Ordnung. Solange die Frau darauf achtet, dass ihr grundsätzlicher Nährstoff- und Vitaminbedarf angemessen gedeckt ist.
Leckere Rezepte für die Zeit der Schwangerschaft finden Sie hier:
Quelle: t-online.de
Vanessa schrieb:
am 5. Mai 2011 um 18:06:59
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@Mutter
Genau so war es bei mir auch. Mein Arzt hat genau nachgeforscht, was man wann benötigt und ich habe gezielt gegessen. Auch Dinge,
die ich eigentlich nicht mochte. Mein Kind ist blitzgescheit und war im ersten Lebensjahr nie krank. Konnte mit fünf Monaten sitzen und mit elf Monaten laufen. Wer behauptet, Ernährung wäre egal, der spinnt.
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Mutter schrieb:
am 26. November 2010 um 19:21:27
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Ernährung in der Schwangerschaft
Ich kenne viele Mütter die behaupten: ein Gläschen Sekt schadet nicht oder warum man so ein "Bohei" aus
der Ernährung in der Schwangerschaft machen würde, ihre Kinder seien dennoch gesund zur Welt gekommen.
Das stimmt so aber nicht. Ich bin durchschnittlich intelligent und habe mich in der Schwangerschaft strikt an einen Ernährungsplan gehalten: Mein Sohn ist nun hochbegabt, beherrschte mit fünf Jahren alle Grundrechenarten (hat sich alles selbst beigebracht). Er macht demnächst Abitur.
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