08.07.2011, 10:30 Uhr
Zu viel Fernsehen raubt Kindern den Schlaf und die Gesundheit. (Foto: imago)
Wenn ein Kleinkind an Schlafstörungen leidet, kann der Aus-Knopf des Fernsehgerätes die beste Medizin sein. Das zeigt zumindest eine neue Studie aus den USA. Die Experten stellen die oft unterschätzten Auswirkungen auf eine Stufe mit anderen gefährlichen Mangelkrankheiten: "So gefährlich wie Eisenmangel".
Für die Untersuchung wurde das Schlafverhalten von mehr als 600 Jungen und Mädchen im Alter von drei bis fünf Jahren ausgewertet. Das Ergebnis: Wenn die Flimmerkiste oft auch nach 19 Uhr noch läuft, kommt es leicht zu Problemen. Auch Gewaltszenen, und sei es in einer Zeichentrickserie, können sich negativ auf die Nachtruhe der Kleinen auswirken.
Schon Kinder können über Monate an krankhaften Schlafstörungen leiden. zum Video
Auf Grundlage dieser Forschungen empfiehlt die Amerikanische Akademie für Pädiatrie, bei Kindern bis zum zweiten Lebensjahr vollständig auf Fernsehen zu verzichten. Ab dem dritten Lebensjahr sollte der Konsum demnach auf maximal zwei Stunden beschränkt bleiben. Praktizierenden Kinderärzten legen die Wissenschaftler zudem nahe, das Thema TV-Nutzung gegenüber Eltern auch bei jeder Kontrolluntersuchung anzusprechen - und dabei insbesondere davor zu warnen, dem Kind ein eigenes Gerät ans Bett zu stellen.
Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass zumindest in den USA in mindestens jedem vierten Kinderzimmer ein TV-Gerät steht. Viele Eltern gingen davon aus, dass ein laufender Fernseher dem Kind beim Einschlafen helfe, doch das sei vollkommen falsch, sagt Michelle Garrison von der Forschungsabteilung eines Kinderkrankenhauses in Seattle. In ihrer neuen Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift "Pediatrics" veröffentlicht wurde, belegt sie dies auch mit Zahlen.
Von 617 untersuchten Kindern litten demnach insgesamt 112 fast täglich an mindestens einer Art von Schlafstörung - an Problemen beim Einschlafen, an nächtlichem Aufwachen, an Albträumen oder an Müdigkeit am Tage. Bei den meisten der Betroffenen habe eine ungesunde TV-Nutzung vorgelegen, sagt Garrison.
Etwa 60 Kinder schauten sich den Angaben zufolge täglich im Durchschnitt mehr als eine Stunde lang Sendungen mit gewaltsamen Inhalten an - bei 37 Prozent von ihnen sei es zu Schlafstörungen gekommen. Fast hundert Kinder hätten regelmäßig mehr als eine halbe Stunde lang nach 19 Uhr ferngesehen, heißt es weiter - hier seien in 28 Prozent der Fälle Schlafprobleme aufgetreten.
Die Erkenntnisse werden von anderen Experten bestätigt. "Dies deckt sich ganz und gar mit dem, was auch ich beobachte", sagt Dennis Rosen, ein Spezialist für Schlafforschung an einem Kinderkrankenhaus in Boston. Auch der Fachmediziner Marc Weissbluth aus Chicago, der mehrere Bücher zum Thema verfasst hat, gibt Garrison recht. Weissbluth zufolge schlafen Kinder am besten dann ein, wenn das "ins Bett bringen" mit festen Ritualen verbunden ist - etwa mit dem Vorlesen von Geschichten oder einem kurzen Schmusen mit den Eltern.
Fernsehen allerdings habe genau den gegenteiligen Effekt, sagt Weissbluth. Dadurch werde das Kind geistig gereizt und könne nur sehr schlecht zur Ruhe kommen. Dies wiederum schlage sich häufig in einer erhöhten Müdigkeit bei Tage nieder. Zwar sei das Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf in dem Alter relativ in Ordnung. Schläfrigkeit am späten Nachmittag oder am frühen Abend sollte dem Fachmediziner zufolge hingegen als Zeichen dafür gesehen werden, dass mit der Nachtruhe etwas nicht stimmt.
Und das Problem dürfe nicht unterschätzt werden, sagt Weissbluth weiter. Denn Schlafmangel sei "so gefährlich wie Eisenmangel". Mögliche Folgen sind seinen Forschungen zufolge Verhaltensschwierigkeiten, Probleme beim Erinnerungsvermögen und nicht zuletzt Lernschwierigkeiten.
Das sind die wichtigsten Ergebnisse, der in der Fachzeitschrift "Pediatrics" veröffentlichten US-Studie zum Thema Schlafstörungen durch unangemessenen Fernsehkonsum im Kleinkindalter:
Quelle: dapd
Marina schrieb:
am 14. Dezember 2011 um 19:28:13
(2)
(2)
TV vs. "Experten"
Das Einmischen in die Erziehung von sog. Experten wird anscheinend zum Volkssport. Als ich klein war, habe ich auch
abends ferngesehen. Krimis waren auch erlaubt (Der Kommisar oder Mit Sch.,Ch. u.Melone etc.) Das hat weder meinen schulischen Leistungen noch meinem gesunden Schlaf etwas angetan. Karriere habe ich trotzdem gemacht und bin insgesamt für die Erziehungsmethoden meiner Eltern dankbar. Meine Mutter ist übrigens Fachärztin f. Psychatrie und Neurologie, eine gute Expertin.
mehr
Kommentar melden
Wolf schrieb:
am 24. Oktober 2011 um 19:17:50
(0)
(1)
Fehrnsehen
Wann mein Kind Fehrnsehen darf entscheide ich mit und wenn dann bin ich
als Vater dabei u dann suchen wir es aus.
Kommentar melden
sumsi schrieb:
am 13. Juli 2011 um 14:09:24
(1)
(3)
Fernsehen
Meine kinder 3 und 10 haben einen fernseher im zimmer stehen, aber ihnen ist das rausgehen wichtiger als die flimmerkiste. mein
sohn 3 geht nach em sandmann ins bett und meine tochter (in der Schulzeit) 20.00 Uhr, ansonsten solange sie will. da hat keiner schlafstörungen.
Es kommt einfach nur auf das wieviel an. und meine tochter die jetzt 10 ist meint wenn nichts im fernseher kommt kann sie auch schlafen. und auch wenn siw solange sie will spätestens 22.00 geht sie freiwillig ins Bett
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

6 Fl. 2010er Condesa Eylo Verdejo + Karaffe für nur 39,- € statt 72,30 €. von Hawesko
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Endlos ins deutsche Festnetz telefonieren. Volle Kostenkontrolle. von congstar.de
Modische Herrenanzüge von Daniel Hechter für Business und beson-
dere Anlässe. zum Special