10.11.2011, 15:51 Uhr | sca, rev
Wenn Kinder ältere Menschen fragen, ob diese bald sterben würden, geschieht das ohne böse Hintergedanken. (Foto: Imago)
Der fünfjährige Joel ist bei seiner Oma, 60 Jahre alt, zu Besuch. Nachdem er eine Weile fröhlich mit seiner Schwester in der Buddelecke gearbeitet hat, ruft er seine Oma mit dem Hinweis, er habe eine Überraschung für sie. "Guck mal", sagt er erwartungsvoll zu seiner Oma, "ich habe schon mal ein Grab für Dich gebuddelt." Manche Großeltern reagieren gelassen, andere sind schockiert. Wie reagieren Erwachsene richtig? Wie beantwortet man Fragen nach dem Tod?
An den eigenen Tod wird niemand gern erinnert. Kinder gehen aber mit dem Tod ganz unbefangen um. Da ihnen bereits im Alter von vier oder fünf Jahren klar ist, dass unter normalen Umständen ihre Großeltern als nächstes sterben werden, kommt es nicht selten vor, dass sie Oma um Opa dazu recht direkt befragen. "Wann stirbst Du, Opa" oder "warum lebst du noch, Oma" sind Fragen, die viele Kinder in diesem Alter bewegen. Manche Senioren sind dann erst einmal schockiert, anderen gelingt es aber auch, gelassen zu bleiben.
"Kinder stellen solche schwierigen Fragen ohne böse Hintergedanken, weil sie einfach neugierig sind", erklärt Gertrud Teusen, Autorin verschiedener Familien-Ratgeber. Dass sie damit ein unbeliebtes Thema ansprechen, sei den Kleinen meist gar nicht bewusst. Erwachsene sollten dieses kindliche Interesse an heiklen Themen daher nicht als taktlosen Angriff werten. "Man sollte solche Fragen unbedingt ehrlich beantworten", rät Teusen. Man könne dem Kind durchaus erklären, dass man selbst nicht wisse, ob man bald sterbe.
Oft habe das Kind durch eine Geschichte oder durch Erzählungen anderer Kinder erfahren, dass Omas und Opas sterben können. "Vor allem wenn das Kind selbst noch keine Erfahrungen mit Trauer gemacht hat, kann es die Endgültigkeit des Todes noch nicht begreifen", erklärt Teusen. Ein Besuch auf dem Friedhof könne helfen, dem Kind das Thema näher zu bringen. "Wenn man sich über die Frage nach dem eigenen Tod spontan ärgert und nicht über das Thema reden möchte, sollte man das dem Kind aber auch sagen", findet Teusen. So lerne der Nachwuchs, dass das Thema Tod für viele Leute mit Trauer und Empfindlichkeiten verbunden sei und man es daher vorsichtig behandeln sollte.
Wenn ein Kind sich mit dem Tod beschäftigt, kann der Anlass aber auch der Familienhamster sein, der eines Morgens tot im Käfig liegt oder ganz banal ein toter Regenwurm. Was aber, wenn ein geliebter Mensch schwerkrank ist oder tödlich verunglückt oder gar das Kind selbst sterben wird? Wie sollen Eltern dem Kind erklären, was sie selbst oft nicht verstehen? "Grundsätzlich ist es ganz wichtig, offen und ehrlich zu sein und den Kindern die Fragen zu beantworten, die sie stellen", sagt die Theologin und Pädagogin Christine Fleck-Bohaumilitzky, die sich seit fünfzehn Jahren mit Trauerbegleitung beschäftigt und im Beirat des Bundesverbandes Verwaiste Eltern in Deutschland (VEID) sitzt. Die Eltern sollten ihren Kindern so einfach und klar wie möglich antworten, um sie nicht zu verwirren und der Entwicklung von Ängsten oder Schuldgefühlen vorzubeugen. Formulierungen wie "Oma ist eingeschlafen" oder "von uns gegangen" sollten vermieden und stattdessen deutlich gesagt werden: "Oma ist tot." Auch die Todesursache sollte offen angesprochen werden, selbst dann, wenn ein Suizid oder ein Gewaltverbrechen vorliegt. Das Kind sollte die Wahrheit nicht von Fremden erfahren müssen. Der Umgang mit dem Tod und auch die anschließende Trauer sind auch bei Kindern individuell verschieden, allerdings stark abhängig vom Alters- und Entwicklungstand.
Im Kindergartenalter erfassen Kinder den Tod noch nicht als etwas Endgültiges. Sie glauben, der Verstorbene komme irgendwann zurück, eine typische Frage ist: "Wie lange dauert Totsein?" Im Grundschulalter hingegen erfassen sie die Endgültigkeit des Todes und interessieren sich für die praktischen Dinge: Wie sieht der Sarg aus, was passiert mit dem Toten im Grab? Sie haben jedoch noch kein ausgeprägtes Bewusstsein dafür, dass sie selbst sterben können. Anders ist es bei Jugendlichen, die ein ähnliches Verständnis vom Tod haben wie Erwachsene. Eltern benutzen oftmals Bilder wie "Der Opa ist im Himmel" oder "Die Mama ist jetzt ein Schutzengel". Dies kann für viele Familien hilfreich sein. "Dabei ist es sinnvoll, Bilder zu wählen, an die man selbst glaubt, so dass man für das Kind glaubwürdig ist", sagt Fleck-Bohaumilitzky.
Oft helfe es auch, das Kind zu fragen: "Wie stellst du dir das vor?" Die Vorstellung des Kindes müsse so belassen werden, wie sie ist. "Es ist entscheidend, dass sich das Kind in seiner Trauer von den Erwachsenen ernst genommen fühlt", betont die langjährige Trauerbegleiterin. Auch Rituale können Kindern im Umgang mit dem Tod helfen, beispielsweise eine Kerze für den Verstorbenen anzuzünden. Sofern die Kinder dies wünschen, sollen sie auch zum Abschiednehmen und zur Beerdigung mitgehen dürfen. Bereits etablierte Familienrituale wie das abendliche Vorlesen müssen auch im Trauerfall beibehalten werden, um den Kindern weiterhin Stabilität zu vermitteln. Ihr Leben soll so normal wie möglich weiterlaufen.
Quelle: ddp
Marvin schrieb:
am 8. Februar 2011 um 19:19:46
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"Trauerangebote"
Es gibt kindgerchte Möglichkeiten mit dem Thema Tod und Sterben umzugehen.Eine davon sind die Hospizvereine und
Hospizhäuser die den Kindern eine altergemäße Information dazu vermitteln können.
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Gartennachbar schrieb:
am 17. September 2010 um 18:07:59
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Kinder und der Tod
Schöne Geschichte, die ich (53) erlebt habe: Bin im Garten und hacke Holz, kommt die 6jährige Nachbarstochter rüber,
hilft erst mit und fragt aufeinmal:" Duuuu,du bist doch schon70 oderso, dann stirbst du ja bald. Und...äm..äm...dann wär ganz schön, wenn du hier im Garten sterben würdest. Dann würdest du ja hier vorne eingegraben und mein Bruder könnten dich dann immer pflegen." Tod, wo ist dein Stachel,hab ich in diesem Augeblick gedacht.
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eintracht schrieb:
am 17. August 2010 um 18:03:52
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tod
Meine Kinder waren 5 und 9 Jahre als ihre Oma Gestorben ist.Sie haben gesehen
dass die Oma schwerkrank war .Wir haben wir ihnen gesagt
das Oma bald sterben wird.So konnten sie sich darauf vorbereiten .Als Oma dann gestorben
war sagte die kleine Papa sei nicht traurig Oma hat jetzt keine Schmerzen mehr du hast ja noch uns.
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