29.08.2011, 12:04 Uhr | Jenni Zwick
Kinder exakt gleich zu behandeln ist ein Ding der Unmöglichkeit. (Quelle: imago)
Geht es um Gerechtigkeit in der Familie, werden Kinder gerne zu Oberaufsehern, Aufpassern und kleinen Moralaposteln. Sie vergleichen, wägen ab und kommentieren lautstark ihre Ergebnisse. Dabei geht es nicht nur um das Eis zum Nachtisch - je nach Alter des Kindes werden auch Aktivitäten, Kuschelzeit und elterliche Ermahnungen aufgewogen. Eltern stehen oft hilflos daneben und überlegen sich, wie sie noch gerechter erziehen können - und laufen damit in eine große Falle. Denn Gerechtigkeit heißt nicht Gleichartigkeit - schon gar nicht, wenn ein größerer Altersabstand zwischen den Geschwistern besteht. Wir sagen Ihnen, wie Sie fair erziehen und so Geschwisterrivalitäten vermeiden.
Es ist fast unmöglich seine Kinder exakt gleich zu behandeln - sie sind unterschiedlich alt, haben andere Interessen und verschiedene Wesensarten. Kurz: Sie haben unterschiedliche Bedürfnisse, auf die die Eltern eingehen müssen. Der Sechsjährige darf nach sieben Uhr noch fernsehen, der Dreijährige muss um diese Uhrzeit schon ins Bett. Dafür darf der kleine Bruder nachts noch ab und an ins Elternbett kriechen. Das heißt nicht, dass die Eltern ein Kind vorziehen oder dem Anderen etwas vorenthalten.
Eltern sollten gar nicht den Anspruch haben, alles genau gleich machen zu wollen. Sie sollten sich eher nach den Bedürfnissen ihrer Kinder richten. Für den großen Bruder ist es wichtig, zu einer anderen Zeit ins Bett gehen zu dürfen als sein kleiner Bruder. Daran erkennt er, dass er der "Große" ist. Er hat Privilegien, muss aber auch akzeptieren, dass sein Bruder als der "Kleine" eben noch ins Elternbett darf - und er nicht. Der Grundsatz in der Familie sollte heißen: "Nicht alle Kinder bekommen das Gleiche, aber jedes Kind bekommt das, was es braucht."
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Je stärker die Eltern selbst auf Gerechtigkeit in der Erziehung achten, umso mehr pochen meistens die Kinder auf ihr "Recht". Nur weil der kleine Bruder mittags einen Nachtisch bekommen hat, als der große Bruder noch mit einem Freund auf dem Spielplatz war, heißt das nicht, dass dieser Nachtisch abends ersetzt werden muss. Oder alle Geschwisterkinder auch eine neue Jacke bekommen müssen, weil das Nesthäkchen schon wieder aus seiner Jacke herausgewachsen ist. Es ist völlig okay, als Eltern zu sagen: "Stimmt, dein Kuchenstück ist etwas kleiner, es ist eben nur noch wenig da." Wenn nicht jedes mal das gleiche Kind das kleinere Stück bekommt, werden die Kinder schnell merken, dass es nicht darum geht, immer genau gleich viel zu bekommen, sondern im Gesamten gleichberechtigt behandelt zu werden.
Denn, was Kinder gerecht finden, definieren zum größten Teil die Eltern durch ihre Erziehung und ihr Verhalten. Je größeren Wert die Eltern auf Gerechtigkeit legen, umso wichtiger wird sie für ihre Kinder. Das birgt die Gefahr, dass die Kinder zu kleinen Pedanten heranwachsen und dann auch in einem anderen Umfeld zu kleinen Tyrannen werden. Denn in der Schule, im Kindergarten oder im Sportverein gibt es keine ausgleichende Gerechtigkeit, so dass besonders gerechtigkeitsliebende Kinder in diesem Umfeld besonders oft anecken.
Wollen es Eltern besonders gut und vor allem gerecht machen, merken Kinder schnell, dass sie die Gerechtigkeit als Druckmittel gegen die Eltern verwenden können. Kinder haben feine Antennen für die Schuldgefühle ihrer Eltern und nutzen diese aus. Durch ihr Verhalten stehen die Eltern in der Bringschuld und geraten in Stress, weil sie ja selbst gerecht verteilen möchten - und dabei immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Sie rechnen auf, erlauben Dinge, die eigentlich gegen die Familienregeln verstoßen und übersehen, dass sie vor lauter Gerechtigkeit ihre Ansichten und Regeln den Kindern gegenüber nicht mehr authentisch vertreten. Sie lassen sich von ihren Kindern erpressen, was ungesund für die ganze Familie ist und auf längere Sicht die Geschwisterrivalität steigert.
Wichtig ist nicht wie viel, sondern was ein Kind bekommt. Pocht der große Bruder auf seinen Nachtisch, den sein Bruder mittags bekommen hat, kann seine Mutter mit gutem Gewissen sagen, dass es jetzt nichts Süßes mehr gibt, dass er aber am nächsten Tag auf den Spielplatz ein kleines Hanuta für sich und seinen Freund mitnehmen darf. Es ist weniger schlimm, seinem Kind etwas abzuschlagen und es damit zu enttäuschen, als sich erpressen zu lassen und so das ausgewogene Eltern-Kind-Verhältnis zu stören. Viel wichtiger ist es, Kindern etwas anderes zu vermitteln: die Erfahrung von Geborgenheit und emotionaler Nähe.
Quelle: t-online.de
igor aus warmensteinach schrieb:
am 13. September 2011 um 11:20:23
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@Leila
da solltest du mal zu uns kommen. wir sind heute nämlich immer noch so arm, dass wir kondome zweimal auswaschen und dann als
luftrballons nehmen damit unsere 7 was zum spielen haben. das wirst du als superreiche natürlich nicht verstehen aber auf dem land da ist das halt so. frag mal bauer heinrich wenn er die beiden weiber dätschelt, die freunding und gleichzeitig die kuh, oder siehst du kein fernsehn????
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Leila schrieb:
am 4. September 2011 um 16:35:39
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@igor aus warmensteinach
Deine Geschichte klingt ja phantasievoll, aber ziemlich unglaubwürdig. Es kam ja nicht mal in den ärmsten
Bauernfamilien vor, dass ein Kind nichts zu essen bekam, nur weil zu wenig Porzellan vorhanden war. Dann schnitzte man eben Teller aus einfachem Holz oder die ganze Familie aß von einer großen Platte, die in die Mitte des Tisches gestellt wurde. Das Problem waren nicht zu wenig Teller, sondern zu wenig zu essen!
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guter Sohn schrieb:
am 2. September 2011 um 09:56:54
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@Mutter
Ich möchte nicht ihr Kind sein, nur benachteiligt zu werden, weil ich der andere bin. Achtung, total falscher weg. Der eine wird sie
über alles lieben, aber der andere wird sie auf den Tod hassen. Alle gleich behandeln, heißt nicht, daß sie das gleiche Spielzeug bekommen, aber der Wert mjuß gleich sein. Der eine braucht 10€ für Gummies und der andere für Zigaretten, ok. jeder bekommt 10 Euros. Gleich!
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