01.12.2009, 09:23 Uhr
Das "Jugendwort des Jahres 2009" steht fest! Die Jugendlichen bildeten aus dem umgangssprachlichen Begriff Hartz IV, der unter anderem für das offizielle Arbeitslosengeld II steht und bereits 2004 zum Wort des Jahres gewählt wurde, das Verb „hartzen“. Der Begriff bedeutet „arbeitslos sein“ oder salopp ausgedrückt auch „rumhängen“. Rund 45.000 Interessierte, und damit 80 Prozent mehr als im Vorjahr, beteiligten sich im Internet unter www.jugendwort.de an der Auswahl der Top 15 für das Jugendwort des Jahres 2009. Aus diesen Top 15 wählte eine Jury den diesjährigen Gewinner und die Plätze zwei bis fünf. Zum zweiten Mal rief der Langenscheidt Verlag in Kooperation mit der Jugendzeitschrift "Spiesser" und dem Social-Network MySpace zur Wahl des Jugendwortes des Jahres auf.
Knapp hinter "hartzen" landete das Wort „bam“ für cool oder endgeil. Rang drei belegt „Bankster“ als Wortspiel für einen Bankangestellten, der in der Finanzkrise spekulative Geschäfte macht(e). „Rudelgucken“ als gekonnte Übertragung des Anglizismus „Public-Viewing“ ins Deutsche landete auf Platz vier, gefolgt vom „Pisaopfer“ für einen Schulabgänger mit fehlender Allgemeinbildung.
Die Top Five der "Jugendwörter 2009" im Überblick:
1.) hartzen
2.) bam
3.) Bankster
4.) Rudelgucken
5.) Pisaopfer
Besonders interessant war für die diesjährige Jury, dass vier Begriffe aus den Top 5 eng mit aktuellen gesellschaftlichen Themen verwoben sind. So zeige sich die ständige Kreativität der Jugend, die aktuelle Geschehnisse und Problematiken beobachtet, einordnet und dann in ihre Sprache „übersetzt“. Ganz besonders beim Wort „hartzen“, das sich in der Ursprungsform „Hartz IV“ im Sprachgebrauch der Erwachsenen und der öffentlichen Diskussion festgesetzt hat und nun in abgewandelter Form und mit zusätzlichen Bedeutungen in die Jugendsprache übernommen wurde, komme dies zum Ausdruck. "Der Begriff 'hartzen' setzt sich mit einem politischen und gesellschaftlichen Sachverhalt auseinander, der inzwischen auch in der Lebenswelt der Jugendlichen angekommen ist. Hier zeigt sich, wie sehr sich Jugendliche mit dem Thema Arbeitslosigkeit konfrontiert sehen beziehungsweise auseinandersetzen. Die sprachliche Kreation des Verbs 'hartzen' aus 'Hartz IV' impliziert durch die negative Grundbesetzung des ursprünglichen Ausdrucks per se Kritik“, so die Jury. Spannend sei der Begriff auch hinsichtlich seiner kreativen Wandlungsmöglichkeiten, da sich aus ihm viele neue Wörter bilden lassen könnten, wie zum Beispiel „rum-, mit-" oder "abhartzen“ und „Hartzer“.
Die Initiative „Jugendwort des Jahres“ wurde im Jahr 2008 vom Langenscheidt Verlag ins Leben gerufen. Ziel und Idee des Wettbewerbs ist es, die Kreativität der schnelllebigen Jugendsprache zu präsentieren und jährlich neu zu dokumentieren. Dabei bietet Langenscheidt mit der Seite www.jugendwort.de die Plattform und Öffentlichkeit, auf der sich Jugendliche einbringen und austauschen können, greift jedoch nicht korrigierend, sondern nur organisierend ein. Das Jugendwort des Jahres wird nicht vorrangig nach der Häufigkeit seiner Verwendung ausgesucht. Eine Wertung ist damit nicht verbunden. Im letzten Jahr machte der Begriff „Gammelfleischparty“ als Übersetzung der Ü-30-Party das Rennen.
(Quelle: www.jugendwort.de)
Jugendlicher schrieb:
am 1. November 2010 um 23:54:11
(1)
(0)
Schwachsinn
Ich als Jugendlicher habe bis auf "bam" Keines selber benutz oder auch von anderen gehört :D Auch die Jugendwörter 2010 sind
absoluter Schwachsinn! Ich finde es lächlerlich wie Erwachsene Wörter ausdenken und dann glauben, dass wir Jugendliche diese verwenden würden... was mich wundert, ist das nicht ein einziges Wort von Gamern ( Computerspieler) hier auftaucht :D Das ist echt peinlich!
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