21.01.2011, 11:03 Uhr | nw
Auch bei werdenden Vätern stellt sich während einer Schwangerschaft der Hormonhaushalt um. (Quelle: imago)
Endlich schwanger! Wenn die Gewissheit da ist, Familienzuwachs zu bekommen, ist die Freude bei den zukünftigen Eltern meist riesig - gemischt mit der klammen Gewissheit, dass das gemeinsame Leben bald nicht mehr so sein wird, wie es mal war. Die ersten fundamentalen Veränderungen finden schon während der Schwangerschaft statt. Während die werdenden Mamas gesteuert durch ihre Hormone meist souverän durch die Schwangerschaft navigieren und in die Rolle der Mutter beim wahrsten Sinne des Worte "hineinwachsen", müssen sich die Papas in spe eher mit der Rolle des gespannten Beobachters zufrieden geben. Doch das ist nur auf den ersten Blick so.
Auch bei Männern ist in den neun Monaten bis zur Geburt hormonell nicht alles wie gehabt. Die amerikanische Neuropsychiaterin Dr. Luann Brizendine hat dies in ihrem Buch "Das männliche Gehirn - Warum Männer anders sind als Frauen" zum Thema gemacht und an alltäglichen Beispielen verdeutlicht. Dass sich die Gehirne von Männern und Frauen ab dem Zeitpunkt der Befruchtung unterscheiden, ist eine bekannte neurobiologische Erkenntnis. Hier knüpft die Autorin an und verdeutlicht die unterschiedlichen biologischen und sozialen Instinkte mit alltäglichen Beispielen.
Doch interessant ist vor allem die Frage, welchen Einfluss neben den äußeren Einflüssen das Gehirn selbst hat. Legt es die Unterschiede von Mann und Frau fest und beeinflusst es deren Verhalten? Das Buch orientiert sich an den unterschiedlichen Lebensphasen des männlichen Geschlechts: das Gehirn des kleinen Jungen, das Gehirn des Teenagers, das paarungsbereite Gehirn, das Gehirn unter der Gürtellinie, das Vatergehirn und schließlich das Gehirn des reifen Mannes.
Eine entscheidende Veränderung des männlichen Verhaltens stellt sich mit einer Schwangerschaft ein: Wenn Männer erfahren, dass Nachwuchs unterwegs ist, macht sie das meist nicht nur überglücklich, sondern sie stehen oftmals auch etwas neben sich, sind nervös und unkonzentriert. Diese Reaktionen, die häufig in den ersten beiden Schwangerschaftsmonaten zu beobachten sind, werden laut Dr. Brizendine hormonell gesteuert - die Männer können also nichts für ihr Verhalten.
Die Neuropsychiaterin hat nachgewiesen, dass in diesen ersten Schwangerschaftswochen der Testosteronspiegel deutlich sinkt und das Prolaktin stark ansteigt. Prolaktin ist als das "Michbildungshormon" bekannt und bewirkt eine erhöhte Fürsorglichkeit. Vor der Geburt eines Kindes steigert sich dieses Hormon beim Mann um bis zu 20 Prozent und beeinflusst damit auch die Funktion des Gehirns: Brizendine nennt diesen Zeitpunkt den "Übergang vom männlichen zum väterlichen Gehirn".
Diese veränderte Hormonkonstellation hat auch zur Folge, dass Papas in spe oftmals genau wie ihre Partnerin während der Schwangerschaft an Gewicht zulegen. Tatsächlich gibt es auch Männer denen es während der Schwangerschaft auch übel wird. Luann Brizendine erklärt diese wunderlichen Veränderungen ebenfalls mit der Umstellung vom männlichen auf das väterliche Hirn. Auch die darauffolgende Nestbauphase der Männer schreibt die Autorin den Hormonen zu. Allerdings wollen die Herren der Schöpfung das Nest nicht schön dekorieren, sondern bauen: "Frauen freuen sich auf kleine kuschelige Wesen, für die sie kleine kuschelige Sachen kaufen möchten. Männer konzentrieren sich eher auf das Bauen und das Anschaffen von Ausstattung", so die Neuropsychiaterin.
Dass das Weinen von Babys vor allem Mutter zu jeder Tages- oder Nachtzeit alarmiert, ist bekannt. Doch Väter reagieren ebenso sensibel auf ihr Kind, seine Stimme, sein knuddeliges Aussehen. Die amerikanische Autorin hat in Untersuchungen nachgewiesen, dass sich nach der Geburt des eigenen Sprösslings nicht nur das Hören der Papas verbessert, sondern auch alle Sinne verschärft funktionieren - vergleichbar mit den intensiven Hirnaktivitäten im Zustand des Verliebtseins. Durch diese von Hormonen gelenkte emotionale Euphorie können auch Väter eine sehr enge Bindung zu ihrem Baby aufbauen. Vorausgesetzt sie wollen es und die Mütter lassen sie. "Untersuchungen haben gezeigt, dass Väter sich anders verhalten, wenn Mütter nicht gucken und nicht da sind", erklärt Dr. Brizendine. Unbeobachtet bekommen so die Väter dank der Hormone die Gelegenheit das Hege- und Pflegebedürfnis ebenso wie die Mütter voll auszuleben.
Quelle: t-online.de
Biologe schrieb:
am 26. Januar 2011 um 11:19:28
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Hormonbombe
Hier wäre es interessant gewesen zu erfahren, ob nur den Männern übel ist, die bei ihrer schwangeren Frau sind, oder auch
denen, die getrennt von ihr leben. Ich tippe nämlich darauf, dass schwangere Frauen große Mengen an Hormonen oder Pheromonen abatmen und damit ihre Männer "schwanger" machen. Eigentlich müsste sich dann auch der neben ihr sitzende Arbeitskollege nervös, müde und abgespannt fühlen...
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Sven schrieb:
am 26. Januar 2011 um 06:52:23
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stimmt
Ich hatte während der Schwangerschaft irgendwie Angst vor Sex, Angst dem Kind zu schaden. Meine Frau fand dies scheisse. Danach habe
ich mich liebevoll um das Kind gekümmert. Meine Ex wurde eifersüchtig und beendete die Beziehung. Meine Tochter liebt mich heute aber immer noch sehr, wasd das einzig Positive aus all dem gewesen ist. Meine Ex hingegen, hat es, obwohl attraktiv, in all den Jahren nie mehr geschafft, eine neue Beziehung einzugehen.
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Wolli schrieb:
am 25. Januar 2011 um 21:29:16
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Vatergehirn
Meine Erfahrung als Vater bestätigt das meiste aus dem Artikel. Als unsere noch Babys waren, stand ich beim kleinsten Anlass
senkrecht im Bett. Dies passiert aber nur, wenn Frau Mann lässt. Wenn Mutter sowieso immer schneller ist, dann sieht das männliche Gehirn keine Notwendigkeit und lässt weiter schlafen.
Und wer lieber sein Männergehirn behalten will, der sollte auch nicht Vater werden. Dies ist besser für die Kinder.
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