17.01.2011, 12:24 Uhr | Simone Blaß
Experten fordern, Fast-Food-Menüs für Kinder nicht mehr mit Spielzeug zu bewerben. (Foto: imago)
Schon die Allerkleinsten kennen die Marken und Logos der Fast-Food-Ketten. Ob es am Essen liegt oder doch eher an den Spielzeugbeigaben? Tatsache ist: Unsere Kinder ernähren sich kalorien- und fettreicher als früher, während sie sich gleichzeitig weniger bewegen. Weil immer mehr Kinder und Jugendliche an Übergewicht leiden, fordert nun der FDP-Gesundheitsexperte Erwin Lotter, Fast-Food-Menüs für Kinder nicht mehr mit Spielzeug zu bewerben.
Wegen der zunehmenden Zahl übergewichtiger Kinder in Deutschland hat der FDP-Gesundheitsexperte Erwin Lotter vor der Spielzeug-Werbung von Fast-Food-Ketten gewarnt. Kinder dürften nicht mehr über Spielzeug zum Konsum von stark fett- und salzhaltigen Lebensmitteln verführt werden, sagte Lotter der "Bild"-Zeitung und verwies auf einen derzeit laufenden Modellversuch in den USA. "Das ist auch in Deutschland wünschenswert: mehr Bürger gegen Burger", sagte der Gesundheitsexperte.
"Jetzt endlich haben die USA dem Speck auf Bauch und Hüften ihrer Jugend den Kampf angesagt", sagte Lotter. Er begrüße die Initiative ausdrücklich. Statt mit Hilfe von "Marketingperversionen wie etwa Apfelstückchen in Frittenform als Vitaminplacebo", mit der Eltern ihr Gewissen beruhigen würden, sollten sie ihren Kindern frische Vitamine und eine ausgewogene Ernährung bieten. "Das kostet vielleicht etwas mehr Zeit und Mühe, aber einseitiger Fast-Food-Konsum kostet die Gesundheit."
Ausgewogen soll es sein, das Essen, das wir uns für uns und unsere Kinder wünschen. Abwechslungsreiche Mischkost, möglichst frisch zubereitet und ohne künstliche Zusätze. Nur leider ist dieser Wunsch oft meilenweit von der Realität entfernt, denn wenn es schnell gehen muss, werden die guten Vorsätze flugs verdrängt. Dabei ist die richtige Ernährung für eine optimale kindliche Entwicklung eine wichtige Voraussetzung und auch für das Wohlbefinden der Erwachsenen nicht unerheblich. Ergebnisse der so genannten DONALD-Studie, einer Langzeitstudie am Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund, zeigen, dass bereits Kinder ab dem zweiten Lebensjahr zu viel Fett, Eiweiß und Zucker zu sich nehmen. Da verwundern die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung veröffentlichten Zahlen nicht, die besagen, dass schon jedes fünfte Kind und mehr als jeder dritte Jugendliche in Deutschland übergewichtig sind.
Der Medizinjournalist und Ernährungsexperte Sven-David Müller ist sich sicher, dass Zeit und eine gesunde Ernährungsweise nichts miteinander zu tun haben. "Ungesunde Ernährung geht nicht schnell und sie ist zudem teurer. Wichtig ist, dass die gesamte Familie zusammen einkauft. Denn schon da entscheidet sich der Gesundheitswert. Kinder müssen sich ihr Lieblingsgemüse und -obst aussuchen dürfen. Sie sollen wissen, wo die Lebensmittel herkommen und Lebensmittel als Mittel zum Leben begreifen." Der Autor von mehreren Fachbüchern und Ratgebern empfiehlt den Besuch von Märkten und Bauernhöfen und das Züchten und Ernten von Kräutern auf dem Fensterbrett. "Auch auf dem kleinsten Balkon lassen sich Tomaten, Erdbeeren und Zucchini züchten. Kinder wollen und sollen etwas erleben. Eltern, die sich ungesund ernähren und als Couchpotatoe vor dem Fernseher leben, dürfen sich nicht über übergewichtige Kinder wundern. Das Ernährungsverhalten wird früh geprägt und ist danach nur noch unter größten Mühen zu modifizieren."
