08.01.2010, 15:56 Uhr | rev; mmh
Arran Fernandez, damals sieben Jahre alt, diskutiert mit seinem Vater Neil über ein Mathe-Prüfungsergebnis. (Bild: dpa)Ein 14 Jahre altes Mathematik-Wunderkind darf an der Universität Cambridge studieren. Die renommierte englische Hochschule bot dem Briten Arran Fernandez einen Platz am Fitzwilliam College an. Damit wäre er der jüngste Student an dem College, sagte sein Vater Neil Fernandez nach Angaben britischer Medien. Vor Arran hatte es der Politiker William Pitt der Jüngere mit 14 Jahren an die Elite-Universität geschafft - das war vor mehr als 230 Jahren.
Arran, der zu Hause von seinem Vater unterrichtet wird, könnte im Oktober mit dem Studium beginnen. Er hat schon eine Abitur-Prüfung in Mathematik gemeistert. Nun muss er nur noch die Physik-Prüfung bestehen, um an die Uni zu gehen. Arran hatte bereits mit fünf als jüngster Schüler einen Mittlere-Reife-Mathetest bestanden.
Auch jetzt hat der 14-Jährige hochtrabende Pläne. "Es gibt ein paar Dinge, an denen ich arbeiten will. Ich würde gerne die Riemannsche Vermutung lösen." Diese Theorie beschäftigt die großen Mathematiker der Welt seit 150 Jahren und ist immer noch ungelöst.
Mit 14 Jahren Mathe-Studium an der Universität von Cambridge: Natürlich ist Arran damit eine absolute Ausnahme. Hochbegabte Kinder gibt es jedoch auch in Deutschland zahlreich. Woran lässt sich eine Hochbegabung möglichst früh erkennen und was zeichnet sie aus? Intelligenz, Motivation, Kreativität - diese drei Faktoren müssen zusammen kommen, um Hochbegabung zu vermuten. Pro Jahrgang trifft dies auf etwa zwei Prozent zu. Doch diese Zahl beschreibt eigentlich nur den IQ, der um etwa 130 liegen muss. Es gibt allerdings Tests, die auch die weiteren Faktoren mit einbeziehen und die schon bei Kindern angewandt werden, um diese möglichst früh zu erkennen und ihren Fähigkeiten entsprechend zu fördern. Somit können ihnen andere Schwierigkeiten erspart werden, denn hochbegabte Kinder werden oft in der Klassengemeinschaft ausgegrenzt. trotzdem: Diese Tests müssen vorsichtig bewertet werden.
Wenn bei Kindern vor dem siebten Lebensjahr eine Hochbegabung festgestellt wird, sind Eltern besser skeptisch. Denn für so junge Kinder gebe es kaum geeignete Testverfahren, erklärt Eva Stumpf von der Begabungsberatungsstelle an der Universität Würzburg. Außerdem seien Prognosen in diesem Alter schwierig, da noch viele Veränderungen möglich sind. Auch von Checklisten für die Feststellung einer Hochbegabung lassen Eltern besser die Finger, denn die Anzeichen ließen sich nicht verallgemeinern. Lernen Kinder sehr früh und schnell die Sprache, könne das allerdings auf eine Hochbegabung hindeuten. Diese Kinder könnten schon mit rund einem Jahr Dreiwortsätze bilden und im Extremfall mit vier Jahren anspruchsvolle Bücher lesen, erklärt Stumpf. Haben Eltern den Verdacht, dass ihr Kind hochbegabt ist, sollten sie aber erst einmal abwarten und es weiter beobachten. Personen, denen einmal - egal in welchem Alter - eine Hochbegabung attestiert wurde, gelten ihr Leben lang als hochbegabt. Allerdings ermittelte eine Studie, dass rund 15 Prozent sechs Jahre später nicht mehr diese Ergebnisse erzielen konnten.
Hochbegabte Kinder sind anders als andere Kinder. Sie verhalten sich anders, sie interessieren sich für andere Dinge, sie sind Gleichaltrigen vom Kognitiven her oft zwei Jahre voraus. Dies kann einzelne Bereiche wie zum Beispiel den logisch-mathematischen, den sprachlichen oder den künstlerischen betreffen, manchmal aber auch mehrere gleichzeitig. Hier gibt es verschiedene Ansätze und genau wie die Tatsache, dass die Wissenschaft sich nicht einig ist, zu wie viel Prozent eine Hochbegabung vererbbar ist, genauso unsicher ist man sich, wie eng man den Begriff Intelligenz fassen soll. Ob zum Beispiel die emotionale Intelligenz ebenfalls gemessen werden sollte beziehungsweise wie.
Eines muss man sich klar machen: Hochbegabte sind weder in jedem Fall Wunderkinder noch handelt es sich hier um eine psychische Störung. Hochbegabung ist, wie das Wort schon sagt, eine Gabe, die genutzt werden sollte. Bei Genius Hochbegabung, einer Internetseite, die sich an Eltern, verantwortungsvolle Erzieher und interessierte Pädagogen wendet, heißt es: „Schön an Hochbegabung ist der Reichtum des Gedankengutes Ihres Kindes, seine besonderen Fähigkeiten, die es hat, seine zielgerichtete Interessenlage, seine Freude am Denken. Das Problem bei Hochbegabten ist, dass sie sich völlig verschließen können, wenn sie nicht gefördert werden, keine geistige Nahrung erhalten. Dann wird unter Umständen aus dem brillanten Schüler ein Versager, aus der Begabung eine ‚Behinderung‘.“
Quelle: dpa
Frank schrieb:
am 3. September 2010 um 22:05:34
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Mathegenie
Respekt!
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