Startseite Jetzt bestellen: Call & Surf Comfort, das DSL-Komplettpaket zum Surfen & Telefonieren

Sie sind hier: Home > Eltern > Baby >

Familienplanung im Online-Shop

...

Leihmutter-Doku: Hier klicken, Papi werden

03.09.2010, 15:11 Uhr | Christian Buß

Familienzuwachs durchs Onlinebestellung.

Babybestellung per Mausklick. (Bild: SWR)

Per Mausklick zum Babyglück? Eine TV-Dokumentation verrät, wie Familienplanung per Online-Shopping funktioniert. "GoogleBaby" zeigt Eltern in spe, die im Web weltweit nach billigen Leihmüttern suchen - und wie das Wunschkind so zum Dumping-Baby wird. Die Frauen lächeln. Sie preisen ihre körperlichen und charakterlichen Vorzüge. Einige halten stolz ihre Kinder in den Armen. Seht her, so prächtig gedeihen die! Was eigentlich bedeutet: Seht her, so prächtig könnten auch eure gedeihen!

Babybestellung per Mausklick

Die Sympathieträgerinnen, die sich hier in Videos auf der Internetseite eines US-Unternehmens präsentieren, bieten ihre Eizellen zum Verkauf an. Da wird das eigene Kind schon mal zum kommerziellen Ausstellungsstück, bei dem sich der Kunde einen Eindruck über das zu erwerbende Produkt verschaffen kann. Die beiden schwulen Israelis, die gerade die Seite studieren, sind ja durchaus anspruchsvolle Kunden.

Mit souveräner Hand klicken sie am Laptop durch die Kategorien, schließlich kann man sich den Nachwuchs übers Menü selbst zusammenstellen. Blond, brünett, schwarzhaarig? Sportlerin, Akademikerin, Künstlerin? Christin, Buddhistin, Jüdin? "Die reizt mich gar nicht", mäkelt einer der beiden Männer bei Betrachtung einer Eizellenanbieterin, die sich etwas weniger flott in Szene gesetzt hat. Dass eine andere Eizellenanbieterin in ihrem Video ihre koschere Ernährung preist, bringt sie bei dem jungen Mann und dessen Lebensgefährten in die engere Auswahl.

Elternglück aus dem Online-Shop

In der Dokumentation "Google Baby" der israelischen Filmemacherin Zippi Brand Frank wird Familienplanung als erweiterte Form des Online-Shoppings gezeigt. Einer, der sich auf diese Nachwuchsorganisation per Mausklick spezialisiert hat, ist der Mittdreißiger Doron, ebenfalls Israeli, ebenfalls schwul, ebenfalls Vater eines "Internetkindes". 140.000 Dollar haben er und sein Lebensgefährte für die US-Leihmutter gezahlt - jetzt ist er glücklich. Und weil Doron möchte, dass auch nicht so gut situierte schwule Freunde diese Art von Elternglück empfinden können, hat er ein Transfergeschäft eröffnet. Er lässt Eizellen in den USA befruchten, die so gewonnenen Embryos einfrieren und in Indien bei günstigen Leihmüttern einsetzen. Dumping-Baby muss man so was wohl nennen.

"Indien liegt in bestimmten Geschäftsbereichen eben voll im Trend", doziert Doron am Flughafen von Mumbai. "Viele internationale Firmen lassen hier ja auch kostengünstig ihre Software programmieren." Als gäbe es nicht Unterschiede zwischen Pränatalmedizin und IT-Industrie.

Keine Pauschalverurteilung der Pränatalindustrie

Lässt sich die Nachwuchsorganisation tatsächlich auf die Frage reduzieren, wie man biologische, kommunikative und ökonomische Prozesse aufeinander abstimmt und optimiert? Um Missverständnissen vorzubeugen: "Google Baby" ist keine Pauschalabrechnung mit der Pränatalindustrie, und schon gar nicht geht es hier um eine Verurteilung gleichgeschlechtlicher Paare mit Kinderwunsch. Vielmehr zeigt der in Israel, den USA und Indien gedrehte Film, wie man als Mensch mit Sehnsucht nach Nachwuchs in einen komplett entfesselten globalisierten Markt gerät. Ob Eizelle, Sperma, Mutterbauch - man kauft oder mietet sich dort ein, wo die Preise stimmen.

Das Baby wird zur Ware, dessen Einzelteile effizient über Mausklicks bestellt werden. Und je nach Art des Teils und nach Herkunftsland fällt der Gegenwert aus. Die junge Frau aus dem Süden der USA, die in "Google Baby" ihre Eizellen offeriert, wird sich von dem Erlös endlich das marode Eigenheim ihrer Familie renovieren lassen. Die indische Leihmutter indes kauft sich und ihrem Mann für die Vermietung ihres Bauches gleich eine ganze neue Unterkunft.

Zwei Embryos für den Preis von einem

In der deutschen Kinderdebatte wird ja gerne ins Feld geführt, dass das Aufziehen des Nachwuchses in etwa so teuer ist wie der Erwerb eines Einfamilienheimes. Diese abstrakte Aussage erfährt in "Google Baby" eine denkbar radikale Konkretisierung: Gibst du mir Kind, gebe ich dir Haus.

Indische Leihmütter und orientalischer Geschäftssinn

Wie korrekt kann so ein Handel vonstatten gehen? Ein Großteil des 80-Minüters beschäftigt sich mit der Klinik der indischen Ärztin Dr. Nayna Patel, unter deren Aufsicht ständig rund 50 Leihmütter Kinder für Paare in aller Welt austragen. Die Regeln der Medizinerin und Unternehmerin sind streng: Jede ihrer Frauen muss schon ein eigenes Kind haben, täglich gibt es einen Gesundheitscheck und frische Nahrung.

