16.10.2008, 09:55 Uhr | ots; ruf
Das Baden im offenen Meer ist besonderes risikoreich. (Bild: Archiv)
Ob am heimischen Baggersee oder im Strandurlaub - Sommerzeit ist Badezeit. Doch gerade für kleine Wasserratten birgt das Badevergnügen viele Gefahren. Bei Kindern im Vorschulalter ist Ertrinken die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache und liegt in den Statistiken damit direkt hinter Unfällen im Straßenverkehr. So kann bereits das Planschbecken im Garten zum Risiko werden. Denn schon eine Wassertiefe von nur zehn Zentimetern ist für Kleinkinder eine tödliche Gefahr. Insgesamt kommen in Europa jedes Jahr mindestens 30.000 Kinder und Erwachsene bei Badeunfällen ums Leben - die Zahl der "Beinahe-Ertrinkungsunfälle" liegt sogar noch bis zu zehnmal höher, warnen Experten vom Deutschen Ring.
Das Hauptproblem sehen Experten darin, dass immer weniger Kinder richtig schwimmen lernen. "Rund 40 Prozent der Zehnjährigen können nicht schwimmen", erklärt Bayerns DLRG-Präsident Dieter Hoffmann in Bamberg zu Beginn der Freibad-Saison. Vor fünf bis zehn Jahren hätten noch 95 bis 100 Prozent der Kinder schwimmen können. Im Jahr 2007 sind die Ertrinkungsunfälle bei Kindern und Jugendlichen zwar deutlich zurückgegangen, dennoch zeigt die Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), dass neben älteren Jugendliche insbesondere auch Kindern im Vorschulalter gefährdet sind. So ertranken 18 Vorschulkinder und 21 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren. Im Jahr 2006 waren es 29 Kinder bis fünf Jahren und 34 Jugendliche.
Im Sommerurlaub ist die Unfallgefahr besonders hoch. Allzu oft werden in der unbeschwerten und sorglosen Stimmung mögliche Gefahren ausgeblendet - auch von Erwachsenen. Doch gerade das Baden im offenen Meer ist besonderes risikoreich. Denn Touristen kennen oftmals die örtlichen Bedingungen nicht. So können selbst bei ruhiger See jederzeit gefährliche Strömungen auftreten, die die Badenden ins offene Meer hinaustragen und selbst gute Schwimmer in Lebensgefahr bringen können.
"Da Unfallgefahren nie vollkommen ausgeschlossen werden können, gehört eine Auslandsreise-Krankenversicherung unbedingt mit ins Reisegepäck", erklärt Jens Christian Berggreen, Gesundheitsexperte für Kinder und Jugendliche beim Deutschen Ring. "Dieser private Versicherungsschutz bietet Leistungen die weit über die der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen - bis hin zum Rücktransport per Ambulanzflug."
Neben der akuten Notfallversorgung darf jedoch die Absicherung möglicher Spätfolgen nicht vergessen werden. Denn oftmals bleiben Kinder, die bei Badeunfällen gerettet werden können, ein Leben lang massiv geschädigt. Der Grund: Innerhalb weniger Minuten kann es im Gehirn aufgrund von Sauerstoffmangel zu irreparablen Schäden kommen. Auf jedes ertrunkene Kind entfallen statistisch vier weitere Kinder, die meist schwere, geistige Behinderungen davontragen. "Derartige Unfallfolgen bedeuten nicht nur große körperliche und seelische Leiden des Kindes, sondern häufig auch immens hohe Kosten für die Familien", sagt Berggreen. Gut, wenn durch eine private Kinderunfallversicherung vorgesorgt wurde. Denn wenn Kinder durch Unfälle in der Freizeit invalide werden, bekommen sie vom Staat keine finanzielle Unterstützung.
ots; ruf
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