05.10.2010, 13:25 Uhr | Jenni Zwick, rw
Ertrinken gehört zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. (Bild: Imago) (Quelle: imago)
Immer noch sterben in Deutschland mehr Kinder an den Folgen von Unfällen als an Infektionskrankheiten und Krebs zusammen. Laut dem Bundesverband selbstständiger Arbeitsmediziner und freiberuflicher Betriebsärzte (BsAfB) verunglückten im Jahr 2006 336 Kinder unter 15 Jahren tödlich. 196.560 Kinder mussten wegen einer Verletzung stationär im Krankenhaus behandelt werden. Auch die Zahl der verletzten Kinder, die ärztlich versorgt werden müssen, ist mit jährlich rund 1,6 Millionen alarmierend. Aber wie reagieren Eltern im Notfall richtig? Welche Maßnahmen sind wann erforderlich?
Ersticken, Ertrinken, Verbrennen, Sturz und Verkehrsunfall sind die fünf häufigsten Todesursachen bei Kindern. Gerade in diesen Bereichen können laut Experten etwa 60 Prozent der Notfälle durch präventive Maßnahmen oder Wissen um mögliche Gefahrenquellen vermieden werden. Wenn es zu einem Unfall kommt, können Eltern, Erzieher oder Passanten durch ihr schnelles Eingreifen die Folgeschäden um ein Vielfaches verringen. Einen Erste-Hilfe-Kurs haben die meisten Erwachsenen absolviert, doch unterscheiden sich Kinder im Körperbau und in der Körperfunktion deutlich von Erwachsenen. Ebenso unterscheidet sich die Erste Hilfe am Kind in wichtigen Punkten von der Ersten Hilfe am Erwachsenen. Und bei den meisten Menschen ist der letzte Kurs recht lange her.
Bei den meisten Unfällen sind Wiederbelebungs-Maßnahmen zum Glück nicht nötig. Sollte trotzdem einmal eine Atemspende und Herzmassage bei einem Kind notwendig sein, rät die "Bundesarbeitsgemeinschaft für mehr Sicherheit für Kinder": Versuchen Sie es auf jeden Fall! Auch ein ungeübter Versuch zur Wiederbelebung ist im Zweifel für das Kind nützlicher als gar keine Hilfe. Kommt es zu einer Notsituation mit Herz-Kreislauf-Stillstand, beispielsweise beim plötzlichen Kindstod oder bei einem Verkehrsunfall, müssen sofort Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden, um den Sauerstoffmangel auszugleichen und Hirnschäden zu vermeiden.
Eine besondere Gefahrquelle für Kinder sind auch Vergiftungen. Der Grund ist, dass der Organismus der Kleinen viel sensibler auf viele Substanzen reagiert, die für Erwachsene ungefährlich sind. So reagieren vor allem Kleinkinder sehr empfindlich auf Produkte, die Kampfer, Eukalyptus, Thymian und Pfefferminzöl enthalten. Unwissende Eltern, die eine Erkältung ihres Kindes auf eigene Faust mit stark eukalyptushaltigen Salben behandeln, können ihren Sprösslingen also schnell schaden. Pfefferminzöl darf nicht im Rachen-, Nasen- und Brustkorbbereich angewendet werden. Zeigt ein Kind akute Vergiftungssymptome, wie Atemnot, Krämpfe oder Bewusstseinsveränderungen, sollten Eltern unverzüglich einen Notarzt oder eine Giftnotrufzentrale kontaktieren.
Was für einen Notfall bei Erwachsenen gilt, das gilt bei Kindern erst recht: Bewahren Sie Ruhe! Aufgeregte, panische, schreiende oder weinende Eltern können nicht angemessen auf die Notsituation reagieren, so die Bundesarbeitsgemeinschaft für mehr Sicherheit für Kinder. Außerdem gehe wertvolle Zeit für das Kind verloren. Das Kind werde zusätzlich verunsichert und bekomme Angst. Außerdem bemängelt die Bundesarbeitsgemeinschaft, dass nicht in jedem Haushalt ein gut ausgestatteter Verbandskasten zu finden sei. Wer Kinder hat oder betreut, sollte sich einen Verbandskasten anschaffen, um im Ernstfall schnell eingreifen zu können. Aber wissen Sie überhaupt noch, was im Falle eines Unfalls zu tun ist? Und wissen Sie, welche Dinge Sie bei kleinen Kindern besonders beachten müssen?
Bewahren Sie Ruhe.
Verschaffen Sie sich rasch einen Überblick über die Gefahrensituation.
Retten Sie das Kind aus der akuten Gefahrensituation.
Sichern Sie die Gefahrenstelle ab, damit keine weiteren Unfälle geschehen - zum Beispiel Herd abschalten oder Sicherungen ausstellen.
Beruhigen Sie das Kind durch ruhiges Sprechen oder Streicheln. Sprechen Sie auch dann mit dem Kind, wenn Sie nicht sicher sind, ob es Sie hören kann.
Untersuchen Sie das Kind zügig, aber ohne Hast auf Verletzungen.
Bei Vergiftungssymptomen sollten Sie nach dem Notruf dafür sorgen, dass Ihr Kind viel trinkt. Damit kann die giftige Substanz verdünnt werden.
Kontrollieren Sie die Atmung. Prüfen Sie, ob die Atemwege frei sind und ob das Herz schlägt. Herzschlag beziehungsweise Puls prüfen Sie bei Säuglingen am besten an der Innenseite des Oberarms oder in der Leiste, bei größeren Kindern an der Halsseite. Am besten erkennen Sie am Bauch, ob ein Kind atmet - dazu legen Sie eine Hand unterhalb der Rippen auf den Bauch. Hebt sich die Bauchdecke, atmet das Kind.
Bei Herz- und Atemstillstand müssen Sie unverzüglich den Notarzt rufen: Notruf 112! Danach beginnen Sie direkt mit Mund-zu-Nase-Beatmung und Herzmassage. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten Mund und Nase gemeinsam beatmet werden. Immer zuerst mit Mund-zu-Nase-Beatmung beginnen, damit die Sauerstoffversorgung im Blut gesichert ist. Tipp: Üben Sie das Auffinden des Pulses beim gesunden Kind.
* Quelle: kindersicherheit.de
Quelle: ots , t-online.de
Freidenker schrieb:
am 29. November 2011 um 18:32:15
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Eltern
Eigentlich sollte es die Pflicht von Müttern und Vätern sein, Erste Hilfe leisten zu können, und nicht nur bei Kindern.
Aber man
beschäftigt sich nicht gerne mit der Realität, gell!
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kusseline schrieb:
am 5. Oktober 2010 um 14:58:28
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DRK-Kurs
Ich habe mich grad aktuell für einen Erste-Hilfe-am-Kind-Kurs beim örtlichen DRK angemeldet. Da ich 3 kleine Kinder habe und mein
einziger Erste-Hilfe-Kurs bei der Fahrschule war, dachte ich, ich sollte das unbedingt mal wieder auffrischen und speziell für Unfällen bei Kinder einigermaßen gerüstet sein! Ich finde, sowas sollte für alle, die mit Kindern zu tun haben - ob eigene oder nicht - Pflicht sein, wie auch ein Führerschein! Dann wären sicher viele Unglücke zu vermeiden!
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Inge schrieb:
am 5. Oktober 2010 um 14:18:41
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Erste Hilfe am Kind
@M: Die Kurse gibt es, nehme selbst gerade an einem 6-teiligen Kurs teil. Informiere Dich doch am Besten beim DRK, ob ein
Kurs in Deiner Nähe angeboten wird!
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