20.06.2011, 16:58 Uhr | Jenni Zwick
Ein geringer Altersunterschied bei Geschwistern ist vor allem am Anfang anstrengend für die ganze Familie. (Bild: Imago) (Quelle: imago)
Ihr Baby fängt gerade an zu krabbeln und schon kündigt sich das zweite an? Leicht wird die Anfangszeit mit den zwei Kleinen nicht, denn ein sehr geringer Altersunterschied ist anstrengend für die ganze Familie. Im Idealfall sind beide Kinder aber auch fast gleichzeitig aus dem Gröbsten raus und Mama und Papa können früh wieder durchschnaufen und sich um Beruf und Karriere kümmern. Machen Sie hier den den Test: Sind Sie bereit für ein zweites Kind?
Für die Mutter wird die zweite Schwangerschaft wahrscheinlich sehr anstrengend sein. Das erste Kind fordert noch extrem viel Aufmerksamkeit und denkt nicht daran, die Mutter einmal durchschlafen zu lassen, auch wenn der Bauch schon wieder rund ist und sie eigentlich Ruhe brauchen würde. Außerdem hat sich der Körper möglicherweise noch nicht in den "Normalzustand" zurückentwickelt. Eine Regel der Hebammen ist: Mindestens ein halbes Jahr, besser neun Monate verhüten. Erst nach dieser Zeit ist die Hormonumstellung abgeschlossen, die Schwangerschaft und Geburt mit sich bringen, und das Gewebe wird wieder fest. Deshalb ist es gerade für die zweite Schwangerschaft wichtig, dass sich die Mutter schont - trotz des Babys, das schon da ist. Das heißt: vernünftig essen, viel schlafen, schonend bewegen und nach guten Betreuungsmöglichkeiten suchen. Tipp: Hören Sie auf zu stillen, denn dabei verliert Ihr Körper zu viel Energie.
Wird das Erstgeborene vom "Thron" gestoßen, kommt es in den meisten Familien zu Eifersüchteleien. Schließlich war er oder sie daran gewöhnt, die Nummer eins bei Mama und Papa zu sein. Wenn das erste Kind noch sehr jung ist, hat es keine Möglichkeiten, seinen Unmut kundzutun, außer mit beißen, hauen, quengeln oder weinen. Daher sollten gerade Eltern von Geschwistern mit sehr geringem Abstand diese Eifersüchteleien akzeptieren und dem älteren Kind viel Aufmerksamkeit schenken. Ihr Kind muss erst lernen zu teilen - sei es die Aufmerksamkeit der Erwachsenen oder das Spielzeug. Hat sich das Kind an das Baby und die neue Situation in der Familie gewöhnt und hat es vor allem keinen Grund eifersüchtig zu sein, werden auch die Eifersuchtsszenen wieder weniger. Vor allem ist zu bedenken: Kleinkinder kennen nur ihre eigene Lebenssituation, sie vergleichen sich nicht mit andern Familien. Fühlen sich die Kinder wohl, dann stimmt ihre Welt.
Ist der Abstand zwischen Erst- und Zweitgeborenem sehr gering, erwarten Eltern meistens, dass die Kinder miteinander spielen und sich miteinander beschäftigen. In der ersten Zeit trifft das natürlich nicht zu. Das ältere Kind begreift noch nicht, was im Bauch der Mutter wächst und versteht nicht, was es heißt, plötzlich große Schwester oder großer Bruder zu sein. Eltern sollten deshalb nicht enttäuscht sein, wenn sich das ältere Geschwisterchen erstmal vom Familienzuwachs abwendet. In vielen Familien geht die Rechnung langfristig trotzdem auf, da Geschwister mit geringem Abstand wirklich anfangen, im Alter von zwei bis drei miteinander zu spielen. Da sie in einem ähnlichen Alter sind, haben sie oftmals auch ähnliche Interessen, was wiederum die Freizeitgestaltung am Wochenende oder im Urlaub leichter macht. Wichtig zu wissen: Gerade in dieser Konstellation streiten Geschwister ausgiebig, obwohl sie oft eine sehr innige Beziehung haben. Das wird verstärkt, wenn sie das gleiche Geschlecht haben. Kinder üben damit auch soziales Verhalten ein.
Je näher Ihre Kinder altersmäßig sind, umso härter werden die ersten Monate und Jahre. Teilweise kann es sich anfühlen, als ob Sie Zwillinge bekommen hätten, schließlich müssen Sie beide noch wickeln, anziehen und die Treppe hoch tragen. Ausgehen, reisen oder einmal so richtig durchschlafen könnte schwierig werden. Doch das nehmen viele Eltern in kauf. Sie spekulieren darauf, dass sie nach einer kurzen, heftigen "Windel- und Lätzchenzeit" relativ schnell Wickeltasche und Babybrei hinter sich lassen können. Schließlich fängt nicht beim zweiten Kind nach ein paar Jahren alles von vorne an, sondern die Geschwister werden relativ gleichzeitig selbstständiger. Ein weiterer Vorteil ist, dass es vielleicht einfacher wird, eine Betreuung für zwei oder drei Kinder gleichzeitig zu organisieren, statt über Jahre verschiedene Betreuungsangebote miteinander zu koordinieren. Im besten Fall können beide Kinder in die gleiche Einrichtung gehen, was den Zeitaufwand von Hinbringen und Abholen minimiert.
Eine Studie, die 2003 im "British Medical Journal" veröffentlicht worden ist, kommt zu folgendem Schluss: Frauen, die innerhalb von sechs Monaten nach der letzten Geburt erneut schwanger wurden, hatten ein höheres Risiko für Komplikationen, wie zum Beispiel Schwierigkeiten bei der Geburt, Frühgeburten, sowie der Tod des Babys kurz vor oder nach der Geburt. Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass Babys, die weniger als 18 Monate nach der Geburt des vorausgehenden Kindes empfangen wurden, ein 40 Prozent höheres Risiko für eine Frühgeburt oder Untergewicht hatten. Hatten Sie also in der erste Schwangerschaft schon Komplikationen, wäre es ratsam, mit Ihrem Frauenarzt über die Entscheidung zu sprechen.
Viele Eltern haben gar keine Wahlmöglichkeit, obwohl sie sich schon die Familienplanung so einfach vorgestellt haben. Sie haben Probleme mit der Fruchtbarkeit, dem Gesundheitszustand oder einer unerwarteten Schwangerschaft. Falls Sie sich allerdings entscheiden können, ob und wann Sie ein zweites oder drittes Kind bekommen möchten, warten Sie so lange, bis Sie das Gefühl haben, ein zweites Kind in Ihrem Alltag integrieren und alle Aufgaben, die damit zusammenhängen, meistern zu können. Die Anforderung an das Elternsein steigt mit jedem Kind und wird für viele zum puren Kraftakt, statt zum Segen.
Quelle: t-online.de
Leila schrieb:
am 21. Juni 2011 um 12:03:48
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kurzer Abstand
Wenige Wochen oder Monate nach der Geburt schon wieder schwanger? Für unsere Urgroßmütter war das mangels
Verhütungsmöglichkeiten noch normal, muss aber ja heutzutage nicht mehr sein. Mein Fall wäre das jedenfalls nicht, aber wer's mag ...
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mami schrieb:
am 21. Juni 2011 um 11:44:25
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Altersunterschied
Mit meinen Brüdern bin ich 8 bzw. 16 Jahre auseinander und ich wir hatten keine Probleme deswegen..im Gegenteil..verstehen
uns gut.. Und mein Sohn hat zwei tolle Onkel´s.. :)).. Und zur Debatte ob überhaupt ein weiteres Kind..das muss doch jeder für sich entscheiden und welcher Altersabstand "ideal" ist.. Ich hätt gern noch eins aber setz mir deswegen kein Limit zwecks des Altersunterschiedes.
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lolekbolek schrieb:
am 21. Juni 2011 um 10:10:00
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Kinder
@Kurt...da haben wir es wieder, wer keine Kinder hat, aus welchem Grund auch immer, ist nur ein Egoist..frag mal Leute die Kinder
nicht bekommen können (sind sehr viele) und ständig in die kinderfeindliche Ecke geschoben werden...genau die sind es die alles finanzieren, vom Elterngeld, Kindergeld und Kitas...und trotzdem werden sie diskriminiert und angefeindet..denk mal!!..ohne diese "Kinderfeindliche" würde Eltern dumm gucken...
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