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Geburtsschmerz: Schmerzlinderung - welche Maßnahmen wirklich helfen

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Was hilft bei Geburtsschmerzen?

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Es gibt viele Methoden zur Schmerzlinderung bei der Geburt. (Bild: imago)

Es gibt viele Methoden zur Schmerzlinderung bei der Geburt. (Bild: imago)

Viele Frauen haben Angst vor der Geburt. Sie wollen endlich ihr Baby in den Armen halten, wissen, wie es aussieht und ob es gesund ist. Doch genauso stark wie diese Wünsche sind oft ihre Ängste: Wie lange wird die Geburt dauern? Wird sie sehr schmerzhaft sein? Komme ich ohne Schmerzmittel aus oder werde ich sogar eine PDA brauchen?

Was Frauen in der Geburtsvorbereitung lernen

Zur Schmerzlinderung werden heute unterschiedliche Methoden eingesetzt. Welches Verfahren angewandt wird, hängt dabei zum einen von der Einstellung der Frau ab, zum anderen von der Geburtsphase. In der modernen Geburtsbegleitung versucht man, die Geburtsschmerzen anhand sanfter Vorbereitungen zu lindern. In Geburtsvorbereitungskursen, die mehrere Wochen vor dem Geburtstermin beginnen, können Schwangere und ihre Partner lernen, wie der Wehenschmerz entsteht und welche Vorgänge im Körper stattfinden. Sie lernen die verschiedenen Geburtspositionen, Atem- und Massagetechniken und Methoden der Schmerzlinderung kennen. Auch die Geburtskliniken stellen in ihren Informationsveranstaltungen die dort gebräuchlichen Methoden vor.

Sanfte Methoden der Schmerzlinderung

Akupunktur, Homöopathie, Bachblüten- und Aromatherapie, Massagen sowie Atem- und Entspannungstechniken gehören zu den sanften Methoden der Schmerzlinderung. Wichtig ist eine Vorbereitung in entspannter Atmosphäre.

Entspannungstechniken

Auf den Geburtsschmerz sollten Sie sich geistig und körperlich vorbereiten. Hierzu eignen sich vor allem Entspannungstechniken, die meist auch noch wenige Wochen vor der Geburt erlernt werden können. Zu den wichtigsten Entspannungstechniken für die Geburt zählen:

- Lamaze-Methode: Angst beeinflusst den empfundenen Schmerz. Kann man sie reduzieren und gleichzeitig die Entspannung fördern, so kann der Schmerz besser verarbeitet werden und der Schmerzmittelbedarf sinkt. Ziel ist es, durch rhythmische Atmung und positives Denken die Geburtsarbeit zu erleichtern und zu kontrollieren. Der Partner spielt dabei eine wichtige Rolle. Unter seiner Anleitung kann die Frau aktiv bei jeder Wehe mitarbeiten.

- Odent-Methode: Die Gebärenden sollen auf ihren Körper hören und durch Stöhnen, Schreien oder lautes Singen den Wehenschmerz annehmen und leichter damit umgehen.

- Leboyer-Methode: Der Vater der „sanften Geburt" entwickelte nach asiatischem Vorbild das Schwangerschaftsyoga und die im Ayurveda verwurzelte Babymassage. Ziel des Schwangerschaftsyoga ist dabei, durch Konzentration, Atem- und Singtechnik den Schmerz wegzuatmen.

Akupunktur

Seit zirka 20 Jahren wird die Akupunktur in der Geburtserleichterung eingesetzt. Viele Hebammen und Gynäkologen wenden Akupunktur in der Schwangerschaft und zur Geburtserleichterung bereits routinemäßig an. Die positive Wirkung der Akupunkturbehandlung auf die Geburt ist in zahlreichen klinischen Studien bestätigt. Bei der bekanntesten Untersuchung der Universitätsfrauenklinik Mannheim zeigte sich, dass durch vier bis acht Akupunkturbehandlungen in den letzten vier Schwangerschaftswochen eine deutliche Erleichterung der Geburt erzielt werden konnte. Die Geburtsdauer verkürzte sich bei akupunktierten Erstgebärenden um 20 Prozent auf acht Stunden und eine deutlich bessere "Geburtsreife" der Gebärmutter.

