22.09.2010, 15:11 Uhr
Ein Viertel aller Kinder wächst in Deutschland derzeit ohne Geschwister auf. (Bild: imago)
Einzelkinder wie der Philosoph Jean-Paul Sartre, die Schauspielerin Marilyn Monroe oder die Sängerin Shakira haben es weltweit zu Ruhm gebracht. In Deutschland wächst derzeit etwa jedes vierte der 13,3 Millionen Kinder ohne Geschwister auf. Doch alte Vorurteile wie das vom verwöhnten Egoisten, der das Rampenlicht gewohnt ist, lassen sich nach Einschätzung von Fachleuten nicht belegen. "Es ist heute kein Manko, ein Einzelkind zu sein", sagt Christian Alt vom Deutschen Jugendinstitut in München. "In der Summe sind Einzelkinder nicht besser und nicht schlechter dran als Geschwisterkinder."
Geschwisterkinder erziehen sich gegenseitig und lernen voneinander, zählt die Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, Paula Honkanen-Schoberth, Vorteile auf. "Einzelkinder stehen allein gegen die Elternfront." Andererseits hätten ihre Eltern aber meist auch mehr Zeit für sie. "Das birgt auch die Gefahr, dass die Eltern alle ihre Hoffnungen und Erwartungen auf das eine Kind richten." Mit der Pflege der alternden Eltern seien Einzelkinder zudem allein.
Egoistischer seien Einzelkinder jedoch keineswegs, "oft sind sie sogar sozialer und geben gerne weiter, weil sie so viel bekommen haben", berichtet Honkanen-Schoberth. Christian Alt sieht bei der Medien-Nutzung einen deutlichen Vorteil für Einzelkinder. "Sie müssen den Computer nicht mit Geschwistern teilen." Andererseits zeigten Studien, dass Jungen und Mädchen im Umgang mit Computern erheblich von Geschwistern profitierten, die mindestens vier Jahre älter seien.
Honkanen-Schoberth rät Eltern von Einzelkindern, schon früh Kontakte ihrer Kinder zu Freunden, Cousins und Cousinen zu fördern. Kinder, die ausschließlich bei Erwachsenen groß würden, bräuchten früh Gruppen - etwa in Kindertagesstätten oder Sportvereinen - um von anderen Kindern zu lernen und sich mit ihnen messen zu können.
Aber längst nicht alle Einzelkinder bleiben auf Dauer Einzelkinder, wie Christian Alt betont. Mindestens zwei Drittel aller Kinder in Deutschland haben wenigstens einen Bruder oder eine Schwester. "Die Leute wollen am liebsten zwei Kinder, und zwar erst einen Jungen und dann ein Mädchen." Daran habe sich seit Jahrzehnten nichts geändert. In anderen Fällen sorgt ein neuer Partner eines alleinerziehenden Elternteils mit seinem Nachwuchs für eine Patchworkfamilie.
Dass es in vielen Fällen bei nur einem Kind bleibt, begründet Honkanen-Schoberth vor allem mit der Schwierigkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren. Dazu kämen die Angst vor Arbeitslosigkeit und davor, die Kinder möglicherweise alleine groß ziehen zu müssen. "Wo es sichere Zukunftsperspektiven, familienfreundliche Arbeitsplätze, gute Betreuung und finanzielle Sicherheit gibt, ist die Wahrscheinlichkeit auch größer, viele Kinder zu bekommen."
Im Osten Deutschlands jedenfalls hat die Zahl der Einzelkinder in den vergangenen Jahren - anders als im Westen - deutlich zugenommen, wie das Statistische Bundesamt berichtet. 35 Prozent der rund 2,1 Millionen Minderjährigen wuchsen dort 2009 ohne Geschwister auf. 13 Jahre zuvor waren es nur 29 Prozent. Im Westen hingegen liegt der Anteil in diesem Zeitraum unverändert bei 23 Prozent.
Quelle: dpa
brunhilde schrieb:
am 14. Januar 2012 um 11:14:51
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einzelkida
also ich finde, es werden zu schnell vorurteile gezogen. ich bin selbst einzelkind und ichfinde das gut. alle sollten einzelkinda
sein. ich finde das angebracht. mein vater hat immer gesagt einzelkinda sind netter.und schöner
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Justice schrieb:
am 27. September 2010 um 23:43:56
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Einzelkind
Typisch, diese Klischees. Es gibt Geschwisterkinder, die in einer Familie einsam sind, da die Eltern keine Zeit oder "keinen Bock"
haben, und es gibt Einzelkinder, die durchaus das Gruppenerlebnis suchen und finden, sie brauchen eben etwas länger dazu. Ein Grund für Einzelkinder, den sollte man nicht vergessen, ist die Tatsache, dass sich viele Familien nicht mehr Kinder leisten können oder, ganz im Gegetneil, die Karriere wichtiger ist. Unser Staat fördert Einzelkinder oder gar Kinderlosigkeit.
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Diana schrieb:
am 27. September 2010 um 17:19:11
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Einzelkinder
Ich war ein Einzelkind und meine Tochter ist es jetzt auch. Lieber Herr Deppendorfer (passend zu ihrem Kommentar) leider ist es
nicht jedem gegönnt noch mehr Kinder zu haben, die Gesundheit spielt nicht immer mit. Aber ich bin mit meinen vielen Cousins/inen aufgewachsen und unsere Tochter viele Freunde. Sie kann gut teilen, nimmt sehr viel Rücksicht auf jüngere Kinder und wird auch von uns verwöhnt ( wenn es im Rahmen liegt). Und bisher hat sie sich prima entwickelt.
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