01.07.2011, 11:35 Uhr | Jenni Zwick
Viele Jugendliche verreisen lieber ohne Eltern. (Foto: imago)
Kinder werden flügge - und wollen endlich mal Urlaub machen - von den Eltern. Um ganz alleine zu reisen sind die meisten noch zu jung. Als gute und sichere Alternative galten bisher betreute Jugendreisen, Jugendfreizeiten und Feriencamps. Doch gerade nach der schlimmen Geschichte in Ameland letztes Jahr sind viele Eltern verunsichert: Kann man seine Kinder noch ruhigen Gewissens ins Feriencamp schicken? Ja, man kann. Es müssen nur im Vorfeld einige Dinge beachtet werden. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt.
So schlimm es klingt, ganz ausschließen kann man Übergriffe und Missbrauch auf einer Jugendreise nicht. Auch der Städtesportbund, zu dessen Osnabrücker Sektion die Reisegruppe in Ameland gehört, galt als qualifizierter Träger. Schwarze Schafe unter Betreuern oder mitreisenden Jugendlichen kann es immer geben. Doch die gibt es im schlimmsten Fall auch unter den Bademeistern im heimischen Schwimmbad oder auf dem Nachhauseweg vom Spielplatz. Wichtig ist der Umgang Ihres Kindes mit Problemen dieser Art.
Deshalb sollten Sie schon vor dem Entschluss, überhaupt eine solche Reise zu erlauben, mit Ihrem Kind über diese Thematik sprechen. Weiß es, wie es sich zu verhalten hat, wenn jemand etwas tut, was es selbst nicht will? Wie würde es in solch einem Fall vorgehen? An wen kann es sich wenden? Würde es Sie anrufen oder wäre es ihm unangenehm? Ein Gespräch auch über heikle Themen schafft Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Ist diese Basis gelegt, kann sich Ihr Kind im Fall von Mobbing oder gar sexuellem Übergriff schützen und weiß, wie es sich zu verhalten hat - und dadurch schützen kann.
Der Markt für Jugendreisen ist hart umkämpft. Wer sich hier orientieren will, hat es nicht leicht. Die meisten Reiseanbieter verfügen mittlerweile über ein professionelles Marketing, ausführliche Webseiten und attraktive Beschreibungen ihrer Angebote. Natürlich sollen damit möglichst viele Kunden angezogen werden. Eine qualitativ hochwertige Website sagt allerdings noch nichts über die Qualität der Unterkünfte aus. Das Bundesforum für Kinder- und Jugendreisen bietet ein Bewertungssystem an, dem sich freie und kirchliche Träger unterziehen können. Seit 2007 können die Anbieter hier durch eine externe Prüfung oder durch einen Fragebogen die Qualität ihrer Kinder- und Jugendbetreuung nachweisen. Bekommt der Träger oder der Reiseanbieter dann das Zertifikat, können sich Eltern darauf verlassen, dass zumindest aus pädagogischen Richtlinien alle Kriterien für eine bestmögliche Sicherheit ihrer Kinder erfüllt sind. Zu diesen Qualitätskriterien gehören unter anderem:
Welche weltanschaulichen Auffassungen/Werteorientierungen vertritt der Reiseveranstalter? Welche Freizeitaktivitäten ergeben sich daraus?
Setzt sich der Veranstalter für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung ein?
Wer sind die Betreuer?
Wie ist das Betreuerteam ausgebildet und zusammengesetzt? Welchen Betreuungsschlüssel gibt es?
Sind die Betreuer für das Thema sexuelle Gewalt und Ausbeutung sensibilisiert worden?
Welche Leistungen sind mit dem Teilnehmerpreis beglichen?
Sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vollständig enthalten? Kann ich sie problemlos einsehen?
Wie groß ist der Aufwand zum Buchen der Reise?
Sind aussagefähige Mitarbeiter des Veranstalters zu moderaten Zeiten außerhalb normaler Büroöffnungszeiten erreichbar?
Gibt es eine Beratungs-/Informationshotline während der Reisezeit?
Welche Versicherung schließt der Veranstalter für die Reiseteilnehmer ab bzw. welche Absicherung ist im Reisepreis enthalten?
Wie erfolgt die Beförderung?
Wie groß sind die Mehrbettzimmer? Welche Räume sind zur Freizeitgestaltung vorhanden?
Welche Möglichkeiten haben die Reiseteilnehmer, das Ferienprogramm mitzubestimmen?
Werden Nachtreffen organisiert?
Werden die Ferienfreizeiten mit den Teilnehmern ausgewertet?