Homöopathie

Die homöopathischen Globuli werden zur Geburtsvorbereitung und auch während der Geburt verabreicht. Eine Vielzahl verschiedener Mittel kann auch schon bei Schwangerschaftsbeschwerden Linderung verschaffen. Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen oder auch Gemütsschwankungen sind Bereiche, bei denen homöopathische Globuli helfen können. Auch bei vorzeitigen Wehen kann die Homöopathie hilfreich sein. Wichtig ist immer, dass die Behandlung durch eine geschulte Hebamme oder Gynäkologin vorgenommen wird. Keinesfalls sollten Sie eine Eigenmedikation vornehmen.

Aromatherapie

Ätherischen Duftstoffen wird eine Wirkung auf das Wohlbefinden zugeschrieben. Bestimmte Düfte unterstützen die Entspannung und beeinflussen die Gesamtatmosphäre positiv. Den Duft wählt die Entbindende selbst aus. Finden Sie heraus, was für Sie angenehm ist und Ihnen gut tut. Im Verlauf der Geburt kann sich die Auswahl auch ändern. Viele Kreißsäle haben Duftlampen und Verdampfer. Dafür ausgebildete Hebammen helfen Ihnen bei der Auswahl zur Geburtsunterstützung.

Bachblüten-Therapie

Bachblütenmischungen bieten Unterstützung bei Angst und sogar Panik vor der Geburt, Schlaflosigkeit und Grübeleien, Angst um das Baby und Mangel an Selbstvertrauen. Es gibt auch Mittel zur Behandlung von Wehenschwäche oder drohender Frühgeburt. Zuerst wird in einem Gespräch der seelische Zustand der Entbindenden beurteilt. Dann wird eine Blütenkombination, meistens aus vier bis fünf verschiedenen Blüten, hergestellt, die die Schwangere einnehmen kann. Weiterhin gibt es Bachblüten für Umschläge, Einreibungen und Bäder. Schon im Zuge der Geburtsvorbereitung soll mit der Therapie begonnen werden. Denn bis die Wirkung eintritt, kann es bis zu drei Tage dauern. Bachblüten-Therapie gilt als unbedenklich und nebenwirkungsfrei.

Massage

Mit einfachen Massagetechniken kann sogar der Partner der Schwangeren helfen. Der Kontakt mit dem Partner unterstützt dabei die Beziehung und schafft Nähe und Vertrauen. Einige Massage-Techniken können auch in Geburtsvorbereitungskursen erlernt werden. Viele Schwangere empfinden Rückenmassagen als wohltuend, besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule. Auch die Massage von Füßen, Beinen und Gesicht trägt entscheidend zum Wohlbefinden bei. Eine Dammmassage kann in den letzten Schwangerschaftswochen die Elastizität des Dammes erhöhen und das Risiko eines Dammrisses herabsetzen. Zur Vorbereitung auf das Stillen und Aktivierung des Milchflusses kann eine Brustmassage durchgeführt werden. Auf Bauchmassagen sollten Sie im Blick auf vorzeitige Wehen verzichten.

Schmerz-Medikamente

Schmerzlindernde Medikamente werden in Vene oder Muskel gespritzt oder als Zäpfchen verabreicht. Sie werden vor allem während der frühen Phase der Geburt eingesetzt, da sie sowohl Mutter als auch Kind schläfrig machen können. Zu den Medikamenten, die seit Jahrzehnten in der Geburtshilfe eingesetzt werden, gehören kurz wirkende Opioide, Lachgas oder krampflösende Mittel. Opioide sind morphiumähnliche Stoffe, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Gebräuchlich sind zum Beispiel Dipidolor oder Dolantin. Nebenwirkung der Opioide ist, dass sie den Atemantrieb des Kindes hemmen und bei der Frau Übelkeit verursachen können. Sie werden daher nicht mehr überall eingesetzt. Bei krampflösenden Medikamenten handelt es sich um Mittel, die eine Muskelentspannung bewirken. Am gebräuchlichsten unter den krampflösenden Medikamenten ist Buscopan, zum Teil ist auch der Wirkstoff Paracetamol enthalten.