Um schnell etwas Gesundes zu kochen, eignen sich am besten Rezepte, die je nach Angebot des Kühlschranks und der Saison abgewandelt werden können. Bewährt haben sich in vielen Familien auch Speisepläne, die bereits am Wochenende festlegen, was es wann gibt. So spart man sich unnötige Diskussionen und kann besser vorausplanen. Wenn man ein paar Lebensmittel immer zuhause hat, dann ist es mit ein wenig Fantasie auch kein Problem, schnell etwas Leckeres und Nahrhaftes zu zaubern. "Man sollte neben den Sättigungsbeilagen Nudeln, Reis und Kartoffeln immer Karotten, rote und gelbe Gemüsepaprika, eine Gurke und Salat da haben“, meint die Frankfurter Ernährungsberaterin und Ökotrophologin Miriam Eisenhauer.
Ein paar Eier, ein Päckchen geriebener Käse, ein wenig Schinken, Zwiebeln sowie Milch sollten auch immer griffbereit sein. "Was das Fleisch angeht: Zweimal pro Woche eine Portion reicht völlig aus, um den Bedarf an Eisen und Vitamin B12 zu decken. Ein zu hoher Verzehr an Fleisch erhöht lediglich das Risiko für verschiedene Erkrankungen." Also, kein schlechtes Gewissen haben, wenn die Zeit mal wieder nur für überbackenes Gemüse reicht. Bei vielen Gerichten können die Kinder sogar mithelfen. Das macht nicht nur Spaß, man schafft auch etwas Gemeinsames und es schmeckt nachher viel besser. Ein weiterer Vorteil: Man spart Zeit, die man sich dann wieder für das Essen nehmen kann.
Besonders beliebt bei Kindern sind zweifelsohne Mahlzeiten wie Hamburger, Pfannkuchen, Nudeln mit roter Sauce, Fischstäbchen und Pizza. Doch mit dem richtigen Kniff und gesunden Beilagen kann man auch diese Gerichte so gestalten, dass sie als ausgewogene Mahlzeit gelten. Vollkornprodukte und die richtigen Beilagen machen hier schon einiges wett. Wählt man zum Beispiel beim Ketchup eine Variante, die nur aus Tomaten und Äpfeln besteht und ohne Zusatz von Zucker oder dessen Austauschstoffen auskommt, dann ist es auch egal, wenn mal wieder ein Schwung zu viel auf dem Teller landet. Auch Tiefkühlgemüse ist übrigens weit besser als sein Ruf und eignet sich prima als Basis für viele Rezepte. Am besten ist, man kocht ein paar Gerichte, die allen schmecken, vor und friert sie ein. Wenn es dann mal wieder besonders hektisch ist, dann geht das Auftauen ganz schnell und nebenbei. Hier finden Sie fünf Tipps für schnelles, aber gesundes Essen.
Quelle: t-online.de , AFP
Nachdenkerin schrieb:
am 21. Januar 2011 um 08:32:25
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Fast Food
Solange Mütter 1.nicht richtig kochen KÖNNEN u. 2. NULL BOCK aufs Kochen haben,solange wird es den Fast-Food-Ketten immer besser
gehen.Es ist doch so einfach,das nörgelnde Kind zufrieden zu stellen,nachdem man es erst mal an den Geschmack GEWÖHNT hat!Und zu Hause bleibt die Küche sauber u. man braucht sich KEINE GEDANKEN ÜBERS KOCHEN zu machen.Man kann Kinnder auch zum gesunden Essen "VERFÜHREN" mit kleinen Tricks wie Fantasienamen für Gerichte,Selbstmithelfen,Kochen-lernen usw.IST ABER ARBEIT!!
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1234 schrieb:
am 18. Januar 2011 um 19:37:29
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Spielzeugverbot bei Fastfood
Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Verbot Eltern, denen die ernährung ihrer Kinder egal ist und die
deshalb einfach immer zu Mac gehen, davon abhalten würde.
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Boerbel schrieb:
am 23. Juli 2010 um 07:47:02
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Ketschup
Ketchup eine Variante, die nur aus Tomaten und Äpfeln besteht.....das hab ich noch nie gehört oder gesehen. Weche Marke ist das
und wo gibt es die zu kaufen?
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