Wichtig ist, dass Sie und Ihr Kind Vertrauen zu dem Anbieter fassen. Haben Sie von Anbeginn ein mulmiges Gefühl, schauen Sie sich lieber noch einen anderen Träger an. Generell lässt sich sagen, dass langjährig etablierte Anbieter von Kinder- und Jugendreisen eine gute Adresse sind. Am besten schauen Sie sich die Gästebücher auf der Homepage an und "googeln" Sie den Reiseanbieter. Finden Sie vorwiegend positive Einträge aus nicht allzu ferner Vergangenheit, ist das ein wichtiges Kriterium.
Auch der Betreuerschlüssel ist wichtig. Wie in einer Kindestagesstätte sollte das Verhältnis von Kindern zu Betreuern nicht zu weit auseinander driften. Experten sind der Meinung, dass ein Verhältnis von eins zu sieben auf einer Jugendreise angemessen ist. Natürlich können Sie auch in Ihrem Bekanntenkreis fragen, ob jemand schon Erfahrungen mit dem einen oder anderen Anbieter gemacht hat. Lokale Jugendzentren, die Reisen anbieten, sind oftmals auch eine sehr gute Wahl, weil man ohne weiteres die Betreuer kennen lernen kann oder sogar schon kennt.
Sie haben sich gut informiert und haben eine Entscheidung getroffen? Dann machen Sie den nächsten Schritt und lernen Sie die Betreuer kennen. Gute Veranstalter richten ein Vorabtreffen ein, das Sie unbedingt wahrnehmen sollten. Denn nicht nur Sie können die Betreuer kennen lernen, auch die Kinder untereinander können sich kurz "beschnüffeln". Die Mitreisenden und die Betreuer sollten Ihrem Kind und Ihnen natürlich sympathisch sein. Die Betreuer sollten außerdem die Jugendleiter Card (Juleica) vorweisen können. Seit 1999 gibt es die Juleica, die Jugendliche ab 16 Jahren dazu qualifiziert, Kinder und Jugendliche auf Reisen zu betreuen. Hier werden neben Erste Hilfe auch Streitschlichtung und Pädagogik gelehrt und die Betreuer werden auf Themen wie Missbrauch und Mobbing sensibilisiert.
Es ist der Lauf der Dinge: Eltern müssen los lassen und irgendwann ihre Kinder ziehen lassen. Oftmals sind die Eltern bei der ersten eigenständigen Reise ihrer Kinder aufgeregter als die Kinder selbst. Im Vorfeld sollten Sie gemeinsam mit dem Kind überlegen, ob sich das Kind stark genug fühlt, auch schwierige Situationen im Camp zu meistern. Das können Streitereien mit anderen Jugendlichen, die fremde Sprache aber auch ein geklautes Portemonnaie sein. Am besten ist es, wenn mindestens eine Freundin oder ein Freund mitfährt, dann ist das Kind geschützter und kann auch mit unangenehmen Situationen besser klar kommen. Sind Sie sich unsicher (und das nicht nur aus dem Beschützerinstinkt heraus), ob Ihr Kind sich in einer fremden Umgebung wohl fühlt und vor allem, ob es zurechtkommt, sollten Sie mit dem Kind gemeinsam entscheiden, ob die Reise nicht um ein Jahr verschoben werden sollte. Bei diesem Gespräch merken Sie sehr schnell, ob der Wunsch dieser Reise von Ihrem Kind kommt oder ob es sich "nur" von einem Freund anstecken hat lassen und es vielleicht sogar selbst noch ein bisschen warten würde.
Quelle: t-online.de
Tessa schrieb:
am 2. Juli 2011 um 10:01:42
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denuzieren ist ein absolutes no Go
Kein Menschen den man nicht kennt kann man so einfach denunzieren denn wie man auftritt wird man auch
behandelt!Es ist richtig das man Gefahren anstricht doch falsche Panikmache verdirbt die Freude am Leben.
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Clemens schrieb:
am 2. Juli 2011 um 09:52:57
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Schwarzmalerei verhindert den Start ins Leben
Das ganze Leben ist ein Risiko doch wenn man verängstigt und misstrauisch
gegenüberj edem ist
kommt man auch nicht weiter.Denn man ist nunmal auf die Gemeischaft angewiesen um nicht zu vereinsamen.Normal ist das man nicht vorverurteilt, denn das Vertrauen das man Anderen entgegenbringt erwartet man ja selbst.Ich bin gerne auf Freizeiten gewesen da es ein in seiner Entwicklung stärgt und schön ist mit Gleichachtrigen +- zusammen ist!
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Kirsche78 schrieb:
am 1. Juli 2011 um 21:43:31
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Feriencamps
Gute Erfahrungen habe ich mit dem Veranstalter "Betreute Kinderreisen" gemacht. Sympatische Betreuer und kleine Gruppen.
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