Peridualanästhesie (PDA)

Die derzeit wirksamste Methode, den Geburtsschmerz einzudämmen, ist die PDA. Die heute eingesetzte Kombination aus Betäubungs- und Schmerzmitteln erlaubt der Frau auch das Umhergehen. Der Narkosearzt verabreicht die PDA. Nach örtlicher Betäubung legt der Arzt eine Hohlnadel in den sogenannten Periduralraum. Hierdurch wird ein Betäubungsmittel gespritzt, das die Nervenwurzeln betäubt. Diese Behandlung kann von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Wichtig für das Setzen der PDA ist der Zeitpunkt, da sie den Geburtsverlauf verzögern kann. Darum wartet man meist, bis der Muttermund etwa drei Zentimeter geöffnet ist. Auch kurz vor der Austreibungsphase wird die PDA nicht mehr oft gesetzt, um eine bereits fortgeschrittene Geburt nicht mehr zu stoppen. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Kreislaufprobleme der Gebärenden. Auch die Taubheit im unteren Bauchraum, die durch die Betäubung verursacht wird, empfinden manche Frauen als unangenehm. In seltenen Fällen können nach der Entbindung starke Kopfschmerzen auftreten. Die Möglichkeit, eine PDA zu bekommen, sollte eine Schwangere daher bereits vor der Geburt klären.

Pudenusblock

Der Pudendusblock betäubt den Schmerz im Bereich von Beckenboden und Damm. Dabei spritzt der Arzt kurz vor der Geburt ein Betäubungsmittel in die Gegend der Sitzbeinhöcker und blockiert so den Nervus pudendus. Diese Art von Lokalanästhesie eignet sich, um den Schmerz während der Austreibungsphase oder für einen eventuell notwendigen Dammschnitt zu lindern. Der Pudendusblock wird manchmal auch eingesetzt, wenn die Geburt mit Hilfe von Saugglocke oder Zange beendet werden muss. Er hilft jedoch nicht gegen Wehenschmerzen und ist daher nur für die letzte Phase der Geburt geeignet.


Quelle: t-online.de

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Kommentare (18)

zum Forum

Thema: "Geburtsschmerz: Schmerzlinderung - welche Maßnahmen wirklich helfen"

Sini schrieb: am 9. Dezember 2011 um 20:57:12
(2) (0) @Moi
zum Thema Homöopathie: Ich hatte als Kind etwas, auf das ich hier nicht näher eingehen will, wobei mir aber kein "übliches"
Mittel helfen konnte. Also auf Homöopathisches zurückgegriffen. Mama hat nicht daran geglaubt, Papa auch nicht und ich hab mir eingeredet, dass das eh nicht funktionieren kann...Aber es hat geholfen, schon am ersten Tag. Ein Palcebo-Effekt? Wohl kaum, denn dann müsste es eher schlimmer geworden sein (quasi Nocebo-Effekt) Also: Erstmal richtg informieren, bevor man s
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Leona schrieb: am 3. Oktober 2011 um 17:43:44
(3) (0) Geburtsschmerzen
Man hat mir vorgeschlagen ich solle Kaiserschnitt machen, da ich leider etwas zu dick sei für eine Normale Geburt (Ich wog
vor 2 Jahren 134 Kg, heute "nur " 100 Kg ) Ich lehnte ab, weil ich normal gebären wollte. Das Risiko lag laut Arzt bei mir. Meine Tochter war innerhalb von 20 Minuten geboren und für mich ging das einwenig zu schnell. Natürlich hatte ich schmerzen, aber ich wollte ohne Schmerzmittel die Tochter bekommen-was auch wunderbar geklappt hat.
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Kiki schrieb: am 9. Juni 2011 um 14:50:50
(3) (0) Homöopathie
Ich muss Blitzhexe auf jeden fall zustimmen. Homöopathie kann kein Placebo sein, denn sonst würde es bei kleinen Kindern zum
Beispiel auch nicht funktionieren, da die ja nun wirklich noch nicht wissen, was ein Placebo ist. Und selbst wenn es ein Placebo wäre, was ist daran so schlimm. Es hilft und ist unschädlich! ;)
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