Spiritualität, Geschäftssinn und chirurgischer Fleiß gehen bei Dr. Patel gut zusammen. Während sie zum Kaiserschnitt ansetzt, bespricht sie am Handy noch ein paar Lieferungen nach Europa oder in die USA. Ist das Baby auf der Welt, ruft sie: "Gepriesen sei Krishna!"

Standardpreis sogar bei Doppelbestellung

Für das junge schwule Pärchen, das am Anfang im Internet nach der optimalen Eizellenspenderin gesucht hat, hält die indische Pränatal-Entrepreneurin ein besonderes Angebot bereit. Um ganz sicher zu gehen, dass es mit dem Austragen klappt, könne man auch zwei Leihmüttern parallel Embryonen einsetzen lassen. Eines sollte auf jeden Fall durchkommen; und wer Glück hat, wird zum Standardpreis gleich mit zwei Säuglingen beschenkt. Vermutlich ist diese Offerte Teil der Strategie, der stetig wachsenden Konkurrenz im Geschäft mit den Leihmüttern zu begegnen. Nach dem Motto: Wenn es bei McDonald's funktioniert, dann vielleicht auch bei Baby-Bestellungen - buy one, get one free!

Arte "Google Baby", Sendezeiten:03.9.2010 um 22:40 Uhr, 05.09.2010 um 01:35, 23.09.2010 um 14:45.


Quelle: Spiegel Online

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Familienplanung im Online-Shop" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Familienplanung im Online-Shop" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (6)

zum Forum

Thema: "Familienplanung im Online-Shop"

Rana schrieb: am 12. September 2010 um 11:06:30
(0) (0) Sprachlos
Wenn ich versuche, mich an die Gefühle solcher Kinder anzunähern, dann dreht sich mir der Magen um. Ich jedenfalls würde kein
von einer Leihmutter ausgetragenes Kind sein wollen!
mehr Kommentar melden

Leo schrieb: am 5. September 2010 um 09:25:20
(0) (0) totkranke Welt
Nein, mit Religion, auch pseudo, habe ich nichts am Hut. Aber wenn ich das lese, dann denke ich, der Weltuntergang kann nicht
mehr lange auf sich warten lassen.
mehr Kommentar melden

Ursula schrieb: am 4. September 2010 um 09:40:10
(0) (0) Familienplanung
Kinder im Onlineshop, zum Kotzen, Kinder wie jede x-beliebige Ware zu bestellen. In welcher Welt leben wir.

Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Gefeierter Franzose
Spitzenweine von Hawesko

Sechs Flaschen 2006er Domaine la Casenove + vier Gläser für 39,- € statt 78,30 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Zum Kennenlern-Preis
Qualitätshemden von Walbusch

Zwei Qualitätshemden Ihrer Wahl für nur 50,- € : 5 Jahre Garantie und Retoure kostenlos. zum Special

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Weiche Schale, harter Kern!
Weiche Schale, harter Kern! Mit dem richtigen Gepäck macht der Urlaub doppelt Spaß! Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires von koffer-direkt.de

Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires: Voll gepackt mit guten Preisen von koffer-direkt.de.


Downloads & Shops

Dragon Naturally Speaking Home 11
Dragon NaturallySpeaking Home 11 ohne Hardware

Das PC-Diktat zum Sonderpreis. Download

WISO Sparbuch 2012
WISO Steuer-Sparbuch 2012

Holen Sie das Beste aus der Steuererklärung - Ihr Geld. Download

Drei auf einen Streich
Das Rettungs-Simulationspaket (Quelle: rondomedia)

Polizei-, Feuerwehr- und Rettungswagen-Simulator. Jetzt kaufen

"Die drei Musketiere"
"Die drei Musketiere"

Einer für alle und alle für einen! Neuverfilmung mit Topbesetzung hier!


Aus anderen Bereichen

FC Bayern jagt den "Schweden-Rooney"
John Guidetti hat bisher 17 Tore in 15 Ligaspielen für Feyenoord erzielt. (Quelle: imago)

17-Tore-Bubi mischt Hollands Liga auf. mehr

Whitneys Leiche an die Familie übergeben
Whitney Houston soll an einem Medikamenten- und Alkoholmix gestorben sein. (Quelle: dpa)

Die ersten Details zur Trauerfeier. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Baby
Baby-Foto des Jahres 2011
Wählen Sie das Babyfoto des Jahres 2011. (Quelle: t-online.de)

Voting: Wählen Sie ihren Favoriten aus den zwölf Gewinnerbabys 2011. Wettbewerb

Eltern-App
Die kostenlose Eltern-App
Eltern-App - Ihr kostenloser Service des deutschlandweit größten Internetportals t-online.de.  (Quelle: t-online.de)

Ihr Ratgeber vor, während und nach der Schwangerschaft. Download

Einkaufswelt
Alles für mein Baby
Alles für mein Baby.

Hipp, hipp, hurra! Über 150 Marken zu günstigen Preisen. zum Special

Bestellen Sie hier den Eltern-Newsletter!Folgen Sie uns auf Twitter!Werden Sie Fan von t-online.de auf Facebook!Folgen sie hier dem Eltern-RSS-Feed!
Kleinkind
Kuscheltiere nicht waschen
Das Kuscheltier ist ein Begleiter in Freud und Leid. (Quelle: imago)

Kinder und Kuscheltiere - das ist eine echte Beziehung. Darum ist der "Eigengeruch" so wichtig. mehr

Eltern-Service
Kein Kitaplatz?
Eine Alternative zur Kita. (Foto: sitter-team.de)

Hier finden Sie eine Alternative zur Kita: Gegenseitige Betreuung im familiären Umfeld. Kinderbetreuung

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige