10.09.2010, 10:01 Uhr
Ein verbessertes Screening kann viele Fruchtwasserentnahmen ersetzen. (Bild: imago) (Quelle: imago)
Bislang wird werdenden Müttern ab 35 Jahren, die mittlerweile bereits ein Viertel aller Schwangeren in Deutschland ausmachen, im Rahmen der Vorsorge eine Fruchtwasseruntersuchung angeboten. Damit sollen Chromosomenschäden beim Kind ausgeschlossen werden. Nun kann ein verbessertes, schonendes Screening Fruchtwasseruntersuchungen für viele Schwangere überflüssig machen.
Bislang muss die neue Untersuchung aus eigener Tasche bezahlt werden. "Das Ersttrimester- Screening kann aber viele Fruchtwasserentnahmen ersetzen", sagt Professor Eberhard Merz, Präsident der Fetal Medicine Foundation Deutschland (FMF).
Das an ein britisches Vorbild angelehnte FMF-Screening wird in der elften bis 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Es kombiniert einen Ultraschall der Nackenfalte mit zwei aussagekräftigen Hormonwerten der Mutter.
Durch das Screening kann beispielsweise ein Down-Syndrom mit 90-prozentiger Sicherheit erkannt werden. Das errechnete persönliche Risiko wird als "Ampel" angezeigt. Liegt das Ergebnis im gelben oder gar roten Bereich, können in einem zweiten Schritt weitere Ultraschalldetails bestimmt und ergänzende Parameter der Mutter berechnet werden. Erst als letzter Schritt werden dann eine Fruchtwasseruntersuchung oder Gewebeentnahme aus dem Mutterkuchen empfohlen. "In 85 Prozent der Fälle zeigte die Ampel aber auf 'Grün'", sagt Merz. Dann verzichten viele Eltern auf invasive Untersuchungen, weil die immer auch das Risiko einer Fehlgeburt mit sich bringen.
Rund 4000 Ärzte haben sich bereits in Deutschland für das Ersttrimester-Screening beim FMF fortgebildet und müssen sich jedes Jahr neu zertifizieren lassen. Auf der Webseite der gemeinnützigen Gesellschaft können Eltern eine Liste dieser Ärzte einsehen.
Quelle: dpa-tmn
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