14.01.2010, 10:36 Uhr | rev
TV-Star Götz George hat der deutschen Popkultur und dem Fernsehen Geschmacklosigkeit vorgeworfen. "Unsere Jugendsprache ist obszön, unschön und amerikanisiert. Sie zeigt, wie versaut und unappetitlich unsere Kultur geworden ist", sagte der 71-Jährige der Zeitschrift "Hörzu".
George, selbst Vater einer erwachsenen Tochter, war in den 80er Jahren im Kreuzfeuer der Kritik, weil er als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski mit Kraftausdrücken ("Scheiße!") nicht sparte. "Vulgäre, obszöne Ausdrücke sind an der Tagesordnung. Das fördern die Medien, die offen mit der Fäkalsprache umgehen", schimpft George nun. In TV-Shows würden Jugendliche von Leuten wie Dieter Bohlen fertiggemacht. "Gleichzeitig kupfern diese alten Herren ihre Sprache von den Jugendlichen ab, weil sie cool sein wollen", kritisierte George. Bei ihm sei das Wort "geil" verboten, weil es so aufdringlich wirke.
Natürlich ist George nicht der einzige Erwachsene, der sich über die Ausdrucksweise der Jugend ärgert. Jede Generation hat ihre eigene Jugendsprache und trotzdem regen sich jedesmal aufs Neue die "Älteren" darüber auf. Gerade Eltern müssen sich früher oder später mit dem Thema Jugendsprache auseinandersetzen. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Autor mehrerer Erziehungsratgeber (unter anderem: "Der große Erziehungsratgeber"), erklärt: "Eltern sollten sich bewusst entscheiden, inwieweit sie sich auf die jugendliche 'Geheimsprache' einlassen wollen".
Rogge rät: Statt sich über die eigenwillige Ausdrucksweise der eigenen Kinder ständig zu ärgern, sollten Eltern sich vielmehr überlegen, wie sie damit umgehen. Dazu gehöre zum Beispiel die Entscheidung, ob man selbst Worte wie "cool" oder "crazy" in sein Vokabular aufnehmen möchte. Das wird jedoch von den Teenagern meistens als peinlich empfunden. Viel wichtiger ist jedoch auch die Frage, ob Eltern ihrem Nachwuchs erlauben sollten, bestimmte Wendungen im Familienkreis zu verwenden. Will man zum Beispiel am Mittagstisch den Satz "Hey Alte, schmeiß mal die Kartoffeln rüber!" hören? "Hier sollte man klare Grenzen setzen", empfiehlt Rogge. Die Sprache sollte allgemein verständlich sein und dürfe keinesfalls andere Menschen kränken oder herabsetzen. Die Jugendlichen müssen schon für das spätere Berufsleben begreifen, dass übertriebene Umgangssprache oder Slang auf Ablehnung stoßen kann.
"Es ist jedoch sinnlos, eine Liste mit verbotenen Wörtern anzulegen, da es auf den Kontext des Gesagten ankommt", erläutert Rogge. Jede Familie müsse daher ihre eigenen Sprechgewohnheiten überprüfen und eigene Grenzen finden. Hier sei auch das Vorbild der Eltern gefragt, betont Rogge. Denn nur wenn die Eltern selbst keine Begriffe benutzten, die andere Menschen oder bestimmte Berufsgruppen in irgendeiner Weise diskriminieren, könnten sie dies auch von ihrem Nachwuchs einfordern. Manche Eltern von pubertierenden Kindern schauen auch ins Internet oder kaufen sich sogar ein Buch, um bestimmte Begriffe der Jugendsprache nachzuschlagen. "Davon halte ich nichts", sagt Rogge. Er plädiert dafür, stets die Jugendlichen nach der Bedeutung eines Wortes zu fragen und so mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Quelle: t-online.de , ddp , dpa
steffen schrieb:
am 23. Februar 2010 um 10:36:06
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jugendsprache
absolut in ordnung herr george!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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