29.04.2011, 12:34 Uhr
Depressive Stimmungen können bei Kindern schon während der Schulzeit auftreten. (Foto: imago)
Sie fühlen sich allein, unverstanden oder antriebslos. Eine neue Studie zeigt: Depressive Stimmungen sind schon bei Schülern weit verbreitet. Betroffene klagen vor allem über Schulstress und starken Leistungsdruck. Eltern und Lehrer sollten frühzeitig eingreifen.
Fast jeder dritte Schüler in Deutschland leidet der DAK zufolge an depressiven Stimmungen. "Die Probleme der Jugendlichen hängen oft mit Schulstress und Leistungsdruck zusammen", teilte die Krankenkasse bei der Vorstellung einer neuen Studie mit. An Haupt- und Realschulen sind demnach deutlich mehr Schüler betroffen (32 Prozent) als an Gymnasien (24 Prozent). Bei Schülern mit Migrationshintergrund liegt der Anteil sogar bei 36 Prozent. Geschlechtsunterschiede gibt es dagegen kaum: Mädchen und Jungen sind annähernd gleich oft betroffen. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil der Schüler mit depressiven Stimmungen stetig zu - von 23 Prozent im elften Lebensjahr auf 33 Prozent im 18. Lebensjahr.
Die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Erwachsenen sei in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen, sagte Cornelius Erbe von der DAK. "Die aktuelle Studie zeigt, dass die Probleme häufig schon im Schulalter beginnen." Lehrer und Eltern sollten daher für Symptome sensibilisiert werden - um frühzeitig gegensteuern zu können. Die Universität Lüneburg hat im Auftrag der Kasse knapp 6000 Mädchen und Jungen zwischen elf und 18 Jahren befragt - an 25 Schulen in sieben Bundesländern. Dabei geben 24 Prozent der Schüler an, "oft da zu sitzen und nichts tun zu wollen". Jeder zehnte Befragte stimmt der Aussage "Kein Mensch versteht mich" zu.
Im Gegensatz zu echten Depressionen treten depressive Stimmungen weit häufiger auf. Sie bestehen in der Regel über einen kürzeren Zeitraum, und die Symptome sind deutlich schwächer ausgeprägt. Der Schulalltag mache vielen Jugendlichen mit depressiven Stimmungen zu schaffen, hieß es. "Die Betroffenen leiden deutlich häufiger unter einem belastenden Klassenklima, unter starkem Leistungsdruck und Schulstress als ihre Mitschüler." Und sie seien doppelt so oft unzufrieden mit ihren Leistungen.
Mehr als doppelt so viele Mädchen und Jungen mit depressiven Stimmungen (37 Prozent) gehen der Untersuchung zufolge Problemen lieber aus dem Weg, statt sie aktiv zu lösen. Das Vermeiden von Problemen könne aber zur Stabilisierung der psychischen Probleme beitragen, sagte Projektmanagerin Silke Rupprecht von der Universität Lüneburg. So schätzen 22 Prozent der betroffenen Schüler ihre sogenannte Lebenskompetenz niedrig ein - im Vergleich zu nur sechs Prozent der Nichtbetroffenen.
Mit speziellen Förderprogrammen könne diese Kompetenz gesteigert werden, hieß es. "Ziel ist das Erlernen von kreativem Denken und der Fähigkeit, Probleme aktiv zu lösen." DAK und Uni empfehlen zudem Fortbildungen für Lehrer zu depressiven Stimmungen und kooperative Lernformen. Betroffene Eltern sollten etwa die Eigenständigkeit ihres Kindes fördern, es gezielt loben - und zu Sport ermuntern. Rituale in der Familie könnten Sicherheit geben und damit Stress vorbeugen.
Quelle: dapd
Doktor schrieb:
am 1. Mai 2011 um 19:34:31
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kranke Gesellschaft
Wenn ein Kind keinen Raum und keine Zeit mehr haben darf zum Kind sein, sondenr nur noch Bildung in allen Variationen
trainieren und als Hochleistung praktizieren muss, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn es krank wird. Das zweckfreie Spiel ist die Arbeit des Kindes. Aber wie vielen Kindern wird dieses Urbedürfnis denn noch zugestanden? Nein, ich wundere mich eigentlich eher, dass viele Kinder so viel aushalten können (müssen), ohne ganz durchzuknallen!
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Lehrer2 schrieb:
am 30. April 2011 um 12:23:55
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zu voll zu laut zu viel
Ein Schritt in die richtige Richtung wäre eine Verkleinerung der Schulklassen. 27 in der Grundschule und über 30 in
den Folgeschulen ist untragbar. Was man da an Kosten einspart, zahlt die Gesellschaft später mit saftigen Zinsen nach. 34 Siebtklässler kriege ich meist nur äußerst autoritär in den Griff. Die Folge ist Angst oder Chaos und somit Stress. Beides schlägt auf die Psyche. Schule wird für Schüler und Lehrer zum Kampf. Ca. 40 Stunden Kampf pro Woche ab der 10. am Gym ohne HA und Lernen.
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Wolfi 24.110 schrieb:
am 30. April 2011 um 11:53:07
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"Jeder dritte Schüler leidet an depressiven Stimmungen"
Heute wird bereits ein Neugeborenes zum Wirtschaftsfaktor erklärt. Da wird von
"Nettoreproduktionsrate" gesprochen. Also technisch stehen wir ja ganz vorn aber gesellschaftlich sind wir über das Mittelalter noch nicht hinweggekommen. Der IQ ist doch allgemein gesunken und er sinkt immer mehr. Warum hat übrigens der demographische Wandel etwas mit Wohlstand zu tun? Und warum hängt der Ausstoss an CO², bei einem Auto, mit der Arbeitslosigkeit zusammen? Da müssen Strukturen entwirrt werden!!